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08.03.2019

Erfolgreich, engagiert, ehrlich: In der Porträt-Serie #StarkeFrauen erzählen Henkel-Mitarbeiterinnen ihre Geschichte

Den Herrenclub aufmischen

Starke Frauen: Denise Walsh

 

Von einer reinen Mädchenschule kam sie zum Ingenieurstudium ans Trinity College in Dublin, wo der Frauenanteil bei 15 Prozent lag. Eine Herausforderung, an der Denise Walsh gewachsen ist. Als Produktionsingenieurin arbeitet sie heute in einem oft männerdominierten Berufsumfeld und setzt sich in ihrer Freizeit dafür ein, Mädchen darin zu bestärken, ihre Träume zu verfolgen.

Bereits als Kind zeigte Denise eine hohe Problemlösungs­kompetenz und wurde von ihren Lehrern ermutigt, einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt zu setzen. Auch die Eltern hatten sie darin bestärkt. Das Technik-Gen wurde ihr wohl in die Wiege gelegt, denn sie stellt in ihrer Familie jetzt die dritte Ingenieurgeneration. Vor diesem Hintergrund fiel ihr die Entscheidung für diesen Beruf nicht schwer. „Allerdings hatte ich Aufholbedarf in einigen Fächern, die an unserer Schule nicht angeboten wurden, darunter technisches Zeichnen“, erläutert Denise. Aber trotz dieser Hindernisse ließ sie sich nicht von ihrem Weg abbringen.  

Nach der reinen Mädchenschule war das College ein Kontrastprogramm, denn die Mehrheit ihrer Kommilitonen war männlich. Sie nahm die Herausforderung sportlich und lernte, sich als Frau zu behaupten, und das wiederum half ihr, als sie ihren ersten Job als Betriebsingenieurin bei einem Öl- und Energieunternehmen antrat.

„Ich habe von Anfang an in einem männer­dominierten Umfeld gearbeitet. Aber das hat mich nicht abgeschreckt. Das College war ein gutes Training, und als ich meinen Abschluss hatte, wusste ich, wie ich mich behaupten kann.“

Dabei war Denise immer darauf bedacht, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auszubauen. Ihre Aufgabe war damals die technische Unterstützung der Feldteams, die vor Ort für die Inbetriebnahme und Wartung von Turbomaschinen für die Öl- und Gasindustrie zuständig waren. Gleichzeitig aber lernte sie, Großprojekte zu leiten. So organisierte sie beispielsweise im Rahmen ihrer Zusatzverantwortung für Gebäude und IT den Umbau ihrer Büroräume zum Großraumbüro. In ihrer Freizeit belegte Denise zusätzlich Kurse in Informationstechnologie und erwarb ein Zertifikat in Computer Engineering, um ihre Programmierkenntnisse zu vertiefen. Diese Fähigkeiten ermöglichten ihr den nächsten Karrieresprung: Sie wurde in der Mitte der Neunziger Jahre als erste Maschinenbauingenieurin bei Henkel Irland unter Vertrag genommen.    

Denise mit ihren LEAN-Moderatorenkollegen: Paul Priestley, John O’Brien und Alan Blake

„Erst nachdem ich den Job angetreten hatte, wurde mir klar, dass ich hier tatsächlich die erste Ingenieurin war. Anfangs hatte ich das Gefühl, mich beweisen zu müssen und zu zeigen, dass ich den Respekt meiner männlichen Kollegen verdiene.“


Als sie Mutter wurde, wurde es noch schwieriger, Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bringen. „Als Mutter brauchte ich manchmal ein bisschen mehr Flexibilität, und das brachte mich in eine Sonderstellung“, sagt Denise. Allerdings hat sie dabei nicht nur flexible Arbeitszeiten für ihre eigenen Bedürfnisse organisiert, sondern gleichzeitig auch einen Präzedenzfall für andere berufstätige Eltern bei Henkel geschaffen. „Heute besitze ich das Beste aus beiden Welten“, sagt sie. „Ich kann meinen Ingenieurtraum leben und Zeit mit meinen Kindern verbringen.“

Eins ihrer drei Kinder hat inzwischen ebenfalls technisches Interesse gezeigt und kann sich jetzt in der Schule für die Fächer Technologie und technisches Zeichnen entscheiden – ein klarer Fortschritt zur Schulsituation ihrer Mutter. Denise schmunzelt, wenn sie davon erzählt: „Dem Ingenieur-Gen in unserer Familie kann keiner entkommen.“

In ihrer Freizeit ermutigt Denise junge Mädchen dazu, ihren Leidenschaften zu folgen und Neues zu erleben.

 

In ihrer Freizeit engagiert Denise sich bei den irischen Pfadfinderinnen – eine Organisation, die Mädchen befähigen will, selbstbewusst zu sein und sich ihren Ängsten zu stellen – und gibt dabei das weiter, was ihr selbst als Kind vermittelt wurde. Die Pfadfinderinnen nehmen an Gruppenfahrten teil und können diverse Abzeichen erwerben, zum Beispiel für Umweltbewusstsein und wissenschaftlichen Forschungsgeist. Und es gibt sogar ein Ingenieurabzeichen! „Es ist eine tolle Möglichkeit für junge Mädchen, Selbstbewusstsein und ein positives Selbstwertgefühl zu entwickeln, um die Herausforderungen der heutigen Welt anzupacken“, findet Denise. Diese Sicherheit und Entschlossenheit hat auch sie erfolgreich gemacht, auch wenn Denise oft kämpfen musste. Was sie auf diesem Weg gelernt hat – und auch anderen Mädchen beibringen will, die in einer Männerdomäne arbeiten wollen – ist eine Erkenntnis von Henry Ford: „Egal, ob du an dir zweifelst, oder ob du denkst, du kannst es schaffen – du wirst auf jeden Fall recht behalten.“

DREI FRAGEN AN DENISE

Welcher Wert steht bei dir an erster Stelle?

Der allerwichtigste Wert ist für mich Gleichheit. Ich glaube daran, dass alle Menschen das Recht haben, wertgeschätzt und respektiert zu werden und Zugang zu gleichen Chancen zu haben, um das Beste aus ihrem Leben und ihren Begabungen zu machen – ungeachtet ihrer Ethnie, Religion, Sprache oder Nationalität und unabhängig von ihrem Geschlecht oder irgendeinem anderen Status.

Wenn du eine Superkraft haben könntest, welche wäre das?

Ich glaube, wenn ich eine Superkraft besitzen dürfte, dann wäre das die Fähigkeit zur Teleportation: Das Leben wäre so viel einfacher, wenn man nicht so viel Zeit mit Pendeln und im Stau verbringen müsste.

Wenn du dein 11-jähriges Selbst treffen könntest, welchen Rat würdest du ihm geben?

Ungefähr so: „Zerbrich dir nicht über Kleinigkeiten den Kopf und vertraue deinem Instinkt.” Es ist so wichtig, groß zu träumen, weniger zu grübeln und den Mut zu haben, das zu tun was man tun will, weil es einem Spaß macht. Natürlich wirst du immer Momente des Scheiterns, der Trauer und großer Herausforderungen erleben, aber so ist das Leben. Ein irisches Sprichwort beschreibt es so: „Was für dich bestimmt ist, das wird dich auch finden.“

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