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09.07.2019

Fragen und Fakten zu Plastik­verpackungen und Rezyklat

„Wir stehen für einen ver­antwortungs­vollen Umgang mit Plastik“

Closing the loop

 

Kaum ein Thema wird derzeit mehr diskutiert als Plastik und die Frage, wie wir Plastikmüll in der Umwelt vermeiden können. Aus unserer Sicht gibt es dafür nur einen Weg: Wir müssen eine Kreislaufwirtschaft für Plastik schaffen, in der Kunststoff als Rezyklat wiederverwertet wird. Dazu müssen alle ihren Beitrag leisten: Kunststoffhersteller, Konsumgüterunternehmen, Handel, Verbraucher sowie Politik, die entsprechende Recyclingsysteme etablieren muss. Bei Henkel stehen wir für einen verantwortungsvollen Umgang mit Plastik: Wir nutzen möglichst viel recyceltes Material in unseren Verpackungen und stellen sicher, dass diese auch wieder recycelt werden können. Wir haben uns konkrete Ziele gesetzt und arbeiten konsequent daran, diese zu erreichen. Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt auch noch viel zu tun.

In der Öffentlichkeit werden Fragen rund um Plastikverpackungen und Rezyklat teils kontrovers diskutiert. Wir setzen auf einen offenen, sachlichen Dialog und Transparenz. Zu einigen aktuellen Fragen rund um das Thema Plastik möchten wir hier Stellung nehmen.

Manche kritisieren, Rezyklat sei nicht gleich Rezyklat. Gibt es „gutes“ und „schlechtes“ Rezyklat?

Es geht bei dieser Frage nicht um gut oder schlecht. Die Definition von Rezyklat, also aufbereiteten Plastikabfällen, ist durch eine DIN-Norm klar geregelt. Es gibt konkrete Bestimmungen und an diese halten wir uns. Natürlich gibt es aber Rezyklat-Material in unterschiedlicher Qualität.

Wo kommt das Rezyklat denn her?

Es gibt zwei Arten: Post Consumer Rezyklat (PCR), das sind Plastikabfälle aus dem Endverbraucher-Haushalt, wie zum Beispiel wiederverwertete PET-Flaschen. Wir setzen zu 99 Prozent Post Consumer Rezyklat ein.

Und was gibt es noch?

Es gibt auch noch Rezyklat aus Plastikabfällen, die in der Produktion bei anderen Unternehmen entstehen und dann wiederverwertet werden. Das nennt man Pre Consumer Rezyklat oder auch Post Industrial Rezyklat (PIR). Das nutzen wir nur in Ausnahmefällen, wenn nicht die notwendige Menge oder Qualität vorhanden ist. Der Anteil liegt bei weniger als 1 Prozent. Aus unserer Sicht dürfen wir keine Lösung kategorisch ausschließen. Jeder Kunststoff, der wiederverwertet wird und nicht in die Umwelt gelangt oder verbrannt wird, leistet einen Beitrag.

Thomas Müller-Kirschbaum

Prof. Dr. Müller-Kirschbaum, Co-Vorsitzender des Sustainability Councils von Henkel und Leiter internationale Forschung & Entwicklung Laundry & Home Care

Es gibt Kritiker, die in der Bezeichnung von Industrie-Plastikabfällen als Rezyklat eine Verbrauchertäuschung sehen. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?

Das weisen wir entschieden zurück. Es gibt zu diesem Thema eine klare DIN-Norm. Danach gelten sowohl Plastik aus Verbraucherhaushalten als auch Plastik aus der Industrie als Rezyklat. Natürlich setzen wir keine Industrieabfälle aus der eigenen Produktion als Rezyklat ein! Wir verwenden ausschließlich Kunststoffabfälle, die bei der Produktion aus anderen Industriezweigen anfallen. So wie es in den Richtlinien festgelegt ist.

Aber gerade dazu gab es doch kürzlich einen Rechtsstreit?

Um das einzuordnen: Es ging um eine einzelne Produktvariante aus unserem umfangreichen Portfolio, bei dem ein Bestandteil – nämlich das Aufhänge-Körbchen der WC-Kugeln – aus Post Industrial Rezyklat besteht. Ein Wettbewerber hat bemängelt, dass wir dafür die Bezeichnung „recycelt“ verwendet haben. Wir sind davon überzeugt, dass hier die Bezeichnung „Rezyklat“ zutreffend ist – schließlich gibt es dazu eine entsprechende DIN-Norm. Um diesen Einzelfall jedoch schnell abzuschließen, passen wir die Kommunikation zu dieser Produktvariante an. Und konzentrieren uns weiter darauf, das Thema Recycling voranzutreiben.

Wie kommen wir denn zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft?

Es gibt nicht die eine Lösung und nicht den einen Weg. Wir müssen auf verschiedenen Ebenen aktiv sein. So entwickeln wir für unsere Produkte neue nachhaltige Verpackungen. Dabei arbeiten wir eng mit Lieferanten, Verpackungsherstellern, dem Handel und wissenschaftlichen Instituten zusammen. Außerdem engagieren wir uns in branchenübergreifenden Initiativen. In Deutschland sind wir zum Beispiel Gründungsmitglied des Forum Rezyklats von dm drogerie-markt, das wichtige Industriepartner zusammenbringt. Hier werden gemeinsam konkrete Maßnahmen ergriffen, um die Wiederverwertung von Verpackungen zu erhöhen. Doch Henkel ist auf der ganzen Welt tätig und deshalb ist unser Engagement auch international, in Initiativen wie der New Plastics Economy-Initiative der Ellen MacArthur-Stiftung, der Alliance to End Plastic Waste oder auch im Rahmen unserer Partnerschaft mit der Plastic Bank.

Wir müssen das Bewusstsein in der Gesellschaft dafür schärfen, dass Plastik einen Wert hat und jeder Einzelne einen Beitrag leisten kann. Die Situation ist aber von Region zu Region sehr unterschiedlich. Während einige Länder über etablierte Recyclingsysteme verfügen, fehlt in anderen Regionen noch jegliche Infrastruktur dafür. Hier sind alle gefragt: Industrie, Politik und Verbraucher. Plastikmüll ist eine der größten globalen Herausforderungen unserer Zeit. Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam meistern.

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