27.01.2022

„Corporate Sustainability in practice“ – eine Serie von The Guardian, gesponsert von Henkel

Was bedeutet Net Zero? Was man über die Nachhaltigkeits­versprechen von Unternehmen wissen muss

Mädchen laufen durch ein Feld auf Windräder zu.

   

Dieser Artikel wurde im Jahr 2021 ursprünglich auf guardian.com im Rahmen der von Henkel gesponserten Serie „Corporate Sustainability: in practice“ (Corporate Sustainability: In der Praxis) veröffentlicht.

Wenn Unternehmen über die Klimakrise und die von ihnen ergriffenen Maßnahmen sprechen, dann gibt es immer noch zu viel, das wir bei diesem Thema nicht vollständig verstehen.

Byline: Sarah LaBrecque

Die Klimakrise verschärft sich rapide, und der Sommer 2021 hat uns gezeigt, wie extrem sie wird: Tödliche Hitzewellen, Waldbrände, Hurrikane und der heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen.

Aber für den Moment geht das Leben weiter. Lebensmittel müssen eingekauft, das Geschirr gespült und die Wäsche gewaschen werden. Die meisten von uns werden auch weiter ihre Computer einschalten und ihre Autos fahren wollen, egal wie schlecht die Nachrichten sind. Zweifelsohne werden Verhaltensänderungen ein entscheidendes Instrument im Kampf gegen die Klimakatastrophe sein. Es wird jedoch argumentiert, dass es nicht ausreicht, sich allein auf die Verbraucher:innen zu verlassen, um ihr Verhalten zu ändern. Es ist auch Aufgabe der Unternehmen und Regierungen, die Auswirkungen der Klimakrise so weit wie möglich abzumildern.

Auf den ersten Blick scheint dies ein Vorschlag zu sein, den viele Unternehmen gerne annehmen: „100 Prozent Nachhaltigkeit bis 2030“ und „Halbierung des Wasserverbrauchs bis 2025“ sind nur einige der häufig gemachten Versprechen. Für die meisten Menschen ist jedoch kaum zu erkennen, ob diese Versprechen ehrgeizig genug sind oder was sie genau bedeuten.

Und das häufigste Versprechen von allen? Die Zusage, „Net Zero“ zu werden.

Eine Lücke im öffentlichen Verständnis

„Ich glaube, die meisten haben keine Ahnung, was Net Zero bedeutet“, sagt Henry Muss, Gründer von The Climate Resilience Company. Tatsächlich ergab eine Umfrage der britischen Regierung im Jahr 2021, dass dies bei 64 Prozent der über 1.800 Befragten der Fall war.

„Im Bereich der Klimakennzeichnung gibt es noch einiges zu tun“, sagt Muss. Es wäre hilfreich, ein Ampelsystem für Produkte einzuführen, ähnlich der Kennzeichnung auf einigen Lebensmitteln, aber bezogen auf ihren Energie- und Wasserverbrauch und den damit verbundenen Abfall. „Der Kunde oder die Kundin könnte dann schnell eine Entscheidung treffen und sagen: Ich entscheide mich für orange oder grün.“ Ein solches System wird derzeit tatsächlich auf einigen Lebensmittelverpackungen im Vereinigten Königreich getestet und soll 2022 europaweit eingeführt werden. Aber bis es so weit ist, müssen sich die Verbraucher:innen selbst detaillierter informieren.

Nach Angaben des Beratungsunternehmens Deloitte werden wir Net Zero erreichen, wenn die Menge an Kohlendioxid, die wir der Atmosphäre zuführen, nicht mehr ist als die Menge, die wir ihr entnehmen. Dies wird durch die Verringerung der Emissionen und die Bindung von Kohlenstoff erreicht. Wenn wir gemäß dem Pariser Klimaabkommen die globale Erwärmung auf maximal 2 Grad, vorzugsweise 1,5 Grad, begrenzen wollen, sind Net Zero-Emissionen unerlässlich.


Net Zero-Emissionen sind für die Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels unverzichtbar.

Klimapositiv

Viele Unternehmen haben öffentlich verkündet, dass sie das Pariser Klimaabkommen durch Net Zero oder „Net Positive“-Strategien – auch bekannt als „klimapositiv“ – einhalten wollen. Aber wie unterscheidet sich klimapositiv von Net Zero?

Laut The CarbonNeutral Protocol weist klimapositiv darauf hin, dass ein Unternehmen der Atmosphäre Treibhausgase entzieht oder Emissionen so stark reduziert, dass „die Reduzierungen und der Entzug insgesamt die unverminderten Emissionen des Subjekts überschreiten“. Mit anderen Worten, es ist ein Schritt weiter als Net Zero.

Ein Unternehmen, das sich verpflichtet hat, klimapositiv zu werden, ist der weltweit tätige Konsumgüterhersteller Henkel, der das Ziel bis zum Jahr 2030 erreichen will. Das Unternehmen steht hinter Marken wie Persil, Schwarzkopf und Loctite und hat eine beachtliche Größe: 174 Produktionsstätten weltweit mit mehr als 52.000 Mitarbeiter:innen.

Eine Fallstudie zu klimapositiver Entwicklung

Um dies zu erreichen, hat sich Henkel Zwischenziele gesetzt: Eine Reduzierung um 65 Prozent der CO2-Emissionen pro Tonne Produkt bis 2025 und den Bezug von 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien für die Produktion bis 2030. Bis 2030 sollen die Emissionen auf null reduziert werden. Außerdem plant das Unternehmen, grüne Energie wieder zurück in das Netz einzuspeisen.

Ulla Hüppe, Leiterin für Nachhaltigkeit im Unternehmensbereich Adhesive Technologies bei Henkel

   

Wir wollen die Verantwortung für die von uns verursachten Emissionen übernehmen.

„Wir wollen die Verantwortung für die von uns verursachten Emissionen übernehmen“, erklärte Ulla Hüppe, Leiterin für Nachhaltigkeit im Unternehmensbereich Adhesive Technologies bei Henkel. „Aber wir wollen noch weiter gehen, indem wir mehr kohlenstofffreie Energie liefern, als wir selbst benötigen, sodass auch andere damit ihre Emissionen reduzieren können.“

Luigi Maffucci ist Leiter im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltleistung für Operations und Lieferkette bei Henkel Adhesive Technologies und befasst sich mit den Details der verschiedenen produktions-, logistik- und transportbezogenen Aspekte dieses langfristigen Ziels.

So hat Henkel beispielsweise an verschiedenen Produktionsstätten, darunter vier neue Anlagen in China, Onsite-Solarsysteme mit einer Gesamtleistung von 1,64 Megawatt (MW) installiert, mit denen die Standorte mehr als 1.700 Megawattstunden (MWh) pro Jahr erzeugen können. Derartige Anlagen sind immer einfacher zu realisieren, meint er, „aufgrund effizienterer und wettbewerbsfähigerer Technologien und günstigerer regulatorischer Rahmenbedingungen und Anreize in mehreren Ländern“.

Darüber hinaus hat Henkel im Jahr 2021 einen virtuellen Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement) mit einem im Bau befindlichen Windpark in Bee County, Texas, abgeschlossen. Der von der Anlage für erneuerbare Energien ins Netz eingespeiste Strom übersteigt sogar den Verbrauch aller 30 Produktionsstätten von Henkel sowie aller Bürogebäude von Henkel in den USA, sodass der verbleibende erneuerbare Strom für andere Verbraucher:innen zur Verfügung steht. Maffucci sagt, dass diese Vereinbarung tatsächlich dazu beigetragen hat, die Windkraftinfrastruktur dort aufzubauen – ein Grund für die neue Anlage war die Zusage von Henkel, den von ihr produzierten Strom abzunehmen.

Positivität verbreiten

„Wir wollen unseren Kunden und Kundinnen die Möglichkeit geben, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren“, erklärt Hüppe. Henkel hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 gemeinsam mit Verbraucher:innen, Kund:innen und Lieferant:innen 100 Millionen Tonnen CO2 einzusparen, indem die CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette in Angriff genommen werden. „Dafür haben wir Technologien zum Kleben, Versiegeln und Beschichten entwickelt, um beispielsweise Energieeinsparungen in Gebäuden, den Leichtbau von Fahrzeugen, die Nutzung von Holz als nachhaltiges Baumaterial und eine verbesserte Effizienz von Anlagen erneuerbarer Energien zu ermöglichen.“

Zudem hat sich Henkel dazu verpflichtet, den Fußabdruck seiner Rohstoffe und Verpackungen bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren. Ein Ziel, das laut Hüppe in Einklang mit der Initiative „Science Based Targets“ gesetzt wurde, einer globalen Partnerschaft, die unter anderem das Carbon Disclosure Project (CDP), die UN und den WWF einbezieht, und Unternehmen auffordert, wissenschaftlich fundierte Ziele für die Emissionsreduzierung zu definieren, die mit dem 1,5 Grad Ziel des Pariser Abkommens übereinstimmen.


Ein besseres Verständnis für die Grundbegriffe rund um die Erderwärmung kann Kund:innen bei Entscheidungen helfen.

Letztendlich ist es für den Durchschnittsbürger und -bürgerin nicht einfach den Sinn von Klimazusagen zu verstehen. Aber ein besseres Verständnis der Schlüsselbegriffe wie „Net Zero“ und „klimapositiv“ kann Verbraucher:innen helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen und kritischer zu denken.

Jens Teubler, ein leitender Wissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, empfiehlt, die Daten hinter den Behauptungen zu prüfen und auf Warnsignale zu achten. Dazu könnten Unternehmen gehören, die keine grundlegenden Informationen darüber liefern, welchen Teil der Wertschöpfungskette sie betrachtet haben und wie die reduzierten Emissionen berechnet wurden. Oder Unternehmen, die nicht über Fortschritte berichten, die Zielmarken verschieben und widersprüchliche Behauptungen machen.

Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen sind oft keine leichte Lektüre. Doch im Moment sind sie eines der wichtigsten Instrumente, um wirklich zu verstehen, was hinter den Net Zero-Behauptungen steckt.

Klicken Sie hier, um zu erfahren, wie Henkel klimapositiv werden will.

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