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Messung und Bewertung von Externalitäten

Wir bewerten den Einfluss unserer Geschäftstätigkeit, Produkte und Dienstleistungen ganzheitlich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette, das schafft eine solide Grundlage für Geschäftsentscheidungen und die Kommunikation mit Stakeholdern.

  • Ansatz zur Messung und Bewertung von Externalitäten
  • Was wir tun: Identifikation unseres Einflusses und unserer Externalitäten
  • Was wir tun: Quantifizierung von Auswirkungen
  • Monetarisierung externer Effekte und ihre Grenzen

Wir wollen mit unserem Handeln nachhaltig Werte schaffen – gemeinsam mit unseren Mitarbeitern, Partnern und Stakeholdern. Wir übernehmen Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter, Kunden und Konsumenten sowie den Umweltschutz und die Lebensqualität der Menschen in unserem gesellschaftlichen Umfeld. Daher folgen wir einem ganzheitlichen Ansatz und bewerten den Einfluss unserer Geschäftstätigkeit, Produkte und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um eine solide Grundlage für Geschäftsentscheidungen und die Kommunikation mit unseren Stakeholdern zu schaffen.

Unser langfristiges Ziel – Verdreifachung des geschaffenen Werts im Verhältnis zum ökologischen Fußabdruck unserer Geschäftstätigkeit, Produkte und Dienstleistungen – spiegelt die globalen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung wider. Es ist Teil unseres Anspruchs, einen Beitrag zu einer Welt zu leisten, in der eine wachsende Weltbevölkerung gut und im Einklang mit den begrenzten Ressourcen der Erde leben kann. Unser Ziel ist es, die positiven und negativen Auswirkungen unserer Aktivitäten in diesem Kontext zu verstehen und Externalitäten – soweit geeignete und robuste Daten und Methoden verfügbar sind – zu quantifizieren.

Grundlage für die Messung unserer Auswirkungen und unseres Beitrags zur Lebensqualität der Menschen sind unsere Nachhaltigkeitsziele. Wir entwickeln unsere Berichts- und Messsysteme kontinuierlich weiter, um unsere Fortschritte hin zu unserem 20-Jahres-Ziel für 2030 integriert bewerten und steuern zu können. Dies geschieht nicht nur im Rahmen unserer eigenen Geschäftstätigkeit, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Rohstoffbeschaffung bis hin zur Anwendungsphase unserer Produkte und den gemeinsamen Werten, die wir in dem gesellschaftlichen Umfeld schaffen, in dem wir tätig sind. Dabei fokussieren wir uns sowohl auf die möglichst umfassende Abdeckung durch die zugrundeliegenden Daten als auch ihre Qualität.

Die für unser Geschäft relevanten Auswirkungen und Externalitäten haben wir im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse identifiziert und in sechs Fokusfeldern zusammengefasst. Sie spiegeln die für uns relevanten Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung wider.

Drei Fokusfelder beschreiben, wie wir „mehr Wert“ schaffen wollen:

  1. Gesellschaftlicher Fortschritt und höhere Lebensqualität
  2. Mehr Arbeitssicherheit und bessere Gesundheit und Hygiene
  3. Mehr Wert für unsere Kunden und mehr Wert für Henkel

Die drei anderen Felder beschreiben, in welchen Bereiche wir unseren „ökologischen Fußabdruck“ reduzieren wollen:

  1. Weniger Energieverbrauch und CO₂-Emissionen
  2. Weniger Materialverbrauch und Abfallaufkommen
  3. Weniger Wasserverbrauch und Abwassermenge

Henkel arbeitet mit verschiedenen Mess- und Bewertungsmethoden daran, die Maßnahmen zu identifizieren, die entlang der Wertschöpfungskette den größten Einfluss haben. Über unser gesamtes Portfolio betrachtet, sind insbesondere Verbesserungen bei den eingesetzten Rohstoffen und in der Anwendungsphase entscheidend für unseren Wasser- und CO₂-Fußabdruck.

Ein wichtiges Bewertungsinstrument zur Visualisierung von Verbesserungen und zur Optimierung unseres Beitrags in den Dimensionen „Wert“ und „Fußabdruck“ ist unser „Henkel-Sustainability#Master®“. Sein Herzstück ist eine Matrix, anhand derer Änderungen in beiden Dimensionen und entlang der Wertschöpfungskette bewertet werden können. Mithilfe des Tools erfolgt eine systematische Messung und Bewertung auf Unternehmens- ebenso wie Produktebene. Der „Henkel-Sustainability#Master®“ ist in unseren Innovationsprozess integriert, sodass jedes neue Produkt systematisch analysiert, gemessen und bewertet wird. 

