Henkel hat die ersten wassermischbaren, bakterizidfreien Kühlschmierstoffe entwickelt, die auch im Nachsatz keine Bakterizidzugabe benötigen. Die neuen Produkte der Marke Multan erleichtern nicht nur das Handling in der Produktion, sondern minimieren die gesundheitliche Belastung der Mitarbeiter und ermöglichen bereits jetzt die erfolgreiche Umsetzung der EU-Biozid-Richtlinie.
Mit einer neuartigen Rohstoffkombination gelang jetzt erstmals die Umformulierung der patentierten Emulgatortechnologie. Dadurch erzielte Henkel den Durchbruch bei der Entwicklung einer vollkommen neuen Generation an Kühlschmierstoffen. Diese neue Kühlschmierstofftechnologie bewirkt, dass Bakterien bereits ab einer gewissen Mindestkonzentration an der Nahrungsaufnahme aus dem Abbau von Emulgatoren gehindert werden. Unterhalb dieser Konzentration ist die gesetzlich vorgeschriebene biologische Abbaubarkeit wieder gewährleistet. Damit ist es Henkel gelungen, die bei der Verwendung von Kühlschmierstoffen problematische Bildung von Bakterien ohne den Zusatz von toxischen Bakteriziden zu verhindern. Die neuentwickelten Multan Produkte 71-2 und 77-4 kommen gänzlich ohne den Zusatz dieser gesundheitsschädlichen Bakterizide aus. Dies war bislang mit den klassischen Produktkonzepten nicht möglich.
Konventionelle wassermischbare Kühlschmierstoffe für die zerspanende Metallbearbeitung unterliegen aufgrund der enthaltenen organischen Substanzen zwangsläufig einer erhöhten Keimbelastung durch Bakterien. Zwar handelt es sich dabei um einen natürlichen biologischen Prozess, dieser ist jedoch mit zahlreichen technischen Problemen in der Fertigung sowie mit gesundheitlichen Risiken für die Mitarbeiter verbunden. So droht ab einer gewissen Keimzahl das „Umkippen“ der Kühlschmierstoffemulsion, wodurch diese in kürzester Zeit unbrauchbar wird und gewechselt werden muss. Darüber hinaus führen die Stoffwechselprodukte der Bakterien zu einem Abfall des pH-Wertes und in der Folge zu steigender Korrosionsgefahr. Nicht zuletzt kann das ungesteuerte Wachstum der Mikroorganismen zu Erkrankungen beim Menschen führen.
Zur Begegnung dieser Problematik werden bislang zwei Produktkonzepte angewendet. Bei bakterizidfreien Kühlschmierstoffen wird das Bakterienwachstum toleriert und erst ab einer bestimmten Konzentration in Form einer Stoßdesinfektion entgegengewirkt. Auf diese Weise reduziert man die Keimzahl und der Kreislauf beginnt von vorne. Das Verfahren hat jedoch den Nachteil, dass Mitarbeiter sowohl durch den dauerhaften Kontakt mit Bakterien und deren undefinierten Stoffwechselprodukten als auch bei der Zugabe des hochkonzentrierten Biozids einer hohen gesundheitlichen Belastung ausgesetzt sind. Zudem stellen die abgetöteten Keime einen hervorragenden Nährboden für die nächste Keimgeneration dar, so dass sich die Abstände bis zur nächsten Desinfektion stetig verkürzen. Die zweite Produktgruppe der biozidhaltigen Kühlschmierstoffe unterdrückt zwar bei sachgemäßer Anwendung und Pflege das Bakterienwachstