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Als der erste Stein der Sagrada Família, heute eines der wichtigsten Wahrzeichen Barcelonas, gesetzt wurde, war Henkel ein junges Unternehmen und sein Gründer ein Zeitgenosse Gaudís. Ausgerechnet in 2026, ein Jahrhundert nach Gaudís Tod, hilft eine Innovation von Henkel dabei, die Vision des Architekten zu vollenden.
Die Geschichte einer Verbindung über Generationen – aus Stein, Stahl und Chemie.
In dieser Story erfährst du:
> Wie Gaudís Vision für die Sagrada Família 2026 vollendet wurde
> Warum die sechs zentralen Türme einen völlig neuen Konstruktionsanasatz erforderten
> Wie Loctite EA 9497 Stein und Stahl zu einer einzigen tragenden Struktur verbindet
> Wie die modulare Bauweise die Fertigstellung der Türme erheblich beschleunigte
Am 19. März 1882 legten die Bauherren in Barcelona den ersten Stein einer Kirche, die Generationen von Bauherren überdauern würde. Ein Jahr später übernahm Antoni Gaudí die Bauleitung, mit nur 31 Jahren. Gut tausend Kilometer weiter nördlich legte ein anderer Pionier den Grundstein für die Zukunft. Fritz Henkel hatte sein Unternehmen Henkel & Cie 1876 in Aachen gegründet und es zwei Jahre später nach Düsseldorf verlegt. Im Jahr 1882 war er 33 Jahre alt und damit fast genauso alt wie Gaudí.
Die beiden Männer sind sich nie begegnet. Dennoch verband sie eine ähnliche Denkweise. Beide waren Innovatoren, deren Wirken weit über ihre eigene Lebenszeit hinausreichte. Der wahre Wert dessen, was sie begonnen hatten, sollte sich erst später vollständig entfalten. Gaudí wusste, dass die technischen Möglichkeiten seiner Zeit für die Verwirklichung seiner Entwürfe nicht ausreichten. Doch anstatt seine Vision den Grenzen seiner Epoche anzupassen, entwarf er sie so, dass spätere Generationen sie mit erweitertem Wissen, besseren Materialien und fortschrittlicheren Methoden vollenden konnten. Fritz Henkel verfolgte in seinem Unternehmen einen ähnlichen Grundsatz. Innovation sollte nicht nur die Herausforderungen der Gegenwart lösen, sondern Werte schaffen, die Bestand haben.
Mehr als ein Jahrhundert später begegnen sich diese beiden Sichtweisen erneut. Auf einer Baustelle in Barcelona.
Antoni Gaudí (1852-1926),
Architekt der Sagrada Família und Schöpfer einer Vision, die über Generationen hinweg Bestand haben sollte
Fritz Henkel (1848-1930),
Unternehmer, Innovator und Gründer eines Unternehmens mit dem Anspruch, das Leben der Menschen neu zu denken und nachhaltig zu verbessern
Denn am 20. Februar 2026 montierten die Bauleute das monumentale Kreuz auf seiner Spitze. Es ist 17 Meter hoch, 13,5 Meter breit und wiegt rund 100 Tonnen. Damit erreicht die Basilika eine Höhe von 172,5 Metern und wird zur höchsten Kirche der Welt.
Heute leitet Jordi Faulí die Bauarbeiten. Wie Gaudí trat auch er dem Projekt im Alter von 31 Jahren bei und wurde 2012 zum leitenden Architekten ernannt. Die größte Herausforderung besteht seiner Aussage nach darin, allem treu zu bleiben, was Gaudí hinterlassen hat: seinen Schriften, seinen großen Modellen und seinen Zeichnungen, soweit diese den Brand in seiner Werkstatt überstanden haben. „Heute sind wir uns bewusst, dass wir eine Geschichte fortschreiben, die mit der Grundsteinlegung 1882 begann und die in die Zukunft reicht“, sagt Jordi.