Bildunter- oder überschrift: Zentrale Themen und Verbesserungsmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette im Überblick:  

Umweltbezogene Externalitäten

Quantifizierung unseres CO₂-Fußabdrucks:

Der CO₂-Fußabdruck – der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid und anderen Treibhausgasen – ist die am häufigsten und intensivsten diskutierte umweltbezogene Externalität. Sie stellt eine dringende globale Herausforderung dar, und es besteht Konsens hinsichtlich der Messmethodik, die in Wissenschaft, Industrie, durch NGOs und Regierungen breite Anwendung findet.

Die von Henkel verursachten CO₂-Emissionen sind auf Energieerzeugung und –verbrauch rückführbar. Andere CO₂-Emissionsquellen sind für unsere Geschäftstätigkeit nicht relevant. Das Gleiche gilt für die Emissionen anderer Treibhausgase. Sie bilden weniger als ein Prozent unserer Scope-1- und Scope-2-Emissionen. Die Scope-3-Emissionen berechnen wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die größten Beiträge resultieren dabei aus der Herstellung von Rohstoffen und aus der Nutzung unserer Produkte.

Quantifizierung unseres Wasser-Fußabdrucks:

Der direkte und indirekte Wasserverbrauch von Henkel im Jahr 2016 – „Cradle to Grave“ – beträgt 5.038 Millionen Kubikmeter.


Wir haben unseren betrieblichen Wasser-Fußabdruck mithilfe öffentlich zugänglicher Methoden quantifiziert. Unser Wasser-Fußabdruck ergibt sich aus unserem Wasserverbrauch multipliziert mit einem Wasserstressindex, der regionale Unterschiede bei Wasserverfügbarkeit und -bedarf berücksichtigt, um die Auswirkungen besser vergleichen zu können.

Eine einzelne Zahl reicht allerdings nicht aus, um die komplexe Situation rund um die Ressource Wasser abzubilden, denn sie wird nicht nur durch regionale, sondern auch durch saisonale Knappheiten beeinflusst. Darüber hinaus steht derzeit noch keine Methodik zur Verfügung, um die Auswirkungen von Abwasseremissionen entlang der Wertschöpfungskette verlässlich zu quantifizieren und zusammenzufassen. Denn dafür müssen auch die relevanten Abwasseraufbereitungsaktivitäten und die Leistung solcher Anlagen sowie das aufnehmende Gewässer und seine ökologischen Eigenschaften in Betracht gezogen werden. Unser Wasser-Fußabdruck hilft uns daher zwar, relevante Bereiche zu identifizieren, in diesen müssen wir unsere Auswirkungen auf die Ressource Wasser anschließend jedoch Fall spezifisch bewerten.

Quantifizierung unseres Material-Fußabdrucks:

Henkel bekennt sich zu einer verantwortungsvollen Rohstoffwirtschaft. Um die Auswirkungen der von uns eingesetzten Ressourcen in einem Material-Fußabdruck quantifizieren und zusammenfassen zu können, arbeiten wir an der Entwicklung eines Indikators, durch den die Nutzung nichterneuerbarer (fossiler und mineralischer) Ressourcen als auch erneuerbarer (nachwachsender) Rohstoffe und ihre potenziellen Auswirkungen auf die Biodiversität einbezogen werden kann. Beide Faktoren können im Rahmen einer Ökobilanzierung durch das „Abiotic Depletion Potential“ (ADP, Abiotischer Ressourcenverbrauch) für nichterneuerbare, sowie durch das „Agricultural Land Occupation Potential“ (ALOP, Landwirtschaftliches Nutzungspotenzial) für erneuerbare Ressourcen berechnet werden. Henkel bewertet derzeit die Datenverfügbarkeit und Qualität dieser Indikatoren sowie ihre sinnvolle Nutzung bei der Bewertung von Risiken hinsichtlich Preis, Verfügbarkeit oder ethischer Fragen bei der Rohstoffbeschaffung.

