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20.09.2017  Düsseldorf

Ein Einblick in die Waschmittelforschung

Mit Fingerspitzengefühl gegen Fussel

Stoffproben, Mikroskop und Waschmaschine: das sind die wichtigsten Arbeitsutensilien von Karin Kania. Sie ist Textillaborantin bei Henkel. Ein Beruf, den man hier vielleicht nicht direkt erwartet, der jedoch jede Menge Abwechslung und täglich neue Herausforderungen mit sich bringt. Ein Blick hinter die Kulissen der Forschung und Entwicklung im Bereich Waschmittel bei Henkel.

Karin Kania bei der visuellen Abmusterung gewaschener Bekleidungstextilien

Die visuelle Abmusterung gewaschener Bekleidungstextilien erfolgt in einem speziell dafür konzipierten Raum mit normierter Tageslichtausleuchtung.

Ruhig betrachtet Karin Kania eine kreisförmige Stoffprobe in ihrem Labor. Es ist kühl, es herrschen stets 20°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent. Ihre wichtigsten Helfer: Lupe, Mikroskop und Schere. Die kleine lilafarbene Stoffprobe ist mit Fusseln und Knötchen übersäht. „Dieses Phänomen nennt man „Pilling“, erklärt sie. Seit 14 Jahren untersucht und analysiert Karin Kania die physikalischen Eigenschaften von Textilien und wirkt so bei der Forschung und Produktentwicklung im Unternehmensbereich Laundry & Home Care von Henkel mit. Als Textillaborantin trägt sie dazu bei, dass gesetzliche und betriebliche Qualitätsrichtlinien eingehalten werden und die entwickelten Waschmittel und Weichspüler die Leistung erfüllen, die diese ausloben. Im Labor werden die Stoffe physikalisch-technologischen Untersuchungen und Prüfungen ausgesetzt und nach dem Waschen mit den neuentwickelten Produkten auf Schrumpfverhalten, Elastizität und Farbechtheiten untersucht.

Karin Kania schaut sich eine Stoffprobe an

Karin Kania schaut sich eine Stoffprobe an, die mit Fusseln und Knötchen übersäht ist.

„Bereits während der Schulzeit haben mich Naturwissenschaften, insbesondere Chemie, fasziniert. Als ich von der Ausbildung zur chemischen Textillaborantin erfahren habe, war das ohne Frage der spannendste Beruf für mich“, erinnert sich Karin Kania. Und auch nach über 30 Jahren in der Textilbranche, davon 14 Jahre bei Henkel, wird der Job nicht langweilig. Der Textilmarkt, die Waschmaschinen und die Produktentwicklung verändern sich und stellen die Textillaborantin oft vor neue Herausforderungen. „Wir versuchen mit unseren Tests sehr nah am Markt zu bleiben und beobachten die Trends kontinuierlich. Natur-Ressourcen wie reine Baumwolle werden immer weniger, während Fasermischungen mit Chemiefasern an Bedeutung gewinnen. Es gibt mittlerweile zum Beispiel Waschmittel für jede Art von Kleidung, ob weiße, farbige, schwarze oder feine Textilien. Diese Vielfalt wird von den Verbrauchern genutzt, die ihre Textilien möglichst lange erhalten wollen. Es ist ein besonderes Gefühl, an der Verbesserung und Entwicklung der Produkte mitzuwirken und das Endergebnis dann draußen im Handel zu sehen.“

Mithilfe eines sogenannten „Pilling Assessment Viewer“ kann Karin Kania einzelne Proben visuell bewerten

Mithilfe eines sogenannten „Pilling Assessment Viewer“, einer speziell nach Norm konzipierten Halterung mit integrierter Tageslichtbeleuchtung, kann Karin Kania einzelne Proben visuell bewerten.

Karin Kania war an den Tests für das Waschmittel Perwoll Care & Repair beteiligt, das Fusseln (Pilling) auf Kleidung reduziert. In Vorversuchen überprüfte sie mit unterschiedlichen Testgräten, ob die ausgewählten Textilien für den Pilling-Test geeignet sind, denn nicht jedes Material neigt zu Fusseln. „Das Pilling hat zwei Ursachen, Reibung beim Tragen der Kleidung und die Mechanik beim Waschen. Und das versuchen wir mit entsprechenden Enzymen beim Waschen zu reduzieren und zu verbessern“, erklärt sie. Die Tests werden in Zusammenarbeit mit den Produktentwicklern durchgeführt. „Wir bereiten die Textilien und Wäscheposten vor und kaufen die notwendigen Textilien ein. Nach einer Anzahl von vorbestimmten Waschgängen bekomme ich die gewaschenen Wäscheposten wieder und dann untersuche ich, ob die Auslobung – weniger Fusseln – erfüllt wurde.“

Karin Kania analysiert die Fasersubstrate aus Fusseln mittels Mikroskopie

Mittels Mikroskopie werden die Fasersubstrate aus Fusseln und Knötchen analysiert.

Für Karin Kania ist jeder Arbeitstag abwechslungsreich und bringt neue Aufgaben. „Man muss sich stets auf neue Gegebenheiten einstellen und der Job fordert auf jeden Fall eine Menge Geduld und Kreativität!“