Entwicklung intelligenter Verpackungen

Innovative und nachhaltige Verpackungen sind einer unserer Schwerpunkte bei der Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft.

Unsere Verpackungsambitionen und -ziele für 2025

Die Verpackungen unserer Konsumprodukte erfüllen viele unterschiedliche Funktionen. Sie gewährleisten die Hygiene und Sicherheit der Produkte, schützen die Waren während des Transports, bieten Platz für notwendige Verbraucherinformationen und spielen durch ein ansprechendes Design eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung.

Unsere Strategie zur Förderung der Kreislaufwirtschaft für Verpackungen basiert auf drei Säulen:

1. Intelligentes Verpackungsdesign und Reduzierung von Verpackungsmaterial

Nachhaltige Verpackungen und intelligentes Design sind zentrale Faktoren für eine Kreislaufwirtschaft. Wir wenden von Anfang an die Prinzipien des „Design for Recycling“ an, da dies der wichtigste Faktor ist, um unsere Verpackungsziele zu erreichen und wertvolle Materialien im Kreislauf zu halten.  

Wir reduzieren kontinuierlich den Verpackungsmaterialverbrauch, ohne dabei Abstriche bei Qualität, Leistung oder Sicherheit zu machen. Dazu gehört auch, den Einsatz von Kunststoff zu minimieren, wo immer dies technisch machbar ist. Während manche Anwendungen spezifische Stabilitäts- oder Barrierefunktionen erfordern, ermöglicht intelligentes Design einen höheren Anteil an recycelten oder nachwachsenden Rohstoffen bei gleichzeitiger Verbesserung der Gesamtmaterialeffizienz.

Um die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben, entwickeln unsere Verpackungsexperten zudem wiederverwendbare und nachfüllbare Lösungen mit starkem Fokus auf Langlebigkeit und optimieren kontinuierlich Transportverpackungen und Logistik.

2. Material aus nachhaltigen Quellen

Wir setzen uns dafür ein, den Anteil an recyceltem Material in unseren Verpackungen zu erhöhen, und arbeiten weiterhin auf unser globales Ziel hin, bis 2030 mehr als 35 % recycelten Kunststoff in unseren Verbraucherverpackungen zu verwenden.

Zudem weiten wir die Verwendung nachwachsender Rohstoffe wie Papier und Karton aus und setzen, wo immer möglich, biobasierte Kunststoffe und andere nachhaltige Alternativen ein. Unser Ziel ist es, dass 100 % unserer Papier- und Kartonverpackungen aus recycelten Quellen oder aus zertifizierter nachhaltiger Forstwirtschaft stammen.

3. Gemeinsam den Kreis schließen

Um die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben, streben wir an, dass bis 2030 100 % unserer Verpackungen recycelbar sind.  

Wir halten uns an anerkannte Designstandards, darunter den deutschen Mindeststandard. Die Anwendung dieser Grundsätze trägt dazu bei, Hindernisse für die Recyclingfähigkeit wie Mehrkomponentenfolien, Schrumpffolien oder Kunststoffe mit Rußanteilen zu beseitigen.  

Eine effektive Kreislaufwirtschaft erfordert zudem leistungsfähige Sammel- und Recyclingsysteme. Daher arbeiten wir mit Organisationen entlang der gesamten Verpackungswertschöpfungskette zusammen, um die Infrastruktur zu verbessern. Im Einklang mit der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) ist es unser Ziel, jede unkontrollierte Entsorgung von Verpackungsabfällen zu verhindern.  

Wir testen außerdem neue Verpackungslogos, um nachhaltigen Einkauf und ordnungsgemäße Entsorgung zu fördern, indem wir die Recyclingfähigkeit und den Recyclinganteil kennzeichnen. Darüber hinaus prüfen wir verschiedene Nachfüll- und Wiederverwendungskonzepte sowohl für den privaten Gebrauch als auch für den Einsatz im Handel sowie Lösungen für Sekundär- und Tertiärverpackungen in der Logistik.

Unser Geschäftsbereich Adhesive Technologies ermöglicht es, hochwertige Materialien im Kreislauf zu halten und Abfall in wertvolle Ressourcen umzuwandeln. Durch die Kombination unserer Materialkompetenz mit unseren innovativen Technologien bieten wir Lösungen, die eine wichtige Rolle beim Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft spielen und ein Umdenken im industriellen Design und in der Produktion vorantreiben. Unser Ansatz zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft konzentriert sich auf folgende Faktoren:  

Recycelbarkeit: Unsere leicht recycelbaren oder wiederverwendbaren Verpackungsdesign-Lösungen gewährleisten die Recycelbarkeit am Ende der Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir Lösungen für die innovative Neugestaltung von Produkten und Verpackungen, beispielsweise in Form von nachhaltigen und sicheren Lebensmittelverpackungen auf Papierbasis. Darüber hinaus bieten wir Klebstoffe an, die für das Recycling optimiert sind und die Recyclingquote sowie -qualität deutlich verbessern.  

Debonding: Eine zirkuläre Wertschöpfungskette hängt davon ab, den Wert von Materialien zu erkennen und zu erhalten. Debonding ermöglicht es, Produkte und Produktteile zu reparieren, wiederzuverwenden und zu recyceln sowie Materialien zu trennen, die nicht für das Sammelrecycling geeignet sind. Dies ist ein wichtiger Hebel, um die Nutzungsdauer von Produkten zu verlängern und den Wert von Materialien am Ende des Produktlebenszyklus zurückzugewinnen. Dies gilt insbesondere für Produkte, die hochwertige Rohstoffe enthalten, wie beispielsweise Batterien in Elektroautos. 

