Kontrolle vor Ort
Waschmittelenzyme werden genau wie Vitamine der so genannten B-Gruppe, Aminosäuren zur Nahrungsmittelergänzung und Arzneimittelwirkstoffe mit biotechnologischen Verfahren in geschlossenen Systemen hergestellt. Weiße Biotechnologie ist hier das Stichwort.
Lebende Mini-Fabriken
In der Welt der Weißen Biotechnologie nutzen Biotechnologen Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze, um Substanzen herzustellen, die über klassische chemische Synthesen nicht zugänglich sind. Wie Minifabriken erledigen die auch als Produktionsstämme bezeichneten Mikroorganismen fast nebenbei, was für Chemiker unmöglich ist: Denn die „lebenden Fabriken“ enthalten in ihren Genen von Natur aus oder aber nach gezielter Programmierung durch Biotechnologen die Bauanleitung für die gewünschten Stoffe. Die Fachleute kultivieren diese Mikroorganismen in einem Fermentation genannten Prozess. Und am Schluss isolieren sie die gewünschten Reaktionsprodukte.
Hohe Kunst: Fermentation
Mit der Firma Sandoz produziert Henkel in einem Joint Venture, der Biozym GmbH, eigene Waschmittelenzyme am Standort Kundl in Österreich. In mehrere Tausend Liter fassenden industriellen Fermentern kultivieren die Biotechnologen das Bakterium Bacillus licheniformis als Produktionsstamm. Dabei liegt die hohe Kunst darin, solche Bedingungen einzustellen, unter denen die Bakterien die gewünschten Enzyme in möglichst hoher Ausbeute produzieren. Eine Fermentation dauert mehrere Tage, bis sie abgeschlossen ist. Währenddessen kontrollieren die Experten genauestens Temperatur, Sauerstoff- und Nährstoffgehalt im Fermenter.
Läuft alles gut?
Die Experten sahen früher erst nach dem abgeschlossenen Prozess, ob die biologischen Vorgänge optimal gelaufen sind. Im schlechtesten Fall mussten sie einen ganzen Produktionsansatz entsorgen. Deshalb haben die Enzymspezialisten aus der Henkel-Forschung in enger Zusammenarbeit mit weiteren Kooperationspartnern innovative Technologien entwickelt, mit deren Hilfe sie erstmalig schon während des laufenden Prozesses bestimmen können, wie gut die Fermentation läuft. Damit können Biotechnologen rechtzeitig in den Prozess eingreifen und Produktionsschwankungen vermeiden.
Erfahren Sie hier mehr über die innovativen Chip-Technologien.
Lesen Sie hier den ganzen Artikel:
|
Kontrolle vor Ort
|
PDF
|