Für 2016 haben wir den Ressourcenverbrauch von Henkel in Bezug auf Rohstoffe quantifiziert, indem wir die Indikatoren ADP und ALOP für 20 wichtige Rohstoffe berechnet haben, die mengenmäßig für mehr als 90 Prozent des Henkel-Portfolios stehen. Mithilfe der ReCiPe-Charakterisierungsfaktoren, bei denen alle Ressourcen mit der Knappheit von Antimon (Sb) verglichen werden, konnten wir einen Gesamt-ADP von 26.400 Tonnen „Sb-Äquivalenten“ berechnen. Die ALOP-Berechnung ergab eine Landnutzung von 45.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche.

Dabei ergab sich zwar ein klarer Unterschied zwischen nachwachsenden und nicht-nachwachsenden Rohstoffen (d. h. petrochemische oder anorganische Chemikalien einschl. Metalle), aber wir stellten auch erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der Werte der Charakterisierungsfaktoren sowie der Qualität der zugrundeliegenden Daten fest. Anhand unserer Branchenkenntnisse haben wir beispielsweise eine separate Schätzung der landwirtschaftlichen Anbaufläche für Palm(kern)öl vorgenommen, einem wichtigen Ausgangsstoff für die von uns verwendeten nachwachsenden Rohstoffe. Diese Schätzung ergab deutlich niedrigere Zahlen. Dennoch bietet das „Landwirtschaftliche Nutzungspotenzial ALOP“ Henkel einen groben Anhaltspunkt für die landwirtschaftliche Fläche, die zur Herstellung der Henkel-Rohstoffe genutzt wird. Der Charakterisierungsfaktor für den „abiotischen Ressourcenverbrauch“ ist hingegen deutlich schwieriger einzuordnen. Unsere Recherchen haben ergeben, dass Knappheiten unterschiedlich bewertet werden, sodass ein Indikator nach jetzigem Stand irreführend wäre und der Komplexität des Themas nicht gerecht würde. Um missverständliche Signale hinsichtlich Knappheit und Auswirkungen der von Henkel eingesetzten Rohstoffe zu vermeiden, werden wir den Ansatz weiter verfeinern und testen, bevor wir ihn auf unsere Wertschöpfungskette anwenden.

Soziale Externalitäten

Kern unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist das Ziel, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und dazu beizutragen, dass sie gut und im Einklang mit den begrenzten Ressourcen der Erde leben können. Dies gilt für die 50.000 Mitarbeiter von Henkel ebenso wie für die Menschen, die entlang unserer Wertschöpfungskette mit unserem Unternehmen in Berührung kommen. Unseren Schätzungen zufolge arbeiten rund 50 Millionen Menschen für Direktzulieferer und vorgelagerte Stufen unserer Lieferkette. Und mit unseren Produkten und Technologien, die Tag für Tag in Millionen Haushalten und Industrieprozessen zum Einsatz kommen, erreichen wir rund zwei Milliarden Menschen. In diesem Kontext haben wir Sicherheit und Gesundheit sowie gesellschaftlichen Fortschritt als wichtigste soziale und gesellschaftliche Auswirkungen identifiziert.

Quantifizierung von Gesundheit und Sicherheit (der 50.000 Menschen bei Henkel)

Arbeitssicherheit innerhalb des Unternehmens und entlang der Wertschöpfungskette hat bei uns höchste Priorität. An unserem langfristigen Ziel „Null Unfälle“ halten wir fest. Als Zwischenziel wollen wir die Arbeitssicherheit pro eine Million Arbeitsstunden um 40 Prozent verbessern (bis 2020). Dieses Ziel messen wir anhand des Indikators „Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden“. Darüber hinaus fördern wir die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter. Um an allen Standorten eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung sicherzustellen, arbeiten wir kontinuierlich an der Etablierung einheitlicher Prinzipien im weltweiten Gesundheitsmanagement bei Henkel. Ein erster Schritt war 2014 die Einführung von globalen Kennzahlen zum Gesundheitsschutz: Verfügbarkeit von Ersthelfern und medizinischer Notfallversorgung, Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen sowie die Zahl der Fälle von Berufskrankheiten. Sie werden von allen Henkel-Standorten weltweit in jedem Quartal berichtet.

Die Quantifizierung positiver oder negativer Effekte in einer einzelnen Kennzahl wie zum Beispiel „um Behinderungen bereinigte Lebensjahre“ („disability-adjusted life years“), die letztlich den Wert eines Lebens erheben, stellt uns vor große Herausforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Daten und erscheint weder machbar noch ethisch vertretbar als Indikator zur Steuerung unserer Bemühungen.

