Flextec® inside
Baukastensysteme machen flexibel. Aus nur wenigen verschiedenen Elementen lässt sich problemlos eine große Variation an fertigen Bauteilen erstellen. Mit den so genannten Flextec®-Präpolymeren hat Henkel solch einen Baukasten erstellt, um die verschiedenartigsten Produkte herzustellen – von der Dichtmasse bis zum Klebstoff. Flextec® ist ein kennzeichnungsfreies, leistungsfähiges Bindemittel, das lösemittelfrei und isocyanatfrei ist. Mit dieser Basistechnologie stellen die Produktentwickler die Grundbausteine für Polymere her, eine Hauptkomponente unter etwa 10 bis 15 Einzelkomponenten in Kleb- und Dichtstoffen.
Flexible Polymere
Das Grundgerüst der Polymere ist relativ einfach: An einer mehr oder weniger langen Polyetherkette hängen jeweils am Ende hoch reaktive Silizium-Gruppen, so genannte Silan-Verbindungen. Durch Veränderung des Kettenaufbaus erhalten die Klebstoff-Forscher Produkte mit zum Teil grundsätzlich anderen Eigenschaften.
Je länger die Ketten sind, desto elastischer wird das Produkt. Wie elastisch ein Material ist, beschreiben die Experten mit dem Elastizitäts-Modul. Ein hoher Wert bedeutet, dass das Produkt wenig elastisch ist. Solche Stoffe sind für Klebstoffe geeignet, während Stoffe mit niedrigem Elastizitäts-Modul, die also elastisch sind, in Dichtmassen verwendet werden. Die Anzahl der Kettenverzweigungen bestimmt dagegen die Festigkeit der Produkte: Je verzweigter, desto fester sind sie.
Über die Art der Molekülgruppen, die am Ende der Ketten mit den Silanverbindungen verknüpft sind – beispielsweise Methoxygruppen – steuern die Wissenschaftler die Reaktionsgeschwindigkeit, mit der die Klebstoffe und Dichtmassen aushärten. Ein Montagekleber beispielsweise muss sofort halten, da er eine hohe Anfangshaftung braucht, wenn zum Beispiel ein Regal an eine Wand geklebt wird. Ein Parkettkleber soll im Gegensatz dazu dem Bodenleger ermöglichen, über eine längere Zeit während der Verarbeitung noch Korrekturen vorzunehmen.
Baukasten mit Henkel-Know-how
Weitere Komponenten, oder Additive, in den Kleb- und Dichtstoffen sind Füllstoffe, die die mechanischen Eigenschaften und die Konsistenz bestimmen. Durch Zugabe von UV-Stabilisatoren werden die Produkte resistent gegenüber Sonneneinstrahlung. Je nach den gewünschten Produkteigenschaften fügen die Klebstoffspezialisten die verschiedenen Komponenten nach dem Baukastensystem zusammen. In der Wahl der Mengenanteile der Komponenten sowie in der speziellen chemischen Zusammensetzung liegt das besondere Know-how.
Vorteile gegenüber Polyurethanen und Silikonen
Auf der Flextec®-Technologie beruhende Produkte besitzen im Prinzip ähnliche Eigenschaften wie Polyurethane oder Silikone – aber ohne deren Nachteile zu haben. So haften die Polymere ebenfalls auf fast allen Untergründen, haben jedoch eine sehr viel höhere UV-Beständigkeit, verglichen mit Polyurethanen, und sind somit auch für den Außenbereich geeignet. Außerdem haften sie sehr gut auf feuchten Untergründen, lassen sich überstreichen und überkleben. Sie sind farb- und lackverträglich, lassen sich wieder entfernen und werden bei tieferen Temperaturen nicht brüchig – sie sind also kälteflexibel, wie die Fachleute sagen. Die Produkte enthalten weder Lösemittel noch Isocyanat und sind als Einkomponentensysteme sehr anwenderfreundlich.
Auch für schwierige Fälle
Außerdem werden die innovativen Produkte immer da eingesetzt, wo Polyurethane oder Silikone Schwachpunkte haben: In besonders schwierigen Klebe-Situationen wie beim Abdichten von Löschteichfolien oder Schwimmbecken unter Wasser. Darüber hinaus sind auch Dichtprobleme in Kühlhäusern oder an Flüssiggas-Tanks mögliche Anwendungsfelder dieser Produkte.
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