30.04.2010, Düsseldorf

 

Thomsit-System in denkmalgeschütztem Altbau

 

 
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Bodensanierung der besonderen Art

Es kommt nicht alle Tage vor, dass man als Boden- oder Parkettleger durch die quasi nicht mehr vorhandene Decke auf den Boden der darunter liegenden Etage schauen kann. Im denkmalgeschützten Altbau am Hamburger Gänsemarkt 21-23 war diese Situation unumgänglich. Bis auf die Stützbalken skelettiert lagen Decke oder Boden – je nach Perspektive des Betrachters – zwischen der 3. und 4. Etage völlig frei – ein Sanierungsprojekt der außergewöhnlichen Art.

„Über mehrere Tage haben wir aus Sicherheitsgründen niemanden in die 4. Etage gelassen“, erläutert Michael Krüger, der die Sparte Fußboden des Estrich- und Bodenbelagfachbetriebs Günter Krüger Söhne GmbH in Ellerbek bei Hamburg steuert. Dass es überhaupt so weit kam, hatte bei Verhandlungsbeginn noch niemand geahnt. „Die alten Böden sollen als Unterlage für ein neues, preisgünstiges Parkett dienen“, lautete die ursprüngliche Vorstellung des Auftraggebers.
So einfach ließ sich dieses Vorhaben jedoch nicht realisieren. Denn die alten, kleinzelligen Einzelbüros in der vierten Etage sollten außerdem in eine durchgängige 350 Quadratmeter großzügige Büro- oder Präsentationsfläche umfunktioniert werden. Noch dazu mit einer Massivholzdiele. Nur: „In den Einzelbüros lagen unterschiedliche Beläge, mit verschiedenen Höhenniveaus – beispielsweise auch alte Fertigparkettbeläge“, erläutert Krüger.

Massivdiele auf Fertigparkett wäre leichtsinnig
Zudem hing die darunter liegende rund 100-jährige Holzbalken-Konstruktion durch. Krüger weiter: „Ein solcher Unterboden hätte die Spannungen eines massiven Eichenholzes nie und nimmer gehalten. Vor allem eine Massivdiele auf altes Fertigparkett zu legen – selbst mit einer Trennlage – wäre leichtsinnig gewesen.“

Reklamationen aber – und darauf wurde von Anfang an unmissverständlich aufmerksam gemacht – dürfe es nicht geben. Von unten betrachtet sah das Bild nicht anders aus. Als Krüger nach einer Thomsit-Aufbauempfehlung das Muster einer massiven Eichendiele von Hirschfelder präsentierte, mit der er den Boden verlegen wollte, hatte er gewonnen.

So wurden die alten maroden Böden von oben abgetragen und die Kappendecke von unten bis auf die tragenden Elemente komplett entfernt. Mit Lasertechnik wurde die Holzbalkenkonstruktion anschließend durch Anschrauben einer Lattung in der Höhe neu ausgerichtet. Danach begann der Neuaufbau.

OSB- statt Spanplatten, um die Stabilität zu erhöhen
Auf dem so entstandenen Untergerüst brachten die Krüger-Profis zwei Lagen 25 mm dicke OSB-Platten auf, die sie überlappend kreuzweise verleimten und verschraubten. Für die beiden 25 mm dicken Platten entschied man sich anstelle einer 50 mm dicken einzelnen Lage, um die Stabilität des Bodens auf diese Weise noch einmal zu steigern. Außerdem steuern die OSB-Platten mit 50 mm Dicke und dem entsprechenden Gewicht bereits einiges zur Schalldämmung bei. Als zusätzliche Trittschalldämmung und für einen besseren Gehkomfort klebte das Krüger-Team dann die 3mm dicke Schubelastbahn TF 303 Thomsit-Floor auf.

Die Bahn besteht aus Polyurethan-Recycling-Granulat versetzt mit hochwertigem Bindemittel und bietet zugleich wärmedämmende Eigenschaften. Die massive Eichendiele klebten die Krüger-Profis mit Thomsit P 625 2-K-PUR-Klebstoff. Auf den Einsatz eines elastischen Parkettklebstoffs verzichtete Krüger aus gutem Grunde: „Der P 625 erhärtet in jeder Schichtdicke und bildet eine etwas starrere Fuge aus“, erläutert der Unternehmer. „Ein elastisch eingestelltes Produkt wäre auf dem ohnehin elastischen Unterboden einfach des Guten zuviel.“

Sanierung unter erheblichem Zeitdruck
Insgesamt sanierte Krüger rund 1.100 Quadratmeter über drei Etagen in der Vorweihnachtszeit – ein ambitioniertes Projekt, denn das vor dem historischen Gebäude im Herbst errichtete Gerüst musste schon im November dem Weihnachtsmarkt weichen. Der Gänsemarkt zählt zu den zentralen Drehkreuzen der Hamburger Innenstadt, in das mehrere Einkaufspassagen sowie der Jungfernstieg münden.

„Insofern konnten uns die Fristen auch nicht verlängert werden“, meint Krüger. So hatte man in der fünften Etage beispielsweise kurz vor dem Gerüstabbau schnell noch eine Pumpe für den Einbau einen neuen Estrichs durch die von Bruder Andreas Krüger gelenkte Estrichsparte herangeholt. Alle späteren Anlieferungen wurden über einen kleinen Fahrstuhl angewickelt. Krüger: „Wir standen unter erheblichem Zeitdruck. Aber letzten Endes hat alles wunderbar geklappt.“