Nachhaltige Verpack­ungen

Die Verpackung schützt Produkte, die uns am Herzen liegen, und hält auch Informationen bereit, wie man diese verantwortungsbewusst und sicher verwendet. Aber Verpackung muss auch ein Teil einer Kreislaufwirtschaft werden.

Verpackungen spielen in unserer modernen Lebensweise eine sehr wichtige Rolle. Ohne sie würden die meisten Produkte verderben oder beschädigt werden, bevor sie in einem Geschäft angeboten werden. In der Diskussion um eine nachhaltige Lebensweise werden Verpackung jedoch auch immer wieder als negativer Faktor identifiziert, wenn sie nach ihrer Nutzung als Abfall weggeworfen werden. Deshalb suchen Unternehmen branchenübergreifend nach Möglichkeiten, den Kreislauf zu schließen und die negativen Umweltauswirkungen von Verpackungen zu minimieren und gleichzeitig von den positiven Eigenschaften zu profitieren.

Personen mit einem Spektrum an Fähigkeiten sind daran beteiligt. Verpackungsdesigner sind dabei jedoch die Hauptakteure, wenn es darum geht, die Herausforderungen anzugehen, die nachhaltige Verpackungen mit sich bringen. Dies reicht von der Verbesserung von Verpackungen, um diese nach ihrem Gebrauch einfacher wiederzuverwerten zu können, bis hin zur Verwendung mehr recycelten Materials in neuen Verpackungen. Die Experten entwickeln Verpackungen, die die Produkte schützen und gleichzeitig einen besseren Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft: Material immer und immer wieder verwenden

Das größte Problem bei Verpackungen besteht darin, dass sie in der Regel zu Abfall werden, nachdem ein Verbraucher ein Produkt verwendet hat. Deshalb konzentrieren sich Experten für intelligente Verpackungen auch auf Designs, die für das Recycling optimiert sind. Indem Verpackungen so (weiter-)entwickelt werden, dass sie einfacher zu recyceln sind und immer mehr recyceltes Material in neuen Verpackungen verwendet wird, können Unternehmen dazu beitragen, dass Materialien länger in der Wertschöpfungskette verbleiben.

Diese Idee steht im Mittelpunkt des Modells der Kreislaufwirtschaft: Der Ansatz besteht darin, Materialien zu sammeln, nachdem sie verwendet wurden. Weiterhin sind sie so zu verarbeiten, dass sie mehrfach wiederverwendet oder recycelt werden können. Dies führt zur Abfallvermeidung und zur Reduzierung der Umweltbelastung durch Verpackungen – vorausgesetzt, es gibt leistungsfähige Recycling- und Abfallmanagementsysteme.

Unsere Verpackungsstrategie: Starker Fokus, ehrgeizige Ziele

Wir bei Henkel sind uns unserer Verantwortung in Bezug auf Verpackungen bewusst. Somit setzen wir uns für die Förderung der Nachhaltigkeit ein und streben danach, dies entsprechend einer Reihe ehrgeiziger Ziele umzusetzen. Unsere Strategie basiert auf dem Konzept der Kreislaufwirtschaft und konzentriert sich darauf Materialien aus nachhaltigen Quellen einzubeziehen und den Kreislauf anhand eines intelligenten Designs zu schließen – zum Wohle von Mensch und Umwelt.

Unsere Ziele im Bereich Verpackungen bis 2025 lauten:

  • 100 Prozent der Verpackungen von Henkel werden für Wiederverwendung und Recycling konzipiert.*
  • Wir streben an, die Menge an neuen Kunststoffen aus fossilen Quellen in unseren Konsumgütern um 50 Prozent zu reduzieren. Dafür werden wir den Anteil an recyceltem Kunststoff auf mehr als 30 Prozent erhöhen, das Volumen von Kunststoffen reduzieren und zunehmend biobasierte Kunststoffe einsetzen.

  • Wir wollen dazu beitragen, den Eintritt von Abfällen in die Umwelt zu vermeiden. Aus diesem Grund unterstützen wir Initiativen zum Einsammeln von Abfällen und zugunsten des Recyclings. Wir investieren in innovative Lösungen und Technologien zur Förderung eines geschlossenen Recyclingprozesses und möchten jedes Jahr mehr als 2 Milliarden Verbraucherkontakte 2 mit gezielten Informationen zum Recycling erreichen.

Neue Verpackungsziele für 2025

* Mit Ausnahme von Produkten, bei denen Bestandteile oder Rückstände die Recyclingfähigkeit beeinträchtigen oder Recyclingströme verschmutzen können.

Darüber hinaus ist es unser Ziel, dass 100 Prozent des Papiers und Kartonmaterials, das wir für unsere Verpackungen verwenden, aus recyceltem Material bestehen oder, falls Frischfasern erforderlich sind, aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Wir wollen außerdem Polyvinylchlorid (PVC) und andere potenziell bedenkliche Stoffe austauschen und vermeiden.

Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette: Gemeinsam stärker

Unsere Bemühungen, diese Ziele zu erreichen, werden durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus allen Branchen umgesetzt, mit der Innovationen in der Verpackungsentwicklung vorangetrieben werden sollen.

