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23.07.2020

Wie digitale Formate die Weiterbildung individueller, einfacher und effektiver machen

Lernen als Kulturfrage

Wie digitale Angebote die Weiterbildung bei Henkel individueller, einfacher und effektiver machen

   

Schon seit einigen Jahren setzt Henkel neben klassischen Präsenzformaten auch auf virtuelle Angebote zur Weiterbildung der Mitarbeiter weltweit. 2019 ging eine moderne, intuitive und nutzerfreundliche Plattform an den Start, die neben eLearnings, Podcasts und Videos auch virtuelle Austauschformate beinhaltet. Eine Investition in die digitale Transformation des Unternehmens. Doch so wie Lernen nie wirklich zu Ende geht, ist auch die Arbeit am Henkel Learning Hub mit dem Launch nicht getan. Wir werfen einen Blick auf die aktuelle Nutzung und künftige Ideen zur Weiterentwicklung.

In einer Welt im Wandel stoßen klassische Konzepte an ihre Grenzen: Seit jeher ist „Lernen“ etwas, das wir in Schule, Berufsausbildung und Universität tun – als Vorbereitung auf die Arbeitswelt, in der wir das Gelernte schließlich anwenden sollten. In einer digitalisierten, innovationsgetrieben und agilen Arbeitswelt aber erscheint die klassische „From Hire to Retire“-Karriere, in der Mitarbeiter für viele Jahrzehnte eine Rolle ausfüllen, kaum mehr möglich.

„Fast alle Rollen im Unternehmen werden sich in den nächsten Jahren stark verändern“, sagt Lucas Kohlmann, Global Head of HR Strategy, Leadership, Talent Management and Diversity & Inclusion bei Henkel. „Das ist natürlich eine Herausforderung. Wir möchten alle Mitarbeiter unterstützen, diese Entwicklungen zu verstehen und aktiv daran teilzuhaben“, ergänzt Lucas. „Sie sollen mit der Transformation wachsen können.“

Präsenztrainings und digitale Lernformate gehen bei Henkel Hand in Hand

Auch wenn digitale Lernformate immer häufiger eingesetzt werden, wird es weiterhin Präsenztrainings geben, um zum Beispiel den direkten Austausch unter Kollegen zu fördern.

Henkel hat im vergangenen Jahr eine globale Lernplattform an den Start gebracht, die allen Mitarbeitern weltweit Zugriff auf mehr als 4.000 Lernmodule bietet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Themen der digitalen Transformation, aber auch auf fachspezifischen Themen, die von den einzelnen Bereichen in Kooperation mit der Personalabteilung erarbeitet werden, sowie persönlichen und professionellen Fähigkeiten wie agile Arbeitsmethoden, Präsentationstrainings oder Remote Leadership. Auch auf Angebote von LinkedIn Learning oder TED Talks kann über die Plattform zugegriffen werden.

Vorgaben, wann oder wie lange gelernt werden soll, gibt es nicht. Ziel ist vielmehr, Lernen als wichtigen Teil der alltäglichen Arbeitskultur zu etablieren. Denn in einer sich ständig verändernden Wirtschaft ist die Weiterbildung der Mitarbeiter Teil der Aufgabe und die Voraussetzung für Unternehmen, langfristig erfolgreich zu sein und künftige Entwicklungen gestalten zu können.

Inga Höltmann, Expertin für New Work und Neues Lernen, Gründerin der Accelerate Academy

Arbeiten und Lernen kann man heute nicht mehr getrennt betrachten. Wir werden morgen Wissen und Fähigkeiten benötigen, von denen wir heute noch gar nicht wissen, wie sie aussehen. Eine Kultur des Lernens im Alltag zu etablieren heißt aber auch, Silos aufzubrechen und Wissen für alle verfügbar zu machen. Dieser Prozess benötigt Zeit – und ein klares Bekenntnis seitens der Organisation.

Die Lernplattform war also eine Investition in die Zukunft von Henkel. Und eine, die genau zur richtigen Zeit kam. Denn einige Monate nach ihrem Start kam die Corona-Pandemie – und machte Präsenztrainings vorerst unmöglich.