Um unsere Auswirkungen entlang der Wertschöpfungskette zu bewerten, haben wir Methoden aus der Lebenszyklusanalyse zum Vergleich der Auswirkung auf Gesundheit und Sicherheit von zwei Produkten angewendet. Dabei stellte sich jedoch schnell heraus, dass keine validen Rückschlüsse zur Quantifizierung der unterschiedlichen Schritte in der Wertschöpfungskette möglich sind, ohne die individuellen Umstände zum Beispiel des einzelnen Menschen, eines Landes oder gesetzlicher Vorgaben zu berücksichtigen.

Quantifizierung des gesellschaftlichen/sozialen Fortschritts in unserer Wertschöpfungskette

Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir bis zum Jahr 2020 die Arbeitsbedingungen in unserer Lieferkette für eine Million Arbeitskräfte verbessern. Unsere „Sustainable Sourcing Policy“ und die Initiative „Together for Sustainability“ (TfS) von 19 Unternehmen der chemischen Industrie bilden hierfür eine wichtige Grundlage. Die im Rahmen der Initiative seit der Gründung von TfS durchgeführten EcoVadis-Assessments der Nachhaltigkeitsperformance von mehr als 6.000 Lieferanten und mehr als 700 Audit-Berichte helfen uns, unseren Fortschritt zu messen.

Darüber hinaus wollen wir 20 Millionen Menschen mit unserem gesellschaftlichen Engagement erreichen und Mädchen und Frauen dabei unterstützen, sich eine positive Zukunft aufzubauen, zum Beispiel durch unsere Initiative „Million Chances“. Darüber hinaus, wollen wir mit unseren Bildungsinitiativen 200.000 Kinder erreichen

Ein wissenschaftlich fundierter und ethisch vertretbarer Ansatz, die positiven und negativen Auswirkungen von Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft nicht nur zu quantifizieren, sondern auch zu monetarisieren, wäre sicherlich hilfreich für Diskussion, Vergleich und Management von Externalitäten. Er könnte eine umfassendere Bewertung der unterschiedlichen Externalitäten unterstützen und dabei helfen, Chancen und Risiken besser abzuschätzen und damit finanzielle Ressourcen effizienter einzusetzen.

Voraussetzungen hierfür sind jedoch ein solides Bewertungskonzept, eine fundierte Methodik, robuste Daten und zuverlässige und relevante Preise zur Monetarisierung von Auswirkungen.

Am weitesten fortgeschritten und in der Öffentlichkeit breit diskutiert ist der Ansatz CO₂-Emissionen mit einem Preis zu versehen – neben oder ergänzend zu bestehenden Energiesteuern und Marktmechanismen wie dem Emissionshandel. Die Schätzungen zu den anzuwendenden Kosten unterscheiden sich jedoch erheblich je nach Quelle (z. B. ZEW Global Carbon Pricing, Carbon Pricing Watch 2016 – World Bank Group / Ecofys, „Social cost of carbon“ vom Massachusetts Institute of Technology) um bis zu zweistellige Größenordnungen, und werden kontrovers diskutiert. Auch dort, wo Kohlenstoff bereits heute mit einem Preis versehen ist, sei es indirekt über Energiesteuern oder direkt durch Emissionshandelssysteme, variiert dieser stark. Mangels eines zuverlässigen und repräsentativen Preises ziehen wir es vor, eine umfassende Quantifizierung unseres CO₂-Fußabdrucks vorzunehmen und es den Stakeholdern zu überlassen, den für ihre Arbeit am besten geeigneten Preis anzusetzen. Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass die zusätzlichen Erkenntnisse, die man aus der Ansetzung eines virtuellen Preises für unseren CO₂-Fußabdruck – beispielsweise 35 € pro Tonne – gewinnen könnte, sich im Grunde darauf beschränken, zu unterstreichen, dass unser Geschäftsmodell nicht CO₂-intensiv ist und durch einen globalen Preis für CO₂ nicht grundsätzlich in Frage gestellt würde. Die Förderung nachhaltigen Konsums, der Ressourcen schont, ist bereits ein wichtiges Ziel unserer Strategie, und hier sind unsere Produkte der Schlüssel. Unser Ziel ist es, durch unsere Produkte und mithilfe unserer Expertise unseren Kunden und Verbrauchern zu helfen, bis zum Jahr 2020 50 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen einzusparen.

