17.10.2011, Düsseldorf

 

Interview mit Kathrin Menges, Personalvorstand von Henkel

 

 
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Zu mehr Frauen in Führungspositionen verpflichtet

Am Montag, dem 17. Oktober 2011, haben die Personalvorstände der 30 Dax-Unternehmen bei einer gemeinsamen Konferenz in Berlin mit den Bundesministern Schröder (Familie), von der Leyen (Arbeit) und Leutheusser-Schnarrenberger (Justiz) eine Selbstverpflichtung zur weiteren Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen abgegeben und erläutert, welche konkreten Ziele sie sich dazu gesetzt haben. Auch Henkel war dabei mit Vorstandsmitglied Kathrin Menges vertreten. Sie erläutert in diesem Interview die konkreten Ziele und Maßnahmen von Henkel.

Frage: Frau Menges, heute haben die Personalvorstände der 30 DAX-Unternehmen in Berlin konkrete Ziele für mehr Frauen in Führungspositionen vorgestellt. Die Unternehmen verpflichten sich dazu, den Anteil von Frauen in Führungspositionen in den nächsten Jahren deutlich zu erhöhen und bekennen sich zur Chancengleichheit von Frauen und Männern. Henkel hat die Selbstverpflichtung auch unterzeichnet. Warum?

Kathrin Menges:  Im Rahmen des Diversity Managements, also der Förderung der Vielfalt im Unternehmen, konzentrieren wir uns bei Henkel vor allem auf die Bereiche Geschlecht, Nationalität und Alter. Für uns hat die Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen schon seit langem eine hohe Priorität. Hier haben wir in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Den Anteil von Frauen in Führungspositionen – bei uns sind das alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im außertariflichen Bereich – konnten wir seit 2005 jährlich um rund einen Prozentpunkt auf knapp 30 Prozent erhöhen. Insofern war es für uns nur konsequent, diese Initiative zu unterstützen. Gemeinsam setzen wir auf die freiwillige Selbstverpflichtung als den richtigen und nachhaltigen Weg. In Zukunft wollen wir unsere Anstrengungen bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen sogar noch ausbauen. Unser Ziel ist es, auf Konzernebene die jährliche Zuwachsrate zu erhöhen: von einem Prozentpunkt auf durchschnittlich bis zu zwei Prozentpunkte.

Frage: Sie verpflichten sich dazu, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, vermeiden aber gleichzeitig die Festlegung auf eine feste Zielgröße.  Wie passt das zusammen?

Kathrin Menges: Wir setzen uns seit langem dafür ein, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Wir nehmen schon heute unter den DAX-Unternehmen eine führende Stellung ein und wollen uns von dieser Position aus weiter verbessern. Unsere Ziele sind ambitioniert und konkret, wie ich an dem folgenden Beispiel erläutern kann: Ausgehend von einem aktuellen Anteil von Frauen in Führungspositionen von 30 Prozent und einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich 1,5 Prozentpunkten würden wir in sieben Jahren, also im Jahr 2018, bei rund 40 Prozent liegen. Auch damit wären wir unter den DAX-Unternehmen in der Spitzengruppe. Uns geht es aber nicht um eine fixe Quote, sondern darum, den Weg zu eröffnen für mehr Frauen in Top-Positionen. Das kann und darf aber keine starre Quote sein. Henkel will bei jeder Stellenbesetzung den am besten geeigneten Kandidaten finden. Bei der Auswahlentscheidung zählen allein Kompetenz und Eignung – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Nationalität.

Frage: Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie diese Ziele erreichen?

Kathrin Menges: Unsere Zielvorgaben sind für unterschiedliche Bereiche im Unternehmen differenziert und umfassen sowohl quantitative als auch qualitative Ziele. Wir haben gemeinsam mit unserem Diversity Management und allen Unternehmensbereichen und Funktionen drei wesentliche Handlungsfelder identifiziert. Es geht dabei erstens um den Anteil weiblicher Kandidaten bei Neueinstellungen und Beförderungen, zweitens um moderne Arbeitszeitmodelle, die Frauen und Familien eine höhere Flexibilität ermöglichen sollen, und drittens um besondere Karriereentwicklungspläne, die den Erfordernissen von Frauen Rechnung tragen.
Zum Beispiel achten wir bei Beförderungen oder der Besetzung von Führungspositionen darauf, dass unter den letzten drei Kandidaten mindestens eine Frau ist. Außerdem werden wir die Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Karriere weiter ausbauen. Dazu gehört auch die Verbesserung der Betreuungssituation von Kindern, wenn dies durch die staatlichen Einrichtungen nicht oder nur unzureichend gewährleistet wird. Des Weiteren wollen wir weg von einer Präsenzkultur, die gerade Frauen und Familien vor Herausforderungen stellt.

Henkel AG & Co. KGaA