Gleichzeitig stiegen die Nutzerzahlen auf der Lernplattform. Lernen, egal zu welcher Zeit und an welchem Ort – das war schon immer der große Vorteil des Henkel Learning Hubs. Für Mitarbeiter weltweit, die plötzlich im Homeoffice arbeiten mussten, wurde er zur Wissensquelle. „Für das digitale Lernen hat die Krise durchaus Momentum geschaffen“, sagt Lucas. „Corona hat uns dazu gebracht, Neues auszuprobieren und alte Grundsätze zu überdenken. Schnell wird klar: Wissenstransfer kann digital sehr gut funktionieren. Wir können auch mit virtuellen Methoden Erfahrungen sammeln und Feedback austauschen“. Künftig sollen deshalb noch mehr Lernmodule in die digitale Welt übertragen – und so den Mitarbeitern flexibel zur Verfügung gestellt werden.

Ein Weg, die Vorteile von Präsenzlernen mit Technologie zu verbinden, sind sogenannte „community based trainings“, also Lernformate, bei denen Gruppen virtuell zusammenkommen, sich austauschen und gemeinsam an Themen arbeiten sowie sich gegenseitig Feedback geben. Schon vor Corona waren diese beliebt: Viele Teams bei Henkel sind international organisiert, die standortübergreifende Kollaboration gehört also längst zum Arbeitsalltag.

Adeel Ansari, Global Senior Manager Content Creation & eLearning – Laundry

Ich nutze die virtuellen Gruppentrainings regelmäßig. Sie werden den persönlichen Austausch nie ganz ersetzen können – aber sie sind eine gute Ergänzung. Natürlich gibt es dabei auch Herausforderungen, und zwar nicht nur technische: Es ist einfach zu leicht, sich hinter dem Laptop zu verstecken und die anderen machen zu lassen.

Die Plattform nutze ich vor allem, um mein Wissen in Sachen Digitalisierung auszubauen und immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Am „ExpertFit“-Training für den Marketing-Bereich habe ich selbst mitgearbeitet. Ich mag vor allem die kleinen Wissens-Happen, die man zwischendurch einschieben kann. Ich versuche, mir jeden Freitag Zeit zum Lernen zu nehmen. Leider kommen häufig andere Themen dazwischen. Mittlerweile habe ich einen Blocker im Kalender, das hilft. Die größte Hürde ist anfangs, sich im System zurecht zu finden. Es ist einfach sehr umfangreich.

Und es könnte etwas spielerischer sein: Ich würde mir zum Beispiel wünschen, dass ich meine Lernerfolge auch über Plattformen wie LinkedIn teilen und andere so motivieren kann, mitzumachen.

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Lucas Kohlmann, Global Head of HR Strategy, Leadership, Talent Management and Diversity & Inclusion bei Henkel

In der Zukunft wollen wir diesen spielerischen Ansatz tatsächlich weiter ausbauen: Wir haben uns einige spannende Aktionen und Features ausgedacht, um Abwechslung zu schaffen und noch mehr Mitarbeiter für die Plattform zu begeistern. Lernen soll auch Spaß machen.

Der Nutzer steht im Zentrum unserer Lernstrategie. Für das Digital Upskilling Programm haben wir eine Umfrage unter allen Mitarbeitern gestartet: Wo stehen sie gerade? Was brauchen sie? Auf dieser Basis sind individuelle Trainings entstanden, die nun immer weiter ausgebaut werden, um zum Beispiel auch Mitarbeiter mit einem sehr hohen Wissensstand abzuholen – und Wege zu finden, wie sie ihr Wissen an andere weitergeben können.

Auch im laufenden Betrieb der Plattform ist uns das Feedback der Mitarbeiter sehr wichtig. Sie können einzelne Module über Sterne-Ratings und Kommentare bewerten. Was den Qualitätscheck nicht besteht, wird angepasst oder entfernt.

Derzeit arbeitet das Team um Lucas Kohlmann an der Veröffentlichung weiterer Inhalte im Digital Upskilling Programm. Und auch die Funktionalitäten der Plattform werden stetig ausgebaut, das Nutzererlebnis verbessert sowie neue Technologien getestet. Sogar Module mit Virtual-Reality-Technologien könnten bald zum Einsatz kommen. Wo die Reise hinführt, hängt letztlich auch von den Nutzern und ihren Wünschen ab. Doch auf dem Weg zur lernenden Organisation ist Henkel mit dem Launch der Lernplattform einen großen Schritt weitergekommen – das zeigen die immer weiter steigenden Nutzerzahlen.

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