Einkauf und Lieferantenmanagement

Unternehmen sind in der Pflicht, Verantwortung für ihre Lieferketten zu übernehmen. Von unseren Lieferanten und Vertragspartnern erwarten wir, dass ihr Verhalten unseren unternehmensethischen Werten entspricht.

Angesichts der Entwicklungen der internationalen Beschaffungsmärkte ist es von hoher strategischer Bedeutung, auf ein Netzwerk von engagierten Spitzenlieferanten zurückgreifen zu können. Unseren weltweiten Einkauf steuern wir auf Basis definierter Managementprozesse und einer unternehmensweit gültigen Beschaffungsstrategie. Um in Märkten mit hoher Volatilität bestehen zu können, sind globale Transparenz, Schnelligkeit und Entschlossenheit entscheidend. Dabei setzen wir global auf strategische Beschaffung anstelle von kurzfristigen, taktischen Einkäufen. Von unseren Lieferanten und Vertragspartnern erwarten wir, dass ihr Verhalten unseren  unternehmensethischen Werten entspricht. Bei der Auswahl unserer Lieferanten berücksichtigen wir daher deren Leistungen in Bezug auf nachhaltiges und gesellschaftlich verantwortliches Wirtschaften. Grundlage hierfür sind unsere konzernweit gültigen Einkaufsstandards sowie die bereits 1997 formulierten Standards zu Sicherheit, Gesundheit und Umwelt, durch die wir uns schon früh zu unserer Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette bekannt haben. Die Verantwortlichkeiten für Nachhaltigkeitsstandards in der Beschaffungskette haben wir in der Abteilung „Global Purchasing Sustainability“ gebündelt.


Bewertung unserer Lieferantenbasis

Unsere Lieferantenbasis umfasst derzeit Lieferanten und Vertragspartner aus rund 104 Ländern. Dabei entfallen circa 80 Prozent des Beschaffungsvolumens auf Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Wir haben jedoch damit begonnen, verstärkt Beschaffungsmärkte außerhalb der OECD-Mitgliedsstaaten zu erschließen. Unsere Anforderungen gegenüber unseren Lieferanten und Vertragspartnern ändern sich dadurch nicht. Allerdings steht bei unseren Lieferantenbewertungen zukünftig die Betrachtung nach Risikoländern im Vordergrund – statt wie bisher die Höhe des jeweiligen Einkaufsvolumens.

Status der Lieferantenbewertung

Seit 2007 bewerten wir unser globales Einkaufsvolumen unter Nachhaltigkeitsaspekten. Unsere Lieferantenbewertung ist dabei ein mehrstufiger Prozess, der sich in die vier Instrumente Lieferanten-Code, Selbstbewertung, Audits und Qualifizierung unterteilt:

  • Lieferanten-Code: Schwerpunkt unserer Arbeit im Jahr 2009 war die Einführung eines weltweit gültigen Lieferanten-Codes als Grundlage jeder vertraglichen Beziehung. Dabei haben wir uns einer branchenübergreifenden Initiative des deutschen Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) angeschlossen. Der Code basiert auf den zehn Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen und ermöglicht so eine internationale Anwendung. Zukünftig können neue Lieferanten nur bei Anerkennung des Lieferanten-Codes – und damit der Prinzipien des Global Compact – eine vertragliche Verbindung mit Henkel eingehen.
  • Selbstbewertung: Zusätzlich verfolgen wir die Strategie der Selbstbewertung von Lieferanten auf Basis branchenspezifischer Fragebögen. Diese unterstreichen unsere Anforderungen in den Bereichen Sicherheit, Gesundheit, Umwelt, Qualität, Menschenrechte, Mitarbeiterstandards und Anti-Korruption. 2009 erfüllten 74 Prozent unserer bewerteten Lieferanten und Vertragspartner unsere Nachhaltigkeitskriterien, während wir mit den übrigen 26 Prozent bei einzelnen Kriterien weitere Nachbesserungen vereinbart haben. Stellen wir nicht akzeptable Geschäftspraktiken fest, leiten wir in letzter Konsequenz die Beendigung des Geschäftsverhältnisses ein.
  • Audits und Risikobewertung: Der systematische Ausbau des Auditprogramms für unsere Lieferkette wird der Schwerpunkt unserer Arbeit in den kommenden Jahren sein. Bis 2012 wollen wir den prozentualen Anteil unseres Einkaufsvolumens von auditierten Lieferanten jährlich steigern. Hierbei legen wir den Fokus verstärkt auf die von internationalen Fachinstituten festgelegten Risikoländer.
  • Qualifizierung und Weiterbildung: Ziel unserer Lieferantenbewertungen ist nicht die formale Absicherung gegen Reputationsrisiken oder Rechtsansprüche. Vielmehr wollen wir durch gezielte Zusammenarbeit einen Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsstandards in unserer Lieferkette leisten – zum Beispiel durch Wissenstransfer und Fortbildung in Bezug auf Prozessoptimierungen, Ressourceneffizienz, Umwelt- und Sozialstandards. Dazu zählt auch unser Engagement beim Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) für ein Zertifizierungs- und Vermarktungsmodell für Palmkernöl aus nachhaltigem Anbau. 2008 haben wir erstmals entsprechende Zertifikate gekauft. Darauf aufbauend planen wir weitere Schritte zur vollständigen Ausrichtung unseres Produktportfolios auf zertifiziertes nachhaltiges Palm- und Palmkernöl bis 2015.

Instrumente der Lieferantenbewertung



Verankerung der Einkaufsstandards

Um weltweit Verantwortung zu übernehmen, ist es entscheidend, dass die Prinzipien des nachhaltigen Wirtschaftens in unserer gesamten Einkaufsorganisation verstanden und gelebt werden. Für unsere 2009 überarbeiteten Einkaufsstandards (Purchasing Management Standards) haben wir daher ein weltweites Trainingsprogramm aufgesetzt. In sechs regionalen Trainings haben wir zunächst den Länderverantwortlichen die neuen Richtlinien inklusive der verbindlichen Anforderungen an das Nachhaltigkeitsprofil unserer Lieferanten vermittelt. Im Rahmen der sich anschließenden lokalen Schulungen haben wir die Inhalte bereits an über 90 Prozent unserer Einkaufsmitarbeiter weitergegeben. Für 2010 planen wir eine Fortsetzung der Trainingsmaßnahmen mit erweiterten Inhalten.

Global Compact

Henkel unterstützt die Ziele des UN Global Compact.