HINTER DEN KULISSEN DER ZENTRALEN
TÜRME DER SAGRADA FAMÍLIA
Die sechs zentralen Türme stellten den anspruchsvollsten Teil des gesamten Bauprojekts dar. Höhe, Statik und Symbolik brachten Anforderungen mit sich, für die es keine vorgefertigten Lösungen gab. Jordi und sein Ingenieursteam entschieden sich daher für einen Ansatz, bei dem der Stein nicht nur gestalterische, sondern auch eine tragende Funktion übernimmt und zugleich heutigen Anforderungen, etwa hinsichtlich Erdbeben- und Windlasten, gerecht wird.
Das Ergebnis ist ein System, das auf der Baustelle als „Tensioned Stone Panel System“ bezeichnet wird. Sein Prinzip erinnert an einen Baukasten: Einzelne Steine werden zu Paneelen zusammengesetzt, die Paneelen zu Ebenen und die Ebenen schließlich zum gesamten Turm.
Im Inneren dieser Steinschichten verlaufen Edelstahlstäbe, die die Steine unter Spannung setzen und sie zu einem einzigen tragenden Bauelement verbinden. Stahlbeton und Walzstahl in den Eckbereichen sorgen für zusätzliche Stabilität. Damit dieses System funktioniert, müssen Stein und Stahl wie ein einziger Werkstoff zusammenwirken. Jede Kraft, die durch den Turm geleitet wird, muss zuverlässig zwischen den unterschiedlichen Materialien übertragen werden. Dafür ist eine Verbindung erforderlich, die Lasten sicher aufnehmen und weiterleiten kann und gleichzeitig über Jahrzehnte hinweg dauerhaft stabil bleibt.
Heute sind wir uns bewusst, dass wir eine Geschichte fortschreiben, die mit der Grundsteinlegung 1882 begann und die in die Zukunft reicht.
Jordi Faulí, Leitender Architekt der Sagrada Família
Begoña Cantera ist Ingenieurin und seit fast zwanzig Jahren bei Henkel tätig. Seit mehr als einem Jahrzehnt verantwortet sie auf Henkel-Seite die technische Betreuung dieses Projekts. „Die zentrale Herausforderung bestand darin, eine zuverlässige Möglichkeit zu finden, Stein und Stahl so miteinander zu verbinden, dass sie sich wie ein einziges tragendes Bauelement verhalten“, erklärt sie.
Zunächst prüfte Henkel die Entwicklung eines speziell für das Projekt ausgelegten Klebstoffs. Aufgrund der großen Bandbreite des Loctite-Portfolios entschied sich das Team jedoch dafür, bestehende Lösungen zu evaluieren. Nach umfangreichen Tests fiel die Wahl auf Loctite EA 9497, einen strukturellen Zweikomponenten-Epoxidklebstoff. Für den Einsatz an der Sagrada Família wurde dieser umfassend charakterisiert, also auf die realen Einsatzbedingungen abgestimmt.
Die Anforderungen sind außergewöhnlich hoch. Der Klebstoff muss Feuchtigkeit, dem salzhaltigen Klima der nahegelegenen Küste, Temperaturschwankungen von mehr als 20 Grad Celsius sowie dauerhaften Vibrationen standhalten, die bis hin zur unter der Basilika verlaufenden Metrolinie reichen. Gleichzeitig verbindet er Stein und Stahl, dichtet Fugen vollständig ab, füllt Hohlräume und verhindert Bewegungen innerhalb der Konstruktion. Rein rechnerisch, so Begoña, könnte ein Quadratmeter der Klebeverbindung das Gewicht von rund 100.000 Erwachsenen tragen.
