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22.09.2020

Agile Arbeitsmethoden im Unternehmensbereich Wasch- und Reinigungsmittel

In Sprints zu überzeugenden Innovationen

Das funktionsübergreifende Team bei einer Sprint-Session.

   

Die Bedürfnisse und Wünsche der Konsumenten entwickeln sich in einer globalen und vernetzten Welt immer schneller. Um Innovationen schneller in den Markt zu bringen, implementiert der Unternehmensbereich Laundry & Home Care agile Ansätze im Innovationsprozess.

Normalerweise braucht es Zeit, bis ein neues Produkt oder Servicekonzept von der ersten Idee bis zu den ersten Prototypen wächst und schlussendlich im Markt eingeführt wird. Zum Beispiel identifiziert ein Marketing-Team ein Verbraucherbedürfnis über die Marktforschung, entwickelt ein Konzept und erstellt ein Briefing; dann entwickelt ein funktionsübergreifendes Team ein dem Briefing entsprechendes Produkt und führt dieses nach einem Verbrauchertest in der Regel in ein oder zwei Ländern ein.

In unserer immer schnelllebigeren Welt ist es entscheidend, bereits zu Beginn des Innovationsprozesses in einem funktionsübergreifenden Team zu arbeiten. Eine kontinuierliche Interaktion mit Verbrauchern ermöglicht zudem Anpassungen und Verbesserungen des Prototypen, damit das Endprodukt den Bedürfnissen der Verbraucher so gut wie möglich entspricht. „Natürlich kennen wir unsere Kunden auf der ganzen Welt gut und das schon sehr lange. Aber der Markt wird immer komplexer und segmentiert sich immer weiter. Die Konsumenten wünschen sich immer individualisiertere Produkte und Services. Darum ist es wichtig, funktionsübergreifend zu arbeiten und schnell auf Trends und sich verändernde Verbraucherwünsche zu reagieren – und idealerweise bieten wir Innovationen an, die die Trends schon vorwegnehmen“, so Bruno Piacenza, Vorstandmitglied Laundry & Home Care.

Ein neuer, agilerer Ansatz bei der Entwicklung von Innovationen ermöglicht nun, noch schneller auf die Bedürfnisse der Verbraucher zu reagieren. Dieser durchläuft drei Phasen: Design Thinking, Lean Startup (oder Google Garage) und in der Implementierungsphase Scrum-Ansätze, die die Ermittlung des besten und schnellsten Wegs zur Markteinführung unterstützen. Je nach Komplexität des Projekts können diese Schritte, die in wöchentlichen Sprints stattfinden, wiederholt werden.

Agile Arbeitsmethoden

Design Thinking: Beim Design Thinking entwickeln interdisziplinäre Teams Neues, indem sie sich mithilfe verschiedener Kreativmethoden an den Bedürfnissen der Konsumenten orientieren. Komplexe Probleme der Zielgruppe lassen sich so leichter identifizieren, nachvollziehen und lösen.

Lean Start-up: Lean Management ist ein Ansatz, um Verschwendungen und nicht zwingend nötige Prozesse zu reduzieren. Ziel ist es nicht, Strukturen einfach nur zu verschlanken, sondern alle Schritte der Wertschöpfung zu harmonisieren. Lean Startup konkretisiert das Vorgehen, um zügig einfache Prototypen zu entwickeln und dann zu verbessern. Im Lean-Ansatz für Innovationen soll mit den Konsumenten ein Prototyp oder sogar eine Vorabversion der zuvor gefundenen Lösungen getestet und iteriert werden. Ziel ist es, mit den Verbrauchern die beste Lösung zu identifizieren und sie zu optimieren, bevor sie weiterentwickelt wird.

SCRUM: SCRUM ist eine agile Entwicklungsmethode aus der IT, bei der ein Team in kurzen Sprints von etwa einem Monat iterativ zusammenarbeitet, um den besten Weg zu finden, um die identifizierte Lösung zu implementieren und das Risiko des Projekts durch iterative Ansätze zu verringern. Zu SCRUM gehören feste Rollen und Ereignisse: Der Scrum Master organisiert den Rahmen, Product Owner definieren die Anforderungen und Entwickler arbeiten auf die Sprintziele hin. Alle tauschen sich in täglichen Treffen aus und betrachten am Ende retrospektiv, was sie im nächsten Sprint besser machen können.

