Die Vielfalt der Vielfalt

Henkels Diversity & Inclusion Strategy basiert auf dem Grundgedanken der Marktreflektion und -legitimierung. So vielfältig unsere Produkte und Märkte sind, so wichtig sind die vielfältigen Talente, Erfahrungen und Lebensstile unserer Mitarbeiter. Henkel verfolgt einen holistischen Diversity Ansatz unter Berücksichtigung aller Diversity Dimensionen. Spezieller Fokus liegt dabei auf den Dimensionen Internationalität/Kultur, Alter/Seniorität und Geschlecht.

Das Ziel unserer Diversity & Inclusion Strategy ist die Schaffung EINES globalen Henkel Teams im Rahmen einer offenen und wertschätzenden Unternehmenskultur.

Gender Diversity: Die besten Teams aus Frauen und Männern!

Der Ruf nach Frauen in Führungspositionen ist laut und nachhaltig. Das Echo der politischen Diskussion rund um eine fixe oder variable Frauenquote in Deutschland und anderen Ländern in der EU hat auch Henkel erreicht. Unser Standpunkt ist klar: Henkel ist gegen eine fixe Frauenquote. Für uns gilt: Jeder wird unabhängig von seinem Geschlecht aufgrund seiner Leistung und seines Potenzials bewertet und befördert. Trotzdem sehen wir die Notwendigkeit, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen.

Frauen bedeuten Wirtschaftswachstum

  • Derzeit tätigen Frauen Konsumausgaben in Höhe von rund 20 Billionen US Dollar. In den nächsten fünf Jahren kann diese Zahl bis zu 28 Billionen US Dollar steigen.
    (Silverstein, Michael J./Sayre, Kate, The Female Economy, in: Harvard Business Review (9/2009), 46-53.)
  • Frauen sind mit Abstand der größte Wachstumsmarkt der Erde.
    (Silverstein, Michael J./Sayre, Kate, The Female Economy, in: Harvard Business Review (9/2009), 46-53.)
  • Frauen treffen Kaufentscheidungen für 94 % der Einrichtungsgegenstände… 92 % der Urlaubsreisen… 91 % der Häuserkäufe… 60 % der Autokäufe… 51 % der Unterhaltungselektronik
    (Silverstein, Michael J./Sayre, Kate, The Female Economy, in: Harvard Business Review (9/2009), 46-53.)
  • Mit 59 % stellen Frauen in Europa die Mehrheit der Studienabschlüsse.
    (EUROSTAT, Das Leben von Frauen und Männern in Europa: Ein statistisches Porträt (2008), 35.)

Es gibt viele gute Gründe, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.
Und – was vielleicht noch viel wichtiger ist – es gibt keinen guten Grund dagegen.

Für den Großteil unserer Kosmetikprodukte, Wasch- und Reinigungsmittel und Konsumentenklebstoffe gehören Frauen zur direkten oder indirekten Konsumentenzielgruppe. Um ihren Anforderungen und Bedürfnissen gerecht werden zu können, ist es wichtig für uns, diese Zielgruppe innerhalb der Mitarbeiterstruktur von Henkel zu reflektieren.

Seit Einführung des strategischen Diversity Managements bei Henkel hat sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen von 24,5 Prozent im Jahre 2006 auf rund 29,5 Prozent Ende 2011 gesteigert.

Cultural Diversity: Kulturelle Vielfalt

Globalisierung und Wachstumsmärkte

  • 2010 hat China erstmalig Deutschland als Exportweltmeister überholt.
    (o.V., Exportweltmeister: China schlägt Deutschland, in: manager magazin online, im Internet: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,671071,00.html, abgerufen am 18.03.2011.)
  • Bereits 2003 haben 1,2 Millionen Asiaten einen Studienabschluss gemacht. Das ist mehr als die Summe aller Studienabschlüsse der USA und Europa zusammen.
    (Friedman, Thomas L., The World is Flat. The Globalized World in the Twenty-First Century, London etc. (Penguin) 2006, 344.)
  • 42% des Henkelumsatzes wird in den Wachstumsmärkten erwirtschaftet; 54 % der Henkelmitarbeiter arbeiten für Henkel in diesen Wachstumsmärkten.
  • Die Globalisierung von Märkten ist laut einer Studie der ETH Zürich in den letzten 20 Jahren signifikant gewachsen.
    (Dreher, Axel, KOF. Index of Globalization, ETH Zürich (2010), im Internet: http://globalization.kof.ethz.ch/aggregation/, abgerufen am 18.03.2011.)

