Bei der Entwicklung neuer Fahrzeugmodelle ist der Schutz der Insassen eine der wichtigsten Zielvorgaben. Zur Verbesserung der Sicherheitsstandards trägt der Einsatz von modernen Klebstofftechnologien entscheidend bei. Neustes Beispiel ist ein prämiertes Knieairbagsystem des Automobilherstellers BMW. Die erfolgreiche Umsetzung der innovativen Verfahrenstechnik wurde von Henkel durch eine maßgeschneiderte Klebstofflösung unterstützt.
Im Automobilbau ist Kleben zu einer wichtigen Schlüsseltechnologie geworden. Immer häufiger werden hier Materialien eingesetzt, die sich nicht miteinander verschweißen lassen. Das gilt unter anderem für das Verbinden von Kunststoffen, die als Konstruktionswerkstoff ein hohes Innovationspotential bieten. Die Entwicklung neuer Verfahrentechniken auf diesem Gebiet ermöglicht dabei auch die kontinuierliche Verbesserung der Fahrzeugsicherheit, etwa bei der Airbagausstattung. Für die Entwicklung eines neuen integrierten Knieairbagsystems wurde das BMW Werk Landshut kürzlich von der Society of Plastics Engineering (SPE) mit dem Innovationspreis in der Kategorie Innenausstattung ausgezeichnet. Möglicht gemacht hat diese Innovation nicht zuletzt ein Klebstoff der Henkel Marke Macroplast, der speziell für diese Anwendung konzipiert wurde.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen kommt der neue Knieairbag von BMW ohne den konventionellen Airbagdeckel aus, indem der Airbagluftsack und die Dekoroberfläche direkt miteinander verklebt werden. Ein rückseitig in das Gehäuse integrierter Gasgenerator löst den Airbag beim Crash aus. Dabei durchströmt das Treibgas Bohrungen im Trägerteil und trennt den Verbund aus Luftsack und Dekor von diesem ab.
Bei der Entwicklung des dazu verwendeten Klebstoffs stellte vor allem die Austangierung der Schälkraft die Entwickler von Henkel vor große Herausforderungen. Sie wird als Maß für die Beurteilung der Verbundfestigkeit herangezogen, in diesem Fall die zwischen Luftsack und Dekorplatte. „Ist die Schälkraft zu hoch, kann es im Notfall zu einer Fehlfunktion kommen und der Airbag öffnet sich nicht. Ist die Schälkraft zu niedrig besteht die Gefahr, dass das System die klimatischen Anforderungen nicht erfüllt und sich der Verbund löst“, sagt Projektleiter Thorsten Kraft von Henkel. Mit dem neuen Macroplast Klebstoff ist es schließlich gelungen einen Klebstoff zu entwickeln, der diesem Anforderungsprofil gerecht wird.
Die Hauptvorteile des neuen Knieairbags stellen sich im Detail wie folgt dar: Neben Einsparungen beim Bauraum und der Gewichtsreduzierung wird vor allem die Sicherheit der Insassen deutlich erhöht. Durch den Wegfall des Airbagdeckels wir die Entstehung von Partikelflug vollständig vermieden. „Die Auszeichnung des integrierten Knieairbags von BMW durch den SPE zeigt, das die eingesetzte Klebstofftechnologie auch von kritischen Experten hervorragend eingestuft wird“, sagt Thorsten Kraft.
Henkel AG & Co. KGaA