Logistik und Transport

Ein wichtiges Ziel unserer Transport- und Logistikkonzepte ist, unsere Emissionen zu verringern.

  • Optimierung unseres Logistik-Fußabdrucks

  • Ausweitung intermodaler Transporte

  • Optimierung des Fußabdrucks unserer Lager

  • Kontinuierliche Optimierung des Transportwesens

  • Digitale Tools für eine verbesserte Logistik

  • Alternative Antriebsarten

Die Reduzierung unseres Logistik-Fußabdrucks beginnt bereits bei der Produktentwicklung. Deshalb arbeiten wir an Produkt- und Verpackungsoptimierungen hinsichtlich des Gewichts und Volumens, soweit dies ohne Einschränkung der Leistung, Handhabbarkeit oder Stabilität möglich ist. Konzentriertere Produkte und leichtere Verpackungen sparen Transportgewicht und damit CO2-Emissionen. Darüber hinaus trägt die Verbesserung unserer Logistikstrukturen zur Senkung von Transportemissionen bei. Dazu berücksichtigen wir auch die Lage unserer Produktionsstandorte: Bei eher großvolumigen Produkten reduzieren wir durch regionale Produktionsstandorte die Transportwege und die damit verbundenen Umweltbelastungen. Bei kompakten Produkten erhöhen wir die Effizienz in der Produktion, indem wir diese Produkte möglichst zentral herstellen. Für den Transport und die Logistik fertiger Waren konzentrieren wir unsere Aktivitäten auf drei wesentliche Treiber:

  • Ausweitung intermodaler Transporte,
  • Verbesserung unseres Lagernetzwerks,
  • kontinuierliche Optimierung des Transportwesens.

Wir verstärken diese drei Treiber durch eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und Kunden, mit denen wir gemeinsam Logistikprojekte umsetzen. Dabei nutzen wir auch fortschrittliche digitale Lösungen und verwenden alternative Antriebsarten beim Transport. Bei der Auswahl unserer Transportpartner achten wir auf deren Leistungen in den Bereichen Effizienz sowie Umweltschutz und Sicherheit. Entsprechende Kriterien sind Teil unserer Ausschreibungs- und Auswahlverfahren beim Einkauf von Logistikdienstleistungen.

Der intermodale Verkehr kombiniert mindestens zwei Verkehrsträger. Bei Henkel bedeutet das die zunehmende Verlagerung von der Straße auf die Schiene: Ein Lkw bringt die zu transportierende Ware zum nächsten Bahnverladeterminal. Von dort wird die lange Strecke mit der Bahn zurückgelegt, bevor ein zweiter Lkw die Ware am Bestimmungsort abholt und an den Kunden ausliefert. Damit nutzen wir den geringeren CO2-Fußabdruck der Bahn gegenüber dem eines Lkw, wodurch bei gleichem Gewicht der Ware rund ein Drittel des CO2-Ausstoßes eingespart wird. Daher stellt der intermodale Transport einen Schlüsselfaktor für die CO2-Verringerung in der Logistik von Henkel dar. Mittels spezieller Ausschreibungen erschließen wir zusätzliche Bahnstrecken in Europa für die Verlagerung auf den intermodalen Transport. 2021 haben wir diese Bemühungen weiter intensiviert. So werden seit Mai 2021 Wasch- und Reinigungsmittel, die an unserem Standort im serbischen Kruševac produziert werden, mit dem Lkw nach Wien transportiert und gelangen von dort auf dem Schienenweg nach Düsseldorf. Durch dieses Konzept konnten 2021 etwa 280 Tonnen COeingespart werden. Für Henkel ist dieses Projekt ein wichtiger Schritt zur Ausweitung des intermodalen Verkehrs, da zuvor auf der Strecke ausschließlich Lkw eingesetzt wurden. Darüber hinaus haben wir den Anteil intermodaler Transporte auf der Strecke Ungarn–Düsseldorf um 360 weitere Transporte im Jahr erhöht.

Die Auswahl der Standorte von Warenlagern und Verteilzentren zielt darauf ab, die Routen zwischen Produktionsstandorten und Kunden zu optimieren. Sogenannte „Wall-to-Wall“-Konzepte, bei denen sich das Lager direkt an die Produktionsanlage anschließt, minimieren die Transportwege. Wo dies nicht möglich ist, erzielen wir Synergien, indem wir Transporte zwischen einzelnen Werken und Lagern unternehmensweit zusammenlegen. Des Weiteren nutzen wir das „Mega Warehouse“-Konzept, bei dem wir in wenigen Hauptverteilzentren Produkte bis zur rechtzeitigen Lieferung der jeweils benötigten Menge an die Außenlager und an den Handel lagern.

Wir steigern die Auslastung unserer Frachtcontainer durch die Ausweitung unserer „Pooling“-Aktivitäten kontinuierlich. Dazu gehören das gezielte Zusammenlegen von Transport und Lagerung von ähnlichen Produktkategorien innerhalb von Henkel sowie der gemeinsame Transport mit anderen Herstellern. Darüber hinaus optimieren wir unsere Prozesse durch eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Die dadurch erreichten Synergien bei Lagerung, Versand und Transport stellen sicher, dass besser ausgelastete Lkw zu den Zentrallagern unserer Kunden fahren. Des Weiteren mieten wir Paletten an, statt sie zu kaufen. So wird deren Einsammlung effizienter und der Umgang mit beschädigten Paletten verbessert. Wo immer es möglich ist, nutzen wir wiederverwendbare Kartonpaletten anstelle von Holzpaletten. Diese sind aufgrund ihres niedrigeren Gewichts einfacher zu handhaben und tragen zu einem geringeren Treibstoffverbrauch bei. In den letzten Jahren haben wir unsere Palettennutzung weiter optimiert und verschiedene Lösungen implementiert, um die Gesamtnutzung der Paletten zu reduzieren und ihre Wiederverwendungsquote zu erhöhen.

Mithilfe einer unternehmensweiten IT-Lösung können wir die CO2-Emissionen unserer Logistik systematisch erfassen und unsere Transportplanung und -umsetzung über alle Unternehmensbereiche und Länder hinweg noch effizienter gestalten. Insbesondere eine höhere Lkw-Auslastung sowie optimierte Routen spielen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung der Transportkilometer, der Verringerung des Treibstoffverbrauchs und der Einsparung von CO2.

Zur Darstellung unserer Fortschritte nutzen wir ein digitales Instrument, das auf Basis der Norm DIN EN 16258 die Umweltauswirkungen von Transporten aller Verkehrsträger ermittelt. Als Input werden tatsächliche Entfernungen auf der Basis von GPS-Daten, länderspezifischer Emissionsfaktoren sowie Daten der jeweiligen Verkehrsträger verwendet. Dies ermöglicht uns, Transparenz und Vergleichbarkeit von Daten in der gesamten Branche zu fördern und unseren Fortschritt bezüglich der Erreichung unseres Emissionsziels besser nachzuverfolgen. Bis Ende 2021 verringerte Henkel seine transportbedingten Emissionen um rund 14 Prozent pro Tonne Produkt gegenüber dem Jahr 2015. Für die Berechnung unserer logistischen Emissionen wird seit 2021 eine neue Methodik unseres Dienstleisters ETW verwendet. Indem wir die Werte für das Vorjahr neu berechnet haben, soll eine zuverlässige Verfolgung der erreichten Fortschritte bei diesem Ziel ermöglicht werden. Die Fortschritte im vorangegangenen Zielzeitraum von 2015 bis 2020 sind davon nicht betroffen.

Neben der Verwendung fortschrittlicher digitaler Tools ist auch die Verwendung alternativer Antriebsarten Teil unseres Ansatzes zur Optimierung von Transport und Logistik. Daher führen wir Tests an unseren Standorten durch, um die Einsatzfähigkeit von Fahrzeugen mit alternativen Antriebsarten zu überprüfen. An unserem Unternehmenssitz in Düsseldorf haben wir beispielsweise seit 2012 rund 43 Elektroautos in den internen Fuhrpark aufgenommen, um konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zu ersetzen. 2021 wurden auch die ersten firmeneigenen Transportfahrzeuge auf rein elektrischen Betrieb umgerüstet. Eine entsprechende Infrastruktur mit über 120 Ladeplätzen haben wir im und um den Industriepark errichtet, davon zehn in Kooperation mit den Stadtwerken Düsseldorf. Mit unserer Fahrzeugrichtlinie für Elektro- und Hybridautos ermöglichen wir unseren Mitarbeiter:innen in Deutschland darüber hinaus, ein Elektro- oder Hybridfahrzeug als Firmenwagen zu fahren.

Im Jahr 2019 wurde das erste wasserstoffbetriebene Fahrzeug Teil des internen Fuhrparks unseres Werks in Düsseldorf sowie eine Wasserstofftanksäule installiert. Zur Förderung der wasserstoffbasierten Mobilität beteiligte sich Henkel in den letzten Jahren aktiv an verschiedenen Initiativen und Forschungsprojekten, zum Beispiel „Modellregion Wasserstoffmobilität NRW Düssel.Rhein.Wupper“. Für unseren Logistikbedarf geeignete Wasserstoff-Mobilitätslösungen sind derzeit allerdings noch nicht in Serienreife verfügbar. Daher untersuchen wir mehrere Alternativen für nachhaltige Logistik, die bereits jetzt eingesetzt werden können.

Konventionelle Verbrennungsmotoren, die mit hauptsächlich aus Methan bestehendem komprimiertem Erdgas (CNG) betrieben werden, stellen eine der Technologien dar, die wir auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Mobilität in unserer Geschäftstätigkeit nutzen. Von allen fossilen Brennstoffen produziert CNG am wenigsten CO2. Auf der Strecke zwischen Serbien und Österreich setzten wir daher seit 2021 kontinuierlich CNG betriebene Lkw für Lieferfahrten ein. Durch die Nutzung eines CNG betriebenen Lkw können auf dieser Strecke etwa 14 Prozent CO2-Einsparungen gegenüber der Nutzung eines herkömmlichen Dieselfahrzeugs erzielt werden. Als weitere alternative Antriebsart setzt Henkel mit Flüssigerdgas (LNG) betriebene Lkw ein. Seit 2020 fahren zwei LNG betriebene Lkw auf unseren Versorgungsrouten von Düsseldorf nach Bönen, Deutschland, und Barcelona, Spanien. Die Technologie ermöglicht im Vergleich zu konventionellen Diesel-Lkw CO2-Einsparungen von 20 Prozent. 2021 wurde von der Standortlogistik Düsseldorf ein weiterer LNG-Lkw in Betrieb genommen, der ebenfalls auf der Versorgungsroute Düsseldorf–Bönen eingesetzt wird. 

Neben dem Transport an externe Standorte nutzen wir auch innerhalb unserer Unternehmensgelände alternative Transportarten, um interne Lieferungen zu tätigen. Mit Blick auf die Mobilität der Zukunft sind wir bestrebt, durch die Einführung eines ganzheitlichen, modernen und nachhaltigen Konzepts zur Förderung der Mobilität unserer Mitarbeiter:innen weitere transportbedingte Emissionen zu senken.