Kaum ein Thema wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. Die einen verbinden mit ihr die Annäherung der Kulturen, wirtschaftliches Wachstum weltweit und ungeahnte Entfaltungsmöglichkeiten. Andere hingegen fürchten die Dominanz der Ökonomie, den Verlust regionaler Vielfalt, ökologischen Raubbau sowie eine zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich.

Auch Henkel und unsere Marken agieren zunehmend globaler. 2011 erwirtschaftete Henkel rund 42 Prozent seines Umsatzes in den Wachstumsmärkten. Mehr als die Hälfte unserer Mitarbeiter (54 Prozent) arbeiten mittlerweile außerhalb der traditionellen und gesättigten Märkte. Mit Recht kann sich Henkel einen Global Player nennen.

Das Diversity Management von Henkel folgt dem Ansatz der Marktreflexion und -legitimierung. So wie die Bedeutung der Wachstumsmärkte für Henkel zunimmt, so wächst auch die die Bedeutung der Mitarbeiter, die aus diesen Gebieten stammen.

In der zunehmenden Globalisierung von Henkel steckt demnach viel Potenzial – Wachstumspotenzial, aber auch Konfliktpotenzial, denn der Multi-Kulti-Mix von Mitarbeitern verschiedener Herkunft und Kulturen erfordert Offenheit, gegenseitiges Verständnis und viel interkulturelles Fingerspitzengefühl.
 
Interkulturelle Trainings
Zur Verminderung des Konfliktpotenzials und zur Steigerung der Teameffizienz bieten wir verschiedene interkulturelle Trainings an. So werden Mitarbeiter vor einem Auslandsaufenthalt auf die landestypischen Besonderheiten ebenso vorbereitet wie auf die sprachlichen Herausforderungen.

Internationale Woche
Im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2010 haben internationale Kollegen in den Kantinen am Standort Holthausen eine internationale Woche gefeiert. In der Finalwoche präsentierten jeden Tag ausländische Mitarbeiter ihren Kollegen ihr Heimatland mit landestypischer Kleidung, Requisiten und kulinarischen Spezialitäten. So ergab sich für viele Mitarbeiter die Gelegenheit, gemeinsam ein bisschen näher in die Ferne zu rücken.

Age Diversity: Generation Y trifft Baby Boomer

  • “Die EU27 Bevölkerung der 20- bis 59-Jährigen wird nach 2014 dramatisch sinken.”
    (European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions, Demographic Work and Change in Europe (2010), 9.)
  • Die ganze Welt altert: Heute liegt das weltweite Durchschnittsalter bei 29,1 Jahren. Bis 2030 wird das Durchschnittsalter bei 34,2 Jahren liegen und 2050 bereits bei 38,4 Jahren.
    (United Nations Population Division, World Populations Prospects, im Internet: http://esa.un.org/unpp/index.asp?panel=2, abgerufen am 18.03.2011.)
  • In 2010 tätigen die Über-50-Jährigen mehr als die Hälfte aller Konsumausgaben in Deutschland.
    (Gesellschaft für Konsumgüterforschung, Generation 50plus fühlt sich von Wirtschaft und Politik nicht genügend geschätzt, im Internet: http://www.gfk.com/group/press_information/press_releases/002661/index.de.html, abgerufen am 18.03.2011.)

Die Welt wird älter. Der demografische Wandel ist nicht aufzuhalten. Im Jahr 2050 wird das Durchschnittsalter weltweit bereits bei 38,4 Jahren liegen, also rund 9 Jahre über dem derzeitigen Durchschnittsalter von 29,1 Jahren

Daher befassen sich seit einiger Zeit Wirtschaft und Politik zunehmend mit dem demografischen Wandel sowie der Alterung unserer Gesellschaft – und das zu Recht. Denn mittlerweile tätigen die Über-50-Jährigen die Hälfte aller Konsumausgaben in Deutschland.

Auch für Henkel haben der demografische Wandel und die alternde Gesellschaft mehrere Gesichter: einerseits erschließen sie neues Konsumentenpotenzial der Zielgruppe 50+, andererseits bedeuten sie die Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit und lebenslanges Lernen der Mitarbeiter und bergen zudem das Konfliktpotenzial zwischen den Generationen.

Von Baby Boomern über Generation X und Y bis hin zur kommenden Arbeitsgeneration Z sind alle Altersgruppen innerhalb der Henkel-Mitarbeiterstruktur vertreten. Jede Generation hat ihre eigene Einstellung und Anspruchshaltung hinsichtlich Arbeitszeiten, -umfang und -ort.

Zur Vermittlung zwischen den Generationen wird daher seit 2009 bereits ein Cross-Generationen-Mentoring-Programm in Belgien angeboten. Mit Erfolg – sich kennen zu lernen, bedeutet, sich schätzen und verstehen zu lernen.