Auch die Dimensionen des Projekts sind beeindruckend. Die sechs zentralen Türme bestehen aus 826 Paneelen und mehr als 2.100 einzelnen Steinelementen, die mithilfe des Klebstoffs zu einem einzigen Bauwerk verbunden wurden. Pro Paneel kommen durchschnittlich etwa 30 Kilogramm Klebstoff zum Einsatz. Über alle sechs Türme hinweg summiert sich dies auf rund 24 Tonnen Klebstoff. Das entspricht ungefähr 70.000 handelsüblichen Klebstoffkartuschen, die für ein einziges Bauwerk verwendet wurden. Damit leistet moderne Klebstofftechnologie einen entscheidenden Beitrag zur Verwirklichung einer Vision, die vor mehr als 140 Jahren ihren Anfang nahm.
Die eigentliche Wirkung liegt jedoch nicht allein in der Festigkeit des Klebstoffs. Erst durch ihn wird die modulare Bauweise überhaupt möglich. Große, vorgefertigte Module werden außerhalb der Baustelle gefertigt und anschließend mit höchster Präzision eingebaut. Das beschleunigt den Bauprozess erheblich und ermöglicht komplexe Geometrien, die mit herkömmlichen Methoden kaum realisierbar wären. Was mit traditionellen Bauverfahren 50 bis 60 Jahre gedauert hätte, konnte in rund acht Jahren effektiver Bauzeit umgesetzt werden. Nur dadurch wurde es möglich, die Fertigstellung des Christusturms mit dem 100. Todestag Gaudís zusammenfallen zu lassen.
Henkels Beitrag geht dabei über die Bereitstellung des Klebstoffs hinaus. Am spanischen Standort in Montornès werden Anwendungsverfahren demonstriert und Prüfprozesse begleitet. Die Injektion des Klebstoffs und die Montage erfolgen direkt im Steinbruch, wo die vorgefertigten Elemente hergestellt werden. Henkel-Spezialist:innen beraten zu technischen Fragen, schulen die beteiligten Teams und empfehlen geeignete Geräte sowie Verfahren. Seit Projektbeginn im Oktober 2015 waren über das vergangene Jahrzehnt hinweg rund zwanzig Henkel-Mitarbeitende aus den Bereichen Technologie, Vertrieb und Logistik an dem Vorhaben beteiligt.
„Henkel fungierte als technologisches Bindeglied und ermöglichte die Verbindung der zentralen Baumaterialien“, sagt Begoña. „Der Erfolg ist jedoch eindeutig eine Gemeinschaftsleistung.“ Vertriebspartner, Ingenieur- und Bauunternehmen, Spezialist:innen im Steinbruch sowie die Teams der Sagrada Família haben gleichermaßen zu diesem Erfolg beigetragen.
Fritz Henkel und Antoni Gaudí waren Zeitgenossen, zwei Visionäre, die in ihrem jeweiligen Wirkungsfeld verstanden haben, dass nachhaltige Wirkung durch langfristiges Denken entsteht.
Begoña Cantera, Territory Sales Engineer bei Henkel
„Fritz Henkel und Antoni Gaudí waren Zeitgenossen, zwei Visionäre, die in ihrem jeweiligen Wirkungsfeld verstanden haben, dass nachhaltige Wirkung durch langfristiges Denken entsteht“, sagt Begoña. Der eine entwarf ein Bauwerk, dessen Vollendung er niemals erleben würde. Der andere gründete ein Unternehmen mit dem Ziel, das Leben kommender Generationen zu bereichern und zu verbessern. In Barcelona treffen diese beiden Vermächtnisse heute am höchsten Punkt der Sagrada Família aufeinander.
Doch der Blick richtet sich bereits auf das nächste Kapitel. Noch in diesem Jahr beginnen die Arbeiten an der Gloria-Fassade, die um vier weitere Türme ergänzt werden soll. Auch dort wird die Technik der vorgespannten Steinpaneele zum Einsatz kommen, weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst. So bleibt die Baustelle, deren Geschichte mit der Grundsteinlegung im Jahr 1882 begann, ein lebendiges Projekt.
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