Henkel CO₂-Fußabdruck 2016 und beispielhafte Monetarisierung


Noch schwieriger und anspruchsvoller sowie mit Unsicherheiten behaftet ist die Monetarisierung anderer Externalitäten.
Die landwirtschaftliche Bodennutzung könnte auf Basis von Ackerland-Pachtpreisen bewertet werden, aber diese variieren schon in der EU stark von Land zu Land, zwischen 26 Euro pro Hektar in der Slowakei bis hin zu 600 Euro pro Hektar und Jahr in den Niederlanden. Der von van Harmelen et al. entwickelte LCA-basierte Ansatz (2012) schätzt die jährlichen externen Kosten der Landnutzung auf 940 Euro pro Hektar. Ausgehend von diesem Ansatz gelangt man bei der Landnutzung für die von Henkel verwendeten Rohstoffe zu einem Wert von rund 40 Millionen Euro. Wendet man den Preisansatz auf den abiotischen Ressourcenverbrauch (ADP) von Henkel unter Ansetzung des Preises für Antimon (Sb) an, der diese Kennzahl charakterisiert – 9.000 US-Dollar pro Tonne –, käme man auf rund 220 Mio Euro. Dem gegenüber stehen Henkel-Gesamtausgaben von 8 Milliarden Euro für direkte Rohstoffe (2016).

Die Preise für Wasser hängen allgemein von zahlreichen politischen und regionalen Faktoren ab, zu denen auch die Infrastruktur gehört. Zudem wird in Zeiten der Knappheit der Zugang zu Wasser im Allgemeinen nicht durch den Preis bestimmt, sondern eher durch politische Entscheidungen oder bestehende Rechte beeinflusst. Deshalb wäre selbst ein um Knappheit bereinigter Preis für Wasser eine fragwürdige Basis für geschäftliche Entscheidungen.

Wir haben die Ansätze und Bemühungen der vergangenen Jahrzehnte hinsichtlich der Entwicklung einer fundierten Methodik zur Messung und Monetarisierung umweltbezogener und sozialer Externalitäten aufmerksam verfolgt und analysiert. Aus folgenden Gründen sehen wir derzeit weiterhin Grenzen der Monetarisierung dieser Externalitäten:

Bei aller guten Absicht ist das Konzept der Bewertung von ökologischer und sozialer Auswirkungen nur dann sinnvoll, wenn die für die Externalitäten festgelegten Preise zuverlässig sind und eine hochkomplexe Realität korrekt widerspiegeln. Zu dieser Realität gehören saisonale und geographische Unterschiede, die zu Knappheiten führen, ebenso wie gesetzliche Regulierung und andere politische Aktivitäten, die eine Festsetzung valider Marktpreise verhindern. Noch komplizierter und unübersichtlicher wird die Situation, wenn man soziale Einflüsse wie das persönliche Wohlergehen einbezieht. Aktuelle Ansätze reflektieren daher eher Schätzungen denn eine präzise Methodik. Wir sind nicht davon überzeugt, dass der Einsatz nicht marktbasierter Erhebungsverfahren (z. B. Bewertung von Zahlungsbereitschaft oder Wohlergehen) zur Belegung dieser Auswirkungen mit einem monetären Wert oder die Nutzung von Sekundärdaten von begünstigten Gruppen einen angemessenen Ansatz zur fundierten Messung und Berichterstattung darstellt.

Wir bewerten die zugrundeliegende Quantifizierung von Externalitäten und die damit verbundenen wissenschaftlichen Ansätze als grundsätzlich nicht ausreichend zuverlässig. Die Qualität der zur Monetarisierung von Externalitäten herangezogenen Daten ist häufig nicht ausreichend, sodass ein von einem solchen monetären Wert ausgehendes Signal in der Regel nicht verlässlich und relevant genug ist, um daraus sinnvolle wirtschaftliche Entscheidungen abzuleiten. Dies gilt insbesondere dann, wenn neben saisonalen und geographischen Eigenschaften auch politische Einflüsse in Betracht gezogen werden.

Und schlussendlich besteht in der Gesellschaft und in der politischen Debatte Konsens darüber, dass es für bestimmte Themen unangemessen ist, sie mit einem „Preisschild“ zu versehen. Wenn es beispielsweise um den Wert eines Lebens oder die Bewertung eines Gesundheitszustands beispielsweise in Form des Indikators „um Behinderungen bereinigte Lebensjahre“ geht, findet die Diskussion vor einem ethischen Hintergrund statt.