  • New Plastics Economy: Diese Initiative der Ellen MacArthur Foundation bringt verschiedene Akteure zusammen, um die Zukunft von Plastik zu gestalten und Impulse für eine Kreislaufwirtschaft zu setzen.
  • Alliance To End Plastic Waste: Henkel ist Gründungsmitglied dieser Initiative zum Umgang mit Plastikabfall. Ziel der Allianz ist es, Lösungen voranzutreiben, um Plastikabfall in der Umwelt, vor allem im Ozean, zu stoppen.
  • Forum Rezyklat: Dieses Projekt hat das Ziel, das Bewusstsein der Menschen für ein Kreislaufsystem zu fördern und besteht aus über 40 Mitgliedern, bestehend aus, Händlern, Herstellern, Entsorgern, Verpackungsherstellern und Vertretern der Politik.
  • European Plastics Pact and U.S. Plastics Pact : Diese beiden regionalen Abkommen bringen Regierungen und Unternehmen zusammen, um den Übergang zu einer zirkulären Kunststoffwirtschaft zu beschleunigen und sich zu gemeinsamen Zielen für 2025 zu verpflichten, die über die Gesetzgebung hinausgehen. Henkel gehört zu den ersten, die diesen Abkommen beigetreten sind.
  • CEFLEX :  Henkel ist Gründungsmitglied von CEFLEX, einem Konsortium aus mehr als 130 europäischen Unternehmen und Organisationen, das das Ziel verfolgt, flexible Verpackungen – die häufig aus mehreren Film- oder Folienschichten bestehen, die sich oft nur schwer trennen lassen – leichter recycelbar zu machen.
  • TerraCycle: Seit 2016 arbeitet Henkel mit dem Unternehmen TerraCycle in verschiedenen Ländern zusammen, das Recycling-Lösungen für schwer recycelbare Materialien anbietet.


Ein wichtiger Partner auf dem Weg zu einer besseren Verwertung von Abfall und zur Etablierung einer Kreislaufwirtschaft ist das Sozialunternehmen Plastic Bank. Es setzt sich dafür ein, Plastikabfall in der Natur, auch in den Weltmeeren, zu reduzieren sowie gleichzeitig Menschen in Armut neue Chancen zu bieten – vor allem in Ländern, in denen es keine oder keine ausreichende Recycling-Infrastruktur zur Abfallentsorgung gibt. Henkel ist der erste große globale Konsumgüterhersteller, der 2017 eine Partnerschaft mit Plastic Bank eingegangen ist.

Kooperation mit der Plastic Bank

Im Jahr 2021 haben Henkel und Plastic Bank begonnen, die Recycling-Infrastruktur in Ägypten zu erweitern. 2021 wurden zehn Sammelcenter in der Umgebung von Kairo eröffnet. Das Engagement soll in den nächsten Jahren stetig ausgebaut werden. Bis 2023 möchten die Partner damit eine jährliche Kapazität für 5.000 Tonnen Plastik erreichen.

Plastic Bank baut Recycling-Ökosysteme in Ländern auf, in denen es noch keine ausreichende Infrastruktur für die Abfallentsorgung gibt. Die Sammler:innen erhalten eine Vergütung für die von ihnen gesammelten Materialien, die dazu beiträgt, die Grundbedürfnisse ihrer Familien zu decken – etwa durch Lebensmittel, Brennstoff wie Kohle für die Zubereitung der täglichen Mahlzeiten, die Finanzierung des Schulbesuchs oder der Krankenversicherung. Der gesammelte Kunststoff wird als Social Plastic® aufbereitet und kann als Teil einer geschlossenen Lieferkette wieder in Produkte und Verpackungen integriert werden. Allein in Ägypten wollen Henkel und Plastic Bank über einen Zeitraum von zwei Jahren durch den Aufbau einer langfristigen Recycling-Infrastruktur rund 1.000 Arbeitsplätze schaffen, was einen direkten positiven Einfluss auf über 4.000 ägyptische Bürger:innen haben wird.

Henkel hat Social Plastic® bereits in mehrere seiner Verpackungen integriert. Die Haar- und Körperpflegemarke Nature Box war die erste Kosmetikmarke, die Social Plastic® als Verpackungsmaterial für ihr gesamtes Flaschenportfolio eingeführt hat. Hier bestehen alle Flaschenkörper zu 100 Prozent aus Social Plastic®. Unser Unternehmensbereich Laundry & Home Care ist beispielsweise mit seiner Produktreihe Pro Nature auf PET-Flaschen umgestiegen, die zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff bestehen, davon sind bis zu 50 Prozent Social Plastic®. Der Flaschenkörper der im Jahr 2021 auf den Markt gebrachten limitierten Edition des Spülmittels Pril besteht zu 100 Prozent aus Social Plastic® und der Flaschenverschluss erstmalig aus 84 Prozent Rezyklat. Im Jahr 2021 wurden 723 Tonnen Social Plastic® bei Henkel verarbeitet. Seit Beginn der Partnerschaft im Jahr 2017 waren es insgesamt mehr als 1.480 Tonnen.

Was kommt noch: Nachhaltiger werden

Verpackungen verändern sich ständig, vorangetrieben durch innovative neue Designs und steigende Erwartungen der Verbraucher. Dieser kontinuierliche Wandel eröffnet spannende Chancen, die negativen Umweltauswirkungen von Verpackungen zu minimieren. Bei Henkel erforschen Experten Möglichkeiten, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten. Dies dient dem Schutz der Produkte, die uns am Herzen liegen, und als Beitrag für den Erhalt unserer Erde.