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08.03.2019

Erfolgreich, engagiert, ehrlich: In der Porträt-Serie #StarkeFrauen erzählen Henkel-Mitarbeiterinnen ihre Geschichte

Die Löwenmutter

Starke Frauen: Melissa Bottroff

 

Kind und Karriere sind miteinander vereinbar – solange man ein sehr gutes Zeitmanagement hat. Das gilt umso mehr für Alleinerziehende. Auch für Melissa Bottroff war es nicht immer einfach. Doch trotz aller täglichen Herausforderungen ist sie überzeugt: „Ich führe ein selbstständiges Leben – und damit bin ich ein gutes Beispiel für meine Kinder.“

Mit das erste, was Melissa Bottroff nach der Scheidung von ihrem Mann tat, war, ihr gemeinsames Haus von ihm zurückzukaufen. „Ich wollte, dass meine Kinder gerade in dieser Zeit einen Rückzugsort haben, ein liebevolles Zuhause – in ihrer gewohnten Umgebung.“ Das sagt viel aus über die Lebenseinstellung der 40-Jährigen, die für Henkel im Vertrieb für den Bereich Klebstoff-Technologien in Australien arbeitet. Ihre Kinder sind ihre Priorität und ihre tägliche Inspiration. Und sie folgt dem Motto: Man muss wissen, was man will im Leben. Dann kann man es auch erreichen.

Denn ob als Frau in einem Geschäftsumfeld mit hauptsächlich männlichen Kollegen oder aus den Wendepunkten in ihrem Privatleben: Melissa Bottroff hat gelernt, dass Selbstvertrauen und Tatkraft die Grundlage für Erfolg sind. Für Henkel arbeitet sie seit 18 Jahren, lange als einzige weibliche Vertrieblerin in ihrem Team. Sie kann sich noch gut an ihre erste Schwangerschaft erinnern. „Das war eine interessante Zeit – viele Kollegen empfanden es erst einmal als Bürde, dass ich eine Weile ausfallen werde.“ Dabei ging sie schon sechs Monate nach der Geburt ihres Sohnes wieder arbeiten. Denn in Australien ist die Elternzeit erst vor einigen Jahren neu geregelt worden, für Melissa gab es damals kein Elterngeld. Drei Monate arbeitete sie Teilzeit, dann wieder Vollzeit. Drei Jahre später kam ihre Tochter zur Welt. Damals passte alles gut zusammen: Ihr Mann arbeitete im Spätdienst und kümmerte sich tagsüber um die Kinder. Die Schwiegermutter sprang ein, wenn es bei Melissa einmal später wurde. Das änderte sich mit der Trennung. Ihr Sohn war damals 7, ihre Tochter 4 Jahre alt.

„Ich habe meinen Chef angerufen und ihm gesagt, dass ich eine Woche Urlaub brauche. Seine Reaktion war toll, er sagte: ‚Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst.‘ Das hat mir in dieser schwierigen Situation vieles erleichtert.“

Sie nahm sich die Zeit, die sie brauchte, um ihr neues Leben als alleinerziehende Mutter zu organisieren. Nach einer Woche saß sie wieder an ihrem Arbeitsplatz. Ihr Alltag war natürlich schwieriger geworden. Denn zu ihrem Job gehört auch, viel unterwegs zu sein: für Kundenbesuche, aber auch Termine in der australischen Unternehmenszentrale. Diese liegt in Melbourne, rund 800 Kilometer von ihrer Heimatstadt Adelaide entfernt. „Anfangs ist es den Kollegen schwergefallen, sich in meine Situation hineinzuversetzen“, erinnert sie sich. „Für viele Männer ist es einfach selbstverständlich, dass ihre Frau die Kinderbetreuung übernimmt, wenn sie auf Reisen sind.“ Es habe Zeiten gegeben, in denen sie nicht reisen konnte, weil sie einfach niemanden hatte, der die Kinder betreuen konnte. Doch gemeinsam mit ihren Vorgesetzten und der Unterstützung ihrer Familie fand sie einen Weg, Job und Muttersein unter einen Hut zu bekommen. Wie all ihre Kollegen in South Australia arbeitet sie von zuhause und kann ihren Tag weitestgehend selbst organisieren. Ihre Kinder sind mittlerweile 15 und 12 Jahre alt, haben also ihre eigene Routine, wenn sie aus der Schule kommen. Dienstreisen sind aber noch immer eine Herausforderung. Meist bleiben die Kinder dann bei ihrem Bruder, dessen Haus auf dem Schulweg liegt.

 

„Eines habe ich in den vergangenen Jahren gelernt: Man darf sich nicht schämen, andere um Hilfe zu bitten. Man kann nicht immer alles alleine schaffen.“

Es habe eine Weile gedauert, bis sich die Kleinfamilie an ihr neues Leben gewöhnt hatte, sagt Melissa. Vor einer längeren Reise habe es auch manchmal Tränen gegeben. Oft lag die Herausforderung aber weniger in ihrer Ab- als vielmehr in ihrer Anwesenheit. „Meine Kinder mussten erst verstehen, dass ich zwar hier bin, aber eben arbeiten muss und nicht mit ihnen spielen kann.“ Einen Vorteil habe es allemal, als Mutter von zuhause zu arbeiten: Ihr Tag ist klar organisiert. Sobald die Kinder aus dem Haus sind, setzt sie sich an den Rechner. „Spätestens gegen halb sechs am Abend klopft meine Tochter an die Tür. Dann beginnt die Familienzeit.“

Melissa Bottroff mit ihren Kindern James und Emily

Für Melissa und ihre Kinder James und Emily ist Zeit zusammen zu verbringen ein wichtiger Teil des Tages.

 
Lange im Voraus plant Melissa Bottroff nicht – dazu erfordert ihr Alltag zu viel Flexibilität. Alleinerziehend zu sein mache vieles komplizierter, aber es habe durchaus auch Vorteile, sagt sie: „Man hat mehr Einfluss auf die Entwicklung der Kinder.“ Natürlich sei die männliche Bezugsperson wichtig. Die Kinder sehen ihren Vater regelmäßig und verbringen gerne Zeit mit ihm. Wenn im Alltag aber Entscheidungen getroffen und Diskussionen ausgetragen werden müssen, kann sie intuitiver entscheiden. Ihre Prioritäten dabei sind klar:

„Es ist mir wichtig, meine Kinder zu selbstständigen Menschen zu erziehen.“

Dabei sieht sie sich selbst als Vorbild. „Nach meiner Trennung war ich gezwungen, meinen eigenen Weg zu gehen. Es war eine große Herausforderung – aber meinen Kindern fehlt es an nichts. Wir sind eine zufriedene Familie.“

DREI FRAGEN AN MELISSA

Welcher Wert steht bei dir an oberster Stelle?

Den größten Stellenwert hat bei mir Tapferkeit. Du wirst nicht immer bei allem im Leben erfolgreich sein, aber du musst mutig genug sein, es zu versuchen.

Wer oder was inspiriert dich?

Meine Kinder. Sie sind meine tägliche Motivation und geben mir Antrieb, in meinem Job erfolgreich zu sein. Sie inspirieren mich, ein gutes Vorbild zu sein und zu zeigen, dass arbeitende Frauen einen Mehrwert für die Gesellschaft darstellen.

Was würdest du in der Welt ändern, wenn du könntest?

Wenn ich eine Sache in der Welt ändern könnte, dann wäre es, Menschen aller Nationen kostenlose Bildung zu ermöglichen – und das ganz unabhängig von ihrem Status, Geschlecht oder ihrer Erziehung.

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