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06.11.2018

Was Karriere im Konzern für Berufseinsteiger attraktiv macht

Von Hipstern und Hosenanzügen

Gemütliche rote Sitzecken, weiche graue Teppiche. Warmes Licht aus futuristischen Deckenlampen erhellt die offene Fläche. Kleine Gruppen sitzen an verschiedenen Sitzgelegenheiten zusammen. Leises Gemurmel. In einer ruhigen Ecke sitzt Patrick Nativel. Er trägt einen dunkelblauen Anzug, ein weißes Hemd. Vor ihm eine Tasse Kaffee, den Laptop auf den Knien. In den Fokusraum zieht er sich zurück, wenn er sich besonders konzentrieren muss.

Je nach Arbeitsphase kann sich Patrick auch in einen „Fokusraum“ zurückziehen

Freie Fläche – freie Platzwahl: Je nach Arbeitsphase kann sich Patrick auch in einen „Fokusraum“ zurückziehen, um völlig ungestört zu arbeiten.

Patrick arbeitet im Transformation Office des Bereichs Integrated Business Solutions und hat seinen Arbeitsplatz im Open Space-Büro. „Sehr hilfreich für den lockeren Austausch und die Zusammenarbeit. Nicht nur mit den Teamkollegen, sondern auch zwischen den verschiedenen Abteilungen“, beschreibt er die Atmosphäre im Großraumbüro. Design Thinking-Bereiche, Fokusräume, Kaffeeecken für informelle Gespräche. Hier wird der Wandel sichtbar, der seit einigen Jahren in der Arbeitswelt stattfindet. Stichwort: „New Work“.

Diesen Wandel erlebt auch Annika Fichtner – und gestaltet ihn aktiv mit. Seit kurzem ist sie Teil des Chief Digital Officer-Teams. Ganz nah dran an der digitalen Transformation des Unternehmens. Ihre Aufgabe: Die Kommunikation fördern. Intern und extern. Unternehmensbereiche zusammenbringen, Start-up-Events organisieren.

„Mein Job bietet mir genügend Gestaltungsfreiheit, um mich kreativ einzubringen,“ sagt sie. Annika sieht täglich, wie sich die Kultur verändert und wie viel Gründergeist eigentlich im Unternehmen steckt. Schließlich hat auch jedes Großunternehmen irgendwann mal klein angefangen.

Mit ihrer Kollegin Salima Douven (r.) moderiert Annika ein Event

Von Start-ups lernen: Mit ihrer Kollegin Salima Douven (r.) moderiert Annika ein Event, bei dem Start-ups zeigen, wie weit digitales Denken und Handeln gehen kann.

Mit diesem Start-up-Spirit kennt sich Patrick gut aus. Denn noch vor zwei Jahren sah sein Arbeitsumfeld völlig anders aus als heute: 120 Quadratmeter in einer Münchner Wohnung. „Eher wie in einer WG. Aber im Start-up fühlt man sich eben selten so, als ob man sich an einem Arbeitsplatz befindet.“ Dazu trägt auch das Umfeld bei: Kollegen und Vorgesetzte sind im selben Alter. „Dadurch ist die Interaktion natürlicher und der Job vermischt sich mit dem Privatleben.“

Nach dem Studium arbeitete Patrick beim Lieferdienst Foodora, einem Rocket Internet-Unternehmen. „Hier hat man jungen Talenten Aufgaben gegeben, die für die Generation spannend sind: Wachstumsmärkte, ein zukunftsorientiertes Umfeld und Verantwortung“, beschreibt er seine erste Berufserfahrung. Geschwindigkeit, kaum Abstimmungsprozesse, flache Hierarchien und dadurch schnelle Aufstiegschancen. Flexible Arbeitszeiten, Mittagessen vom Supermarkt um die Ecke. „Man glaubt daran, etablierte Marktteilnehmer zu überholen. Und das ist ein Mindset, das Absolventen begeistert und antreibt“, ist er sich sicher.

