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Mehr Logik in der Logistik

Ein modernes Distributionsnetzwerk muss mehreren Anforderungen genügen: Es muss unsere Produkte das ganze Jahr über unseren Kunden zur richtigen Zeit am richtigen Ort in ausreichender Menge zur Verfügung stellen. Gleichzeitig muss es die vom Handel geforderten kurzen Vorlaufzeiten bei gleichzeitig hohem Lieferservice sicherstellen. Im Rahmen des Projekts „Optimierung von Transport und Lagerhäusern“ arbeiten wir zusammen mit externen Transportunternehmen kontinuierlich an effizienten und umweltschonenden Logistikkonzepten. Dabei wollen wir die Komplexität beim Transport und bei der Lagerung von Henkel-Fertigwaren verringern. Ein zentral koordinierter Logistik-Einkauf sowie die weitgehende Zusammenlegung von Lagern sollen weitere Synergieeffekte erzielen. Bereits bei der Auswahl unserer Logistikpartner achten wir auf die Energieeffizienz ihrer Flotte. Darüber hinaus wollen wir sicherstellen, dass die Ware stets auf dem effizientesten Weg zu den Kunden gelangt. Um in der Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern  Optimierungspotenziale aufzudecken, beteiligen wir uns an der europaweiten Initiative „Efficient Consumer Response“.


Logistik als Teil des betrieblichen „Kohlendioxid-Fußabdrucks“

Kooperation bei Transporten

Um unseren betrieblichen „Kohlendioxid-Fußabdruck“ ganzheitlich zu optimieren, arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung und Vervollständigung der Datenbasis unserer Produktions- und Logistikemissionen. Für unsere Produktion haben wir seit langem umfassende Managementsysteme aufgebaut. Diese erfassen sowohl eigene Kohlendioxid-Emissionen als auch solche, die bei der Erzeugung von fremdbezogener Energie entstehen.

Die Erfassung der durch Logistik und Transport unserer Produkte oder durch Geschäftsreisen verursachten Kohlendioxid-Emissionen ist ungleich schwieriger, da die sogenannten Systemgrenzen, Datengrundlagen und methodischen Vorgehensweisen weit weniger eindeutig sind: Zum Beispiel für die Berechnung der Transport-Emissionen müssten der Verbrauch jedes Lkws, dessen Auslastung und jeder gefahrene Kilometer genau bekannt sein. Eine Hochrechnung für das Jahr 2008 auf Basis von Durchschnittswerten, Emissionsfaktoren und Sekundärdaten aus bestehenden Datenbanken für Lebenszyklusanalysen ergab, dass durch den Transport unserer Produkte jährliche Kohlendioxid-Emissionen von schätzungsweise 500.000 Tonnen verursacht werden. Die Emissionen durch unsere Geschäftsreisen schätzen wir auf circa 150.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr (beide Werte Henkel weltweit ohne National Starch-Geschäfte). Um unseren betrieblichen „Kohlendioxid-Fußabdruck“ ganzheitlich zu verbessern, suchen wir daher auch bei Entwicklung, Transport und Lagerung unserer Produkte sowie bei Geschäftsreisen und Dienstwagen intensiv nach Verbesserungsmöglichkeiten.


Ansatzpunkte für eine ganzheitliche Optimierung

 Bereich  Maßnahme
Logistik- Strukturen
  • Fortführung des bereits 1994 in Deutschland eingeführten Konzepts „Öko-Logistik“ zur Verlagerung des Transports von Produkten auf die Schiene.
  • 2009: Start der Belieferung unseres Kosmetik-Zentrallagers in Monheim bei Düsseldorf per Bahn. Reduktion der Transportkilometer von rund 1,25 Millionen Straßenkilometer auf rund 125.000 Bahnkilometer und damit verbunden eine Verringerung um rund 5.200 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen pro Jahr.
Synergien / Kooperationen
  • Zentral koordinierter Logistik-Einkauf sowie wo möglich Bündelung der Transporte zwischen einzelnen Standorten. Beispiel USA und Europa: Erhöhung von Sendegewicht und somit Lkw-Auslastung durch Zusammenlegung der Transportmengen von nahe gelegenen Henkel-Standorten mit neu hinzugekommenen Standorten von National Starch.
  • Ausbau der Transport-Kooperationen mit anderen Unternehmen zur Vermeidung von Leertransporten.
Produkt- Optimierungen
  • Produktoptimierungen hinsichtlich Gewicht und Volumen, soweit ohne Einschränkung von Leistung und Stabilität der Verpackung möglich. Beispiel: Umstellung der US-Flüssigwaschmittelmarke Purex auf ein Konzentrat. Ergebnis: Vermeidung von rund 17.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen beim Transport pro Jahr durch reduziertes Produktvolumen.
  • Schrittweise Verlagerung der Produktion von Verpackungsmitteln direkt an den Standort, auch zur Vermeidung von Leertransporten.
Geschäftsreisen
  • Richtlinie zum Ersatz von Geschäfts- und Flugreisen durch Video- und Telefonkonferenzen.
  • Beispiel: Allein in den letzten drei Jahren verzehnfachte sich die Dauer unserer weltweiten Telefonkonferenzen, was mit einer erheblichen Einsparung von Kohlendioxid-Emissionen durch die Vermeidung von Geschäftsreisen einhergeht.
Firmenwagen
  • Europa: Festlegung von Referenzfahrzeugen und Kriterien für die Anschaffung von Neuwagen.
  • USA: Umstellung von 6 Zylinder auf 4 Zylinder Fahrzeuge.
    Türkei: Umstellung auf kraftstoffsparende Dieselfahrzeuge.
  • Test von alternativen Antriebskonzepten in verschiedenen Regionen, wie Bioethanol in Schweden oder Hybridmotoren in Japan. Beispiel Japan: Geschätzte Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen der Firmenwagenflotte um bis zu 550 Tonnen pro Jahr bei vollständiger Umstellung auf Hybridmodelle.


Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit

Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von Henkel, im Interview


Die fünf Fokusfelder