Seit mehr als 140 Jahren ist die Druckerei Berger ununterbrochen in Familienbesitz. Das österreichische Traditionsunternehmen wird heute von der vierten und fünften Generation geführt. Strikte Kundenorientierung, kompetente Mitarbeiter und höchste Qualitätsstandards haben Berger in Österreich zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der Branche gemacht. Gemeinsam mit Henkel setzt die Druckerei jetzt auch bei der Arbeitssicherheit neue Maßstäbe.
Polyurethan-Schmelzklebstoffe stellen aufgrund ihres Leistungsprofils eine hervorragende Lösung für fast alle buchbindetechnischen Probleme dar, allerdings erfordert der Einsatz der hochwertigen Klebstoffsysteme oftmals deutlich höhere Schutzmaßnahmen, denn von den enthaltenen monomeren Isocyanaten können erhebliche Gesundheitsgefahren ausgehen. Die österreichische Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH setzt jetzt auf eine Lösung von Henkel, mit der dieses Problem der Vergangenheit angehört: die emissionsreduzierten Klebstoffe der Purmelt MicroEmission Reihe.
Konventionelle Polyurethan-Schmelzklebstoffe enthalten eine Isocyanat-Konzentration von bis zu fünf Prozent. Bei der Verarbeitung können sie als Dämpfe in die Umgebungsluft entweichen und Atemwege, Augen und die Haut reizen oder Allergien verursachen. Diese PUR-Hotmelts sind daher auch mit dem Warnzeichen Xn gekennzeichnet. Das Gesundheitsrisiko erhöht sich zudem durch den Verdacht der krebserzeugenden Wirkung des Klebstoffs bei einem Isocyanatanteil von über einem Prozent. Bei Standardklebstoffen mit einem Isocyanatanteil zwischen ein und fünf Prozent muss die Emission von Dämpfen daher durch Ablufthauben weitgehend verhindert werden. Ist dies nicht möglich besteht eine Tragepflicht von Schutzkleidung (Schutzbrille, Handschuhe, Gasmaske) damit die Risiken minimiert werden.
„Wir haben schon lange nach einem System gesucht, das nicht nur die geforderte Qualität der Bindung bietet, sondern vor allem auch die Arbeitssicherheit der Kollegen verbessert, die an der Anlage arbeiten“, erläutert Bernhard Surböck, Leiter der Buchbinderei bei Berger. „Mit Purmelt MicroEmission von Henkel haben wir jetzt die Lösung gefunden.“ Diese MicroEmission-Klebstoffe enthalten weniger als 0,1 Prozent der monomeren Isocyanate. Damit unterschreiten sie nicht nur den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert für die Kennzeichnungspflicht: Unabhängige Institute haben die MicroEmission-Klebstoffe unter Praxisbedingungen auf allen gebräuchlichen Bindeanlagen und Auftragssystemen getestet und bestätigen die Verringerung des monomeren Isocyanats in der Arbeitsatmosphäre um bis zu 90 Prozent.
Und auch die strengen Qualitätsanforderungen von Berger werden erfüllt: „Bei der Klebeleistung stehen die Schmelzklebstoffe aus der MicroEmission-Reihe den konventionellen PUR-Hotmelts in nichts nach“, so Surböck. „Ganz im Gegenteil, nach unseren Erfahrungen haben sie deutliche technische Vorteile.“ So sei zum Beispiel die Anfangsklebrigkeit deutlich höher und auch der physikalische Festigkeitsaufbau erfolge sehr schnell. Surböck: „Vor allem haben wir jetzt keinerlei Lagenverschiebung mehr beim Niederlegen des Buchblocks.“ Auch das Ergebnis ist überzeugend: „Wir erreichen beim Einsatz von Purmelt MicroEmission die gleichen Endfestigkeiten, wie bei den konventionellen PUR-Hotmelts“, bestätigt der Buchbindereileiter. „Im fertig gebundenen Endprodukt sind keinerlei Unterschiede feststellbar, während die Arbeitssicherheit erheblich zugenommen hat.“
Die Umstellung der Linie auf das Henkel-Produkt sei denkbar einfach gewesen. „Man könnte fast sagen: altes Fass raus, neues Fass rein“, so Surböck, „und das obwohl wir mit der Düsenbeleimung ein relativ kompliziertes Verfahren anwenden.“ Einen Punkt gebe es allerdings zu berücksichtigen, die Verarbeitungstemperatur. Diese muss beim Einsatz von Purmelt MicroEmission um 10 °C reduziert werden. „Wieder ein Vorteil für uns“; freut sich der Österreicher, „so können wir zusätzlich noch Energiekosten einsparen.“ Insgesamt sei die Umstellung wirklich problemlos gelaufen. „Nicht zuletzt durch den vorbildlichen Service von Henkel, die uns eine exakte Temperaturführung vorgeben konnten, um optimale Resultate zu erzielen.“
Alle internationalen Anlagenhersteller haben die Purmelt MicroEmission-Reihe getestet und freigegeben. Die positive Resonanz in der Grafischen Industrie hat Henkel inzwischen zu einer Erweiterung des Programms emissionsreduzierter Purmelts bewogen. Die Purmelt MicroEmission-Reihe umfasst die gesamte Produktpalette für Rücken-, Seiten- und Vorsatzklebung. Alle Purmelts sind optional auch in Form von Granulaten lieferbar, die - zum Beispiel zu Testzwecken - sofort ins Leimwerk gegeben werden können. Auf diese Weise macht Henkel interessierten Buchbindereien den Wechsel zu dieser zukunftsweisenden Produktreihe noch einfacher.
Die deutsche Berufsgenossenschaft empfiehlt den Betrieben ausdrücklich den Einsatz von MicroEmission-Produkten. Auch die strengen Umweltschutzvorgaben der skandinavischen Länder werden erfüllt: seit Anfang des Jahres 2008 tragen Purmelt MicroEmission-Produkte das Ökolabel „Nordic Swan“. Darüber hinaus entsprechen die Produkte der europäischen Chemikalienverordnung REACH, die im Jahr 2007 in Kraft getreten ist.
Die patentierte Henkel-Technologie ist mittlerweile dem Markt zugänglich gemacht worden. Ihr Einsatz verringert nicht nur die gesundheitliche Belastung der Mitarbeiter, sondern reduziert auch den technischen Aufwand für die sichere Verarbeitung. Dadurch sinken die Investitionskosten für Maschinen und es kann kostengünstiger produziert werden. Nicht zuletzt ist auch die ökologisch verträgliche Produktionsweise ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Henkels langfristiges Ziel ist deshalb die Ablösung der herkömmlichen PUR-Klebstoffe durch schadstoffarme, sichere und saubere Lösungen.
Henkel AG & Co. KGaA