Mattia De Dominicis, Leiter der Forschung und Entwicklung von Laundry & Home Care, hat den neuen Ansatz koordiniert und eine Reihe von Pilotprojekten organisiert: „Die Sessions mit Kollegen aus ganz verschiedenen Funktionen und mit unterschiedlicher Expertise waren nicht nur sehr inspirierend, sondern auch ausgesprochen vielversprechend", reflektiert er.

Drei Aufgaben für die Pilot-Teams

Konkret sollten die Teams drei unterschiedliche Aufgaben lösen: Eine Gruppe sollte aktuelle Trends im Waschmittelbereich weiterentwickeln, eine zweite ging der Frage nach, wie sich der Einsatz von Plastik in Verpackungen reduzieren und die Recyclingquote erhöhen lässt, und das dritte Team hat sich mit der Zukunft von Waschmittelformaten beschäftigt.

Fast genauso wichtig wie die Inhalte war bei dem Testlauf der Rahmen, der agile Zusammenarbeit ermöglichen und fördern soll:

  • In sogenannten Sprints mussten die Teams die bisherigen Annahmen durch zusätzliche externe Inspiration und Design Thinking-Ansätze erneut in Frage stellen, prototypische Lösungen entwickeln, diese mehrfach mit den Verbrauchern testen und dann die beste Richtung wählen und an einem Umsetzungsplan arbeiten. All dies innerhalb von drei Monaten.
  • Jedes Team bestand aus fünf bis acht Spezialisten aus unterschiedlichen Disziplinen und Funktionen – Marketing, Forschung und Entwicklung, Supply Chain, Einkauf. Je diverser, desto besser.
  • Die Mitglieder waren für den Zeitraum teilweise freigestellt, konnten sich auf ihr Projekt konzentrieren, sich täglich austauschen und hatten einen Extraraum dafür.
  • Jedes Team wurde von externen Partnern begleitet und in agilen Methoden sowie Design Thinking geschult.

Bevor die Teams in ihre Aufgaben eintauchen durften, bekamen sie eine Einführung in die agilen Methoden, die später genutzt werden sollten. Es folgten drei Sprint Sessions, in denen gebrainstormt wurde – unterstützt wurden die Teams dabei durch externe Inspiration sowie von ihren Coaches, die sie den gesamten Prozess über begleitet haben.

In der ersten Session kamen Experten aus den Bereichen Innovation, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft hinzu. Sie haben neue Perspektiven auf die jeweiligen Aufgaben geöffnet. Im zweiten Sprint haben Profis, die selbst Erfahrung mit agilen Methoden haben, Einblick in Design- und Geschäftsmodelle gegeben. Am Ende dieser Etappe sind bereits Prototypen entstanden, die im dritten Sprint einer kritischen Testgruppe künftiger Konsumenten präsentiert wurden: In einer Schule haben Teenager direktes Feedback zu den Ideen gegeben und so geholfen, sie zu optimieren.

Mohamed Eltonsy: „Die Arbeit im funktionsübergreifenden Team hat mir viel Spaß gemacht. Der aktive Austausch, die parallele Arbeit und der beständige Teamgeist haben uns geholfen, unsere Ziele schneller zu erreichen, als wir es gewohnt sind. Die Klarheit über die Ziele und die rechtzeitige Abstimmung mit den Sponsoren hat es jedem von uns ermöglicht, das Beste zu leisten. Wir sind stolz darauf, Teil dieses spannenden Projekts gewesen zu sein.“

Eduardo Celada: „Was ich von der Agility-Methodik ableite, ist die starke Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe. Durch häufige Treffen zu speziellen Aufgaben gewinnt man ein besseres Verständnis für die verschiedenen Funktionen und die gemeinsame Entwicklung von Lösungen. Durch die Möglichkeit, schnelle Prototypen zu erstellen und zu testen, konnten wir einen besseren Überblick über die Bedürfnisse der Verbraucher gewinnen, um unsere Ressourcen auf die Technologien zu konzentrieren, die wirklich gefragt sind.“

Katja Gerhards: „Für mich war die Consumer Journey besonders spannend. Wir hatten Speed Datings mit Konsumenten, Interaktionen mit Teenagern, die zukünftig unsere Produkte nutzen könnten, und ausführliche Interviews mit Hausfrauen und -männern mittleren Alters. All diese verschiedenen Perspektiven zu haben, hat unsere Produktvorschläge verbessert, und das hat wirklich geholfen, unsere Konzepte auszureifen und ein tiefes Verständnis dafür zu haben, was unsere Verbraucher antreibt.“

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