Erneuerbarer Kohlenstoff: Henkel ist seit 2020 Gründungsmitglied der „Renewable Carbon Initiative“. Diese Initiative zielt darauf ab, den Übergang von fossilem zu erneuerbarem Kohlenstoff für alle organischen Chemikalien und Materialien zu beschleunigen. Der Geschäftsbereich Adhesive Technologies leistet zudem Pionierarbeit bei der Entwicklung neuer Lösungen für Klebstoffe, Dichtstoffe und Funktionsbeschichtungen, bei denen fossile Rohstoffe durch erneuerbare Materialien ersetzt werden. Dies verringert den CO₂-Fußabdruck unserer Produkte und unterstützt unsere Kunden dabei, ihre Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren. Darüber hinaus tragen wir durch die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs zu einer Kreislaufwirtschaft bei.  

Biobasierte Klebstoffe: Wir haben zudem eine Reihe biobasierter Klebstoffe entwickelt. In den letzten Jahren haben wir gemeinsam mit unseren Lieferanten daran gearbeitet, das Konzept der Massenbilanz voranzutreiben. Dabei handelt es sich um ein transparentes Modell zur Nachverfolgung der Menge an zertifiziertem und nicht zertifiziertem Material entlang des gesamten Produktionsprozesses. Da dieses Prinzip den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen auf Kohlenstoffbasis in bestehenden Prozessen ermöglicht, ist es ein wichtiger Schritt für einen schrittweisen Übergang zur Nutzung nachwachsender Ressourcen. Bis Ende 2024 waren acht Produktionsstandorte unseres Geschäftsbereichs Adhesive Technologies vollständig nach ISCC PLUS zertifiziert, einem weltweit anerkannten Zertifizierungssystem für die Massenbilanz.

Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit bei Verpackungen sind nur möglich, wenn Unternehmen aus allen Phasen der Verpackungswertschöpfungskette zusammenarbeiten. Zum einen engagieren sich die Expert:innen von Henkel in mehreren branchenübergreifenden Initiativen, um Innovationen in der Verpackungsentwicklung voranzutreiben und wirkungsvolle Lösungen zu finden, die im großen Maßstab entwickelt werden können. Zum anderen hat sich Henkel mit verschiedenen Unternehmen zusammengeschlossen, die an der Verbesserung der Recyclinginfrastruktur arbeiten und so eine Kreislaufwirtschaft ermöglichen. Insbesondere in Entwicklungsländern sind entsprechende Systeme zum Recycling von Verpackungsmaterialien oft nicht vorhanden. Wir sind überzeugt, dass wir nur durch Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherstellen können, dass unsere Produktverpackungen recycelt oder wiederverwendet werden können, nachdem das Produkt verbraucht wurde.

Henkel engagiert sich auch in branchenübergreifenden Initiativen für nachhaltige Verpackungen. Ein wichtiges Beispiel ist unsere Mitgliedschaft bei der Global Commitment Initiative der Ellen MacArthur Foundation, die verschiedene Akteure der Kunststoffwertstoffkette zusammenbringt, um die Zukunft von Plastik zu gestalten und Impulse für eine Kreislaufwirtschaft zu setzen.  Weitere Initiativen sind der U.S. Plastics Pact und CEFLEX.  

Aus dem Consumer Goods Forum (CGF) gründete sich im Jahr 2020 die Plastic Waste Coalition of Action. In diesem Bündnis arbeitet Henkel anhand von „Golden Design Rules“ gemeinsam mit 43 weiteren Firmen an der Entwicklung eines stärker kreislauforientierten Ansatzes bei der Konzeption und Verarbeitung von Kunststoffverpackungen in der Konsumgüterindustrie. 

Außerdem ist Henkel ein aktiver Unterstützer der „Business Coalition for a Global Plastics Treaty“ des UN Treaty on Plastic Pollution. Zusammen mit über 170 anderen globalen Unternehmen engagieren wir uns in einem Multistakeholder-Prozess dafür, bis 2026 ein globales Abkommen über den nachhaltigen Einsatz sowie die Verwertung und das Recycling von Kunststoff entwickelt zu haben, das auch weltweit ratifiziert und umgesetzt wird. 

Darüber hinaus haben wir uns mit verschiedenen Unternehmen zusammengeschlossen, die an der Verbesserung der Recyclinginfrastruktur arbeiten und so eine Kreislaufwirtschaft ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit Handelspartnern ist für uns sehr wichtig, um eine funktionierende Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. Dazu zählt insbesondere die Mitgliedschaft im „Forum Rezyklat“ 

Auch unserer Partnerschaft mit Circular Valley dient der Förderung der Kreislaufwirtschaft sowie der Vernetzung mit lokalen und internationalen Unternehmen, Start-ups, Inkubatoren oder Think Tanks. Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Wuppertal arbeitet branchen- und technologieübergreifend daran, Stoffkreisläufe entlang bestehender Wertschöpfungsketten zu schließen, Politikempfehlungen zu entwickeln und die Öffentlichkeit nachhaltig über das Thema Kreislaufwirtschaft zu informieren. 

Im Rahmen der UK Aerosol Recycling Initiative, die von der gemeinnützigen Organisation Alupro geleitet wird, verfolgen wir mit anderen Unternehmen das Ziel, bis 2030 eine nationale Aerosol-Recyclingrate von 50 Prozent zu erreichen.

Unser Sustainability Ambition Framework

Unser 2030+ Sustainability Ambition Framework definiert den Rahmen für unsere weltweite Nachhaltigkeitsstrategie mit Schwerpunkten in den drei ESG-Dimensionen Umwelt, Soziales und Governance.