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20.10.2014  Düsseldorf

Interview mit Henkel-Expertin Dr. Monika Tönnießen über sichere Lebensmittelverpackungen

Henkel-Webinar informiert über Mineralölproblematik

Wege zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit ist ein Thema mit dem sich Henkel als weltgrößter Klebstoffhersteller intensiv beschäftigt. Auf der Wissensplattform „Food Safe Packaging Portal“ informiert Henkel am 5. Dezember 2014 ab 10 Uhr zum Thema „Everything you need to know about mineral oil components in food packaging adhesives”. In dem englischsprachigen Webinar wird Dr. Monika Tönnießen über die Problematik von Mineralölsubstanzen in Lebensmittelverpackungen sprechen.

In allen Live-Webinaren werden wichtige Fragestellungen zum Themenbereich Lebensmittelsichere Verpackungen beleuchtet. Außerdem können sich die Teilnehmer während des Webinars online mit ihren Fragen an den Henkel Referenten wenden. Anmelden können sich Interessenten auf der Internetseite: www.henkel.com/foodsafety. Wer sich registriert erhält außerdem Zugang zum Premium-Bereich mit weiteren Webinaren, Whitepapers, einem umfassenden Glossar und Videos zu Schlüsselthemen. Vorab spricht Dr. Monika Tönnießen in einem Kurzinterview mit diesem Medium über die Mineralöl-Thematik.

Dr. Monika Tönnießen ist Chemikerin in der Abteilung für Produktsicherheit im Henkel Unternehmensbereich Adhesive Technologies. Sie ist Expertin für alle Aspekte von Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen und ist Mitglied der Arbeitsgruppe Papier und Verpackungen des Europäischen Verbands der Klebstoffhersteller, FEICA.

Interview mit Henkel-Expertin Dr. Monika Tönnießen

Wie ist die aktuelle Situation bezüglich der Überarbeitung der Mineralölverordnung?
Zurzeit liegt der 3. Entwurf der deutschen Mineralölverordnung vor, das heißt es handelt sich noch nicht um ein Gesetz, sondern nur um einen Entwurf. Außerdem muss man bedenken, dass es eine nationale Maßnahme und keine EU-Maßnahme ist. Die Mineralölverordnung bezieht sich auf Mineralölrückstände in Recyclingpapier und beschränkt die Mengen in diesem Verpackungsmaterial. Andere Mineralölquellen werden in dieser Verordnung nicht berücksichtigt, Klebstoffe werden nicht erwähnt. Laut Auffassung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sind Verpackungen aus Recyclingpapier eine wesentliche Kontaminationsquelle für Lebensmittel.

Wie kommen Mineralöle überhaupt in die Lebensmittel?
Laut eines Berichts der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zum Thema Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmittel von 2012 gibt es zahlreiche Quellen zur Kontamination von Lebensmitteln durch Mineralölbestandteile. Wohl bekannt ist zum Beispiel mittlerweile, dass viele Lebensmittel wie Kakaobohnen in Jutesäcken transportiert werden, die mit Mineralöl behandelt sind, so dass Lebensmittel, wie z. B. Schokolade, schon vor deren Verpackung mit Mineralöl kontaminiert sein können.

Welche Gefahren entstehen für den Verbraucher durch Mineralöle in Lebensmitteln?
Es gibt tausende verschiedener Mineralölkomponenten, die ganz unterschiedliche Wirkung auf die menschliche Gesundheit haben. Mineralöl ist also nicht gleich Mineralöl, sondern hier muss man genau differenzieren. Besonders schädlich ist die Fraktion der aromatischen Mineralölbestandteile. Hier besteht der Verdacht, dass dieses Gemisch Substanzen enthält, die eine krebserregende und/oder erbgutschädigende Wirkung haben. Da die Fraktion der aromatischen Mineralölbestandteile aus zahlreichen Substanzen besteht, ist es unmöglich, für jede dieser möglichen Komponenten eine eigene toxikologische Bewertung durchzuführen.

Welche Möglichkeiten gibt es, den Übergang von Mineralölen in Lebensmittel zu verhindern?
Erstes Bestreben sollte es immer sein, die Kontaminationsquellen so weit wie möglich zu reduzieren, also auf kritische Mineralölbestandteile etwa in den Klebstoffen zu verzichten. Da die Mineralölkomponenten im Papierrecycling-Prozess nicht entfernt werden können, ist der Einsatz einer effizienten Barriere bei Lebensmittelverpackungen aus Recycling-Pappe und -Karton eine mögliche Lösung.