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08.12.2021

Wie sich das RISE-Netzwerk in der gesamten Henkel-Welt für Chancengerechtigkeit einsetzt

Gemeinsam stark für Chancengleichheit

Freundliche Kollegen geben sich ein High Five.

   

Aus einer zufälligen Begegnung erwuchs eines der erfolgreichsten internen Netzwerke von Henkel: Katharina Dörner, Tabea Heise und Ekaterina Vorobeva sind die Gründerinnen von RISE, einem Netzwerk, das sich für eine integrative Kultur und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis auf allen Hierarchieebenen starkmacht. Ein Gespräch darüber, was RISE bisher bewirkt hat und was noch getan werden muss, um die Dinge langfristig positiv zu beeinflussen.

Was steckt hinter dem Konzept von RISE und wie ist es dazu gekommen?

Ekaterina: RISE begann im November 2019 und war zunächst nicht mehr als ein lockeres Mittagessen unter Kolleginnen. Wir tauschten uns über unsere berufliche Vergangenheit aus, über Schwierigkeiten und Hürden – und obwohl wir sehr unterschiedliche Hintergründe und Karrierewege haben, stellten wir fest, dass die Herausforderungen ziemlich ähnlich waren.

Tabea: Wir erkannten, dass wir alle vor unterschiedlichen Herausforderungen standen, die aber letztendlich eine gemeinsame Ursache hatten: die mangelnde Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz. Obwohl das Unternehmen sich bereits stark für die Förderung von Vielfalt und Ausgewogenheit engagiert, hatten wir alle das Gefühl, dass es in diesem Bereich noch mehr zu tun gibt. Und uns wurde schnell klar: Wir wollten uns nicht nur beschweren, sondern etwas unternehmen.

RISE ist ein Netzwerk, das die Gleichstellung der Geschlechter innerhalb des Unternehmens fördert und Chancengleichheit für Frauen schaffen möchte. Aber es ist ein offenes Netzwerk, dem auch Männer beitreten können. Habt ihr darüber nachgedacht, es zu einem ausschließlich weiblichen Netzwerk zu machen?

Ekaterina: Unsere Mission ist eine Führungsebene mit einem ausgeglichenen Verhältnis der Geschlechter. Wir wollen eine integrative Kultur fördern, damit jede:r die gleichen Karriereperspektiven hat und „aufsteigen“ kann.  Aus diesem Grund haben wir den Namen RISE gewählt. Die entscheidende Argumentation bei der Frage, wer einbezogen werden soll, war: Kann man wirklich glaubwürdig das Thema Inklusivität vertreten und gleichzeitig Menschen ausschließen? Ich glaube nicht.

Ekaterina Vorobeva

   

Wir wollen eine integrative Kultur fördern, damit jede:r die gleichen Karriereperspektiven hat und „aufsteigen“ kann

   
Tabea: Natürlich ist die Förderung von Frauen für uns entscheidend, und wir alle haben eine weibliche Perspektive. Aber wir brauchen Männer, die als Verbündete agieren und verstehen, dass auch sie von Gleichstellung profitieren. Wir hatten kürzlich eine Online-Veranstaltung zum Thema Vaterschaftsurlaub. Es kamen so viele Fragen von Männern – auch dazu, ob ein Vaterschaftsurlaub die Karriere beeinträchtigen könnte. Wir wollen integrativ handeln und zusammenarbeiten – nur gemeinsam können wir unser Ziel erreichen.

Katharina: Es gibt noch einen weiteren Aspekt: Wir alle wissen, wie wichtig Networking für die berufliche Weiterentwicklung ist, insbesondere in so großen Unternehmen wie Henkel. Es gibt Studien, die zeigen, dass sich Frauen nicht so gut vernetzen wie Männer. Deshalb ist es wichtig, eine Vernetzung über Hierarchieebenen hinweg zu ermöglichen, da Frauen oft nicht die richtigen Netzwerke und die angemessene Sichtbarkeit haben.

Ihr habt RISE in weniger als zwei Jahren von einer Idee zu einem globalen Netzwerk mit 1.000 Mitgliedern in fünf Regionen entwickelt – wie habt ihr das geschafft?

Tabea: Der Gründungsprozess war viel weniger zeremoniell als man vielleicht denken würde. Es lief ganz praktisch ab: Wir wollten uns darüber klar werden, was genau wir ändern möchten, den Austausch suchen und als Botschafterinnen für Gleichberechtigung eintreten. Wir waren überrascht, wie einfach es für uns war, Unterstützung zu erhalten – alle haben die Idee sofort verstanden. Aber es gab noch viel zu tun. Schwieriger als die ersten Schritte war es, einen genauen Plan zu entwickeln, wie wir die Begeisterung und das Engagement im Unternehmen optimal nutzen können. RISE wurde offizieller, als wir die Idee unserer CHRO Sylvie Nicol vortrugen. Sie war sofort begeistert und hat uns unterstützt.


Das RISE-Netzwerk organisiert regelmäßig virtuelle Coffee & Connect-Events zu ganz verschiedenen Themen wie Karriereplanung oder mentale Gesundheit.

Was genau macht RISE?

Tabea: RISE hat drei Kernfelder: Bewusstsein und Kommunikation, Networking und Veranstaltungen sowie Mentoring. Bewusstsein und Kommunikation konzentrieren sich auf die Sensibilisierung für den Status quo und den Bedarf an Veränderungen. So informieren wir beispielsweise über Themen wie unbewusste Voreingenommenheit (Unconscious Bias). Networking und Veranstaltungen finden derzeit virtuell statt, da unser Netzwerk in der COVID-Krise entstanden ist: Alle vier bis acht Wochen organisieren wir „Coffee & Connect“-Sessions, in denen wir verschiedene Aspekte einer geschlechtergerechten Führung behandeln, vom Aufbau vielfältiger Teams bis hin zu angemessener Bezahlung. Wir laden interne und externe Referenten ein, die ihre Sichtweise darlegen und dem Publikum Rede und Antwort stehen. Wir versuchen, Tipps zu geben, die für alle Geschlechter relevant sind, und den Menschen einen Ausgangspunkt für ihre eigenen Entscheidungen zu bieten.

Tabea Heise

   

Wir versuchen, Tipps zu geben, die für alle Geschlechter relevant sind, und den Menschen einen Ausgangspunkt für ihre eigenen Entscheidungen zu bieten.

   
Katharina: Wir haben auch ein Mentoring-Programm. Mentorinnen und Mentoren stellen ihre Fähigkeiten, ihren Standort und ihr Verständnis von Führung auf einer digitalen Plattform vor, und interessierte Mentees können sich direkt an sie wenden. Sobald sie miteinander vernetzt sind, stellt sich zwischen Mentor:in und Mentee eine ganz persönliche Verbindung und Art der Zusammenarbeit ein, bei der sie gemeinsam an bestimmten Themen arbeiten.

Was sind eure Zukunftspläne für RISE?

Ekaterina: Wir wollen ein zentrales Netzwerk innerhalb von Henkel sein und so letztendlich allen Menschen im Unternehmen die Möglichkeit bieten, sich mit anderen zu vernetzen. Wir wollen auch ein Sparringspartner für HR und das Top Management sein. Wir sind aus dem Unternehmen heraus entstanden und haben die Herausforderungen auf der Arbeitsebene identifiziert. Wir geben Feedback, wir haben Ideen – aber wir sind auch Vermittlerinnen: Wir können Initiativen des Unternehmens aufgreifen und diese in und mit unserer Gruppe fördern.

Was war euer denkwürdigster Moment mit RISE?

Tabea: Da fällt mir sofort etwas ein. Einer meiner Lieblingsmomente des letzten Jahres, und wahrscheinlich aller Zeiten, war eine „Coffee & Connect“-Sitzung kurz vor Weihnachten 2020. Unser Thema war mentale Gesundheit. Denn natürlich war 2020 für viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen ein extrem herausforderndes Jahr. Und wir wollten uns ein wenig Zeit nehmen, um uns auszutauschen, die Herausforderungen zu benennen und uns Gedanken zum Thema Selbstfürsorge zu machen. Katharina erzählte davon, wie sie sich als Mutter gleichzeitig um ihre Familie und ihre Karriere kümmert. Ein Expat schilderte uns, wie hart er ihn die Trennung von seiner Familie traf. Und wir hatten eine neue Mitarbeiterin, die berichtete, dass sie ihr Team noch nie persönlich getroffen hatte. Das war einer der authentischsten, echtesten und erstaunlichsten Momente für mich – denn alle drei Erfahrungsberichte waren so offen und verletzlich. Es wurde darüber gesprochen, wie einsam man sich manchmal fühlt und dass es Tage gibt, an denen es einem schwerfällt, sich zu motivieren und nach vorne zu gucken. Im Geschäftsleben geht es immer um Effizienz und Ergebnisse. Es gibt wenig Platz für Verletzlichkeit. Wir alle wissen, dass es im Leben jedes Menschen solche Momente gibt, aber wir sprechen nicht darüber. Hier haben alle eine Stunde lang ihre Rollen beiseitegeschoben und nur darüber gesprochen, was sie gefühlt haben und was das mit ihnen gemacht hat. Es gab Tränen, aber niemand schämte sich. Im Gegenteil, das Feedback war sehr positiv und es gab den Kolleg:innen ein Gefühl der Verbundenheit. Das hat uns darin bestärkt, dass das, was wir tun, relevant ist.

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