„Ich glaube ein Start-up-Hintergrund kann im Unternehmen sehr hilfreich sein“, sagt Patrick, der seit zwei Jahren bei Henkel ist. Hier kann er ausgestalten, was er im Start-up gelernt hat. „Auch im Konzern gibt es viele kreative Köpfe mit guten Ideen. Zwar kann man nicht immer direkt alles genauso umsetzen, wie man sich das vorstellt, aber dann muss man eben einen Weg finden, wie es innerhalb der Rahmenbedingungen doch funktionieren kann“, sagt er.

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Patrick Nativel über sein Start-up Mindset und wie ihn dieses in der Konzernwelt weiterbringt

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Für Patrick war immer klar, dass er einen Job machen möchte, der beratungsnah ist. Seine Stelle bietet ihm den idealen Mix aus konzeptioneller Arbeit und der Möglichkeit, diese Konzepte auch umzusetzen. „Und das im Bereich digitaler und technologischer Themen, die mir liegen“, sagt er. Seine Entscheidung für Henkel fällte er also nicht nach der Frage „Start-up oder Konzern“. „Die Position an sich hat mich einfach angesprochen, da sie alle mir wichtigen Aspekte vereint: Elemente aus dem Start-up-Alltag und Benefits, die dir nur ein Großkonzern bieten kann: Internationalität, Netzwerke, großes Knowhow und eine steile Lernkurve.“

Großkonzerne im Trend

Patrick möchte etwas bewegen im Job. Disruptiv sein. Bei Henkel beschäftigt er sich zum Beispiel damit, wie der Finanzbereich agiler werden kann. Er möchte dabei Verantwortung tragen und Gestaltungsfreiraum haben, um eigene Ideen voranzubringen. Aber das nicht mehr in einem Start-up, sondern in einem über 140 Jahre alten Familienunternehmen. Damit liegt er im Trend: 67% der Absolventen bevorzugen Konzerne als Arbeitgeber, zeigt eine Umfrage unter Studierenden. Das kann auch Patrick bestätigen: „Viele meiner BWL-Kommilitonen aus Maastricht und Rotterdam sind nach dem Master zu Konzernen oder in die Unternehmensberatung gegangen, einige haben in Start-ups angefangen. Nur wenige haben selbst gegründet.“

Annika entschied sich nach dem dualen Studium ebenfalls bewusst für den Einstieg ins Großunternehmen. „Nach meinem Abschluss hatte ich ein Angebot eines Start-ups in Berlin und von Henkel in Düsseldorf“, erzählt sie. Die Entscheidung fiel ihr nicht leicht. Schon immer interessierte sie sich für die Start-up-Szene, aber auch die Prozesse im Konzern reizten sie. Und noch weitere Gründe sprachen für ein Großunternehmen: „Ich konnte mich besser mit den Produkten und der Marke identifizieren. Ich sah mehr Möglichkeiten – man kann so viele Dinge sehen, lernen und trotzdem bei einem Arbeitgeber bleiben.“

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Annika Fichtner erzählt, was sie an ihrem Job im Konzern besonders schätzt

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Heute holt sie mit ihrem Team die „Faszination Start-up“ ins Unternehmen. „Viele Kollegen kommen regelmäßig zu unseren Start-up-Events, um sich inspirieren zu lassen, neue Geschäftsmodelle kennenzulernen und vor allem auch um sich auszutauschen. Sich Zeit für’s Netzwerken zu nehmen ist nicht immer einfach, aber dennoch wichtig. Man entwickelt Verständnis für die Arbeit des Anderen. Miteinander kommunizieren, voneinander lernen. Synergien schaffen, gemeinsam Projekte voranbringen, mal „out-of-the-box“ denken.“

Patrick und Annika

Patrick und Annika ist es wichtig, dass sie in ihrem Job eigene Ideen einbringen und sich weiterentwickeln können.

Und Aufgeschlossenheit ist gefragt, um große Unternehmen weiterzuentwickeln. Um agil zu bleiben und auf sich schnell wandelnde Märkte im digitalen Zeitalter reagieren zu können, übernehmen Konzerne immer öfter Elemente aus Start-ups. Arbeitsmethoden, die man eigentlich eher aus Start-ups kennt wie Design-Thinking oder agiles Projektmanagement sind mittlerweile auch hier nicht mehr wegzudenken. Nicht zu vergessen: der Start-up-Spirit, der die Mitarbeiter inspiriert. „Im Start-up ist man extrem ehrgeizig und lösungsorientiert. Alle ziehen an einem Strang“, sagt Patrick. „Man will zwar den Pokal holen, aber auch die kleinen Meilensteine auf dem Weg dorthin werden gemeinsam gefeiert.“ Das Ergebnis der Arbeit sieht man also unmittelbar.

Arbeitsplatz der Zukunft

Seine Zukunft sieht Patrick aber im Unternehmen: „Ich habe hier bei Henkel alle Voraussetzungen, um mich professionell weiterzuentwickeln und einen wertvollen Beitrag zu leisten. Es gibt noch viel zu tun“, betont er. Auch Annika gefällt die Arbeit im Konzern. Die komplexen Strukturen. „Ich finde die Prozesse einfach faszinierend. Wie kommt Persil von der Produktion ins Regal? Was und wer ist daran beteiligt? So etwas funktioniert einfach – lokal und global“, sagt sie. Aber Annika könnte sich auch vorstellen, irgendwann einmal Gründerluft zu schnuppern. Andere, vielleicht auch chaotischere Strukturen kennen lernen. Doch jetzt steht erstmal die Planung des nächsten Events vor ihr. Für Start-ups, die ihr Team im Austausch mit den Unternehmensbereichen ausgewählt hat, überlegt sie sich mögliche Fragen. Welche innovativen Technologien verwendet das Start-up? Welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es? Wie bewerten junge Gründer Trends im digitalen Zeitalter?

Bei der nächsten Veranstaltung von Henkel X – der Open Innovation-Plattform des Unternehmens – steht sie wieder auf der Bühne. Die Haare fallen ihr locker über die Schultern. Sie trägt eine dunkelblaue Jeans mit Sneakers, eine weiße fließende Bluse. Sie blickt ins Publikum. Die Zuschauer haben es sich auf Sitzwürfeln und Fatboys bequem gemacht. Sie warten gespannt darauf, welches Start-up sich heute vorstellt. Annika freut sich darauf, neue Geschäftsmodelle kennenzulernen, Ideen auszutauschen und mit Kollegen aus anderen Bereichen zu netzwerken. Das liebt sie besonders an ihrem Job.


Konzern-Typ

Jetzt aber schnell raus aus dem Meeting, denn Deine Kollegen erwarten Dich schon an der Schlange in der Kantine. Du bist der Konzern-Typ! Ohne Krawatte oder schickes Kostüm gehst du nicht aus dem Haus. PowerPoint ist dein bester Freund und du freust dich, wenn dein Konzept nach diversen Abstimmungsrunden endlich freigegeben wird. Du handelst überlegt, gehst strategisch an die Sache ran und sorgst so für die nötige Stabilität und Sicherheit, die großen Unternehmen helfen, sich erfolgreich im digitalen Zeitalter weiterzuentwickeln.

Mix-Typ

Stil-Mix: Sneakers kann man auch zum Anzug tragen! Du vereinst einfach das Beste aus beiden Welten. Dir gefallen sowohl Strukturen aus Konzernen, als auch die lässige Startup-Mentalität. Casual Friday, flexible Arbeitszeiten und Home Office sind Musik in deinen Ohren. Eine lockere Unternehmenskultur ist dir ebenso wichtig wie klare Verantwortlichkeiten. Du bringst eigene Ideen ein und hast auch die nötige Hands-on-Mentalität, um diese umzusetzen. Du wirst sowohl im Konzern als auch im Start-up deinen Weg gehen.

Start-up-Typ

Bitte zu Tisch! Die Feel-Good-Managerin hat Dir schon einen Platz neben deinen Buddies reserviert, denn du bist der Start-up-Typ! Du brennst für dein Produkt und scheust vor keiner Herausforderung, um es weiterzubringen. In Turnschuhen und Hoodie und mit Macbook unter dem Arm machst du dich täglich auf den Weg ins Büro – dein zweites Zuhause. Hier fühlst du dich wohl und kannst deine Persönlichkeit voll entfalten. Aber: solche Typen wie Du werden auch im Konzern gebraucht, denn du bringst frischen Wind in die Bude!

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