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15.12.2020

Wie COVID-19 die Rolle der sozialen Netzwerke verändert

Die Magie des Networkings

Zwei Kollegen unterhalten sich an einem modernen Arbeitsplatz im Büro.

   

Lockdown, Home Office und Social Distancing sind die prägenden Schlagwörter unserer Zeit. Trotzdem möchten Menschen ihre Kontakte pflegen und miteinander im Austausch bleiben. Die sozialen Netzwerke werden immer wichtiger, um auch in Corona-Zeiten mit anderen in Verbindung zu bleiben. Digitale Netzwerke können dabei eine ganz neue Welt eröffnen – für Menschen ebenso wie für Unternehmen. Welche Rolle „Social Advocacy“ dabei spielt und wie das Konzept Mitarbeiter*innen und Unternehmen gleichsam unterstützen kann, erzählt uns Sarah Goodall, Expertin für Mitarbeiteraktivierung in sozialen Medien.

Bei den Mitarbeiter*innen, die ins Home Office umgezogen sind, ist die Nutzung von sozialen Netzwerken enorm gestiegen: weil sie ihre Kunden nicht mehr treffen konnten, weil Begegnungen mit Messebesucher*innen und Konferenzteilnehmer*innen fehlten, weil die Teams sich nur virtuell besprechen konnten, weil der informelle Austausch am Kaffeeautomaten oder im Gang unmöglich ist. Über die sozialen Medien können die Menschen trotz der räumlichen Distanz in Verbindung bleiben – sowohl intern mit den Kolleg*innen als auch im externen Austausch. Unternehmen haben daher ihre Mitarbeiter*innen schneller als geplant unterstützt, sich in den sozialen Medien noch souveräner zu bewegen und in Sachen „Social Advocacy“ fit zu sein.

Sarah ist Gründerin und CEO von Tribal Impact Ltd., einer Agentur, die B2B Unternehmen dabei unterstützt, Mitarbeiter als Influencer auf Social Media zu aktivieren.

Was genau ist eigentlich Social Advocacy?

Bei Social Advocacy geht es darum, sich in den sozialen Medien positiv über seine Lieblingsmarke zu äußern. Und wenn dies die Mitarbeiter*innen des eigenen Unternehmens tun, nennt man das Employee Advocacy. Die Umsetzung dieses Konzepts findet schon eine ganze Weile im Netz statt, aber durch die Pandemie hat sich der Trend noch zusätzlich verstärkt.   


Von Social Advocacy profitieren beide: das Unternehmen und seine Mitarbeiter*innen. Diese haben die Möglichkeit, sich auf sozialen Plattformen wie LinkedIn und Twitter zu positionieren und stärken dabei gleichzeitig die Reputation ihres Unternehmens.

Warum ist das in der Geschäftswelt so wichtig?

Früher hatten die Unternehmen Markenauftritte bei Twitter und LinkedIn – und das war‘s dann im Prinzip auch schon. Aber nur einem unpersönlichen Unternehmenskanal zu folgen, der mit einem Logo anstatt mit einem Gesicht versehen ist, macht weniger Spaß. Die Leute wollen im Netz realen Menschen folgen, authentische Inhalte lesen und echte Gespräche führen. Mitarbeiter*innen bieten diese Authentizität. Dadurch hat sich der Social Media-Schwerpunkt verändert: Heute fördern Unternehmen das Medienengagement ihrer Mitarbeiter*innen und können so die Menschen hinter dem Logo zeigen – mit ihren vielfältigen Fähigkeiten und Persönlichkeiten. Und an diesem Punkt wird es spannend, denn die Kompetenz der eigenen Fachleute wird nicht mehr nur behauptet: Stattdessen lässt das Unternehmen seine Expert*innen ins Rampenlicht treten und ermöglicht ihnen, sich zu positionieren.

Und es gibt einen weiteren Trend, der Social Advocacy für die Geschäftswelt so wichtig macht, und das ist der digitale Einkauf. Durch die digitalen Plattformen sind Unternehmen gläsern geworden, denn die Informationen über sie und ihr Angebot stehen im Netz und sind frei zugänglich…...

….. also sozusagen das Tripadvisor-Prinzip auf Unternehmensebene?  

Genau. So wie wir uns als Privatpersonen die Bewertungen von Reisezielen und Hotels ansehen, bevor wir einen Urlaub buchen, durchforsten auch Profi-Einkäufer*innen das Netz nach einschlägigen Videos,  Profilen von Expert*innen und Informationen über Verkäufer*innen. Außerdem führen sie Gespräche mit Branchenkolleg*innen und stellen Fragen in relevanten Foren. Diese vielen Informationsquellen machen Unternehmen sehr transparent. Deshalb ist es zwingend notwendig, den eigenen Auftritt in den digitalen und sozialen Medien proaktiv zu gestalten.

Können denn einzelne Mitarbeiter*innen wirklich so viel bewegen?

Die Reichweite von Social Advocacy sollte man nicht unterschätzen. Mitarbeiter*innen haben tausende Kontakte in den sozialen Netzwerken: Sie lesen was andere schreiben, sie teilen, sie kommentieren, und sie sorgen dafür, dass ihr Unternehmen relevant bleibt. Sie stehen mit den Kunden in Verbindung und erfassen dabei auch neue Trends und Entwicklungen – und zwar schneller als ihre Marketing-Abteilung.  Außerdem verrät es eine Menge über ihr Unternehmen, wenn die Mitarbeiter*innen Lust haben, berufliche Informationen über Social Media zu teilen. Es ist eine großartige Botschaft an potenzielle Mitarbeiter*innen und sorgt für einen klaren Wettbewerbsvorteil im Kampf um talentierte Köpfe.      

Viele Mitarbeiter*innen sind eher zögerlich, sich auf Online-Plattformen über ihren Job zu äußern. Wie kann der Arbeitgeber sie befähigen, erfolgreich auf der Klaviatur der sozialen Medien zu spielen?

Es ist wichtig, im Blick zu behalten, dass der digitale Transformationsprozess nicht nur Technologien, sondern auch Menschen betrifft. Im ersten Schritt gilt es, eine digitale Lösung aufzusetzen, die den Mitarbeiter*innen attraktiven Content an die Hand gibt: Blogs, Videos, Inhalte mit unternehmensbezogenen und allgemein relevanten Themen. Wenn die Technologie einsatzbereit ist, muss man im nächsten Schritt die Mitarbeiter*innen schulen damit umzugehen: Sie müssen wissen, wie man hochwertigen Content postet, der für die eigenen Netzwerke einen Mehrwert darstellt.


Im Home Office ist eine digitale Visitenkarte so relevant wie nie: Sie kann dabei helfen, das interne und externe Netzwerk der Mitarbeiter*innen auszubauen.

Und was haben Mitarbeiter*innen davon?

In den sozialen Medien aktiv zu sein, hat viele Vorteile für die Mitarbeiter*innen. Heutzutage machen Menschen sich bereits vor dem persönlichen Kennenlernen ein Bild voneinander aus dem Netz. Entsprechend ist die Bedeutung der Online-Plattformen gewachsen, sodass der Social-Media-Auftritt heute tatsächlich unsere digitale Visitenkarte darstellt. Dieses Markenimage gilt es aufzubauen und zu pflegen, um die eigene Reputation über einen längeren Zeitraum zu verwalten. Die Menschen möchten nicht nur lesen, was andere über ihre eigenen Leistungen und Fachkenntnisse zu sagen haben. Sie möchten sich vielmehr selbst davon überzeugen, wie souverän sie mit ihrem Wissen umgehen, und wie sie sich in virtuellen Diskussionen über Fachthemen einbringen. Und noch einen Nutzen hat es für die Mitarbeiter*innen: Social Advocacy hilft ihnen, das eigene Netzwerk aufzubauen und zu pflegen.

Was macht denn das soziale Netzwerken so spannend?

Ein digitales Netzwerk kann ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Vielleicht wird man eingeladen, einen Vortrag zu halten, ein Buchkapitel zu schreiben, ein Seminar zu geben, das eigene Wissen zu teilen, Veränderungen zu bewirken …. beim Netzwerken können ganz überraschende Dinge geschehen. Es öffnet Augen und Türen. Deshalb sollte man seine Kundenbeziehungen pflegen, sich inspirieren lassen und so die Magie des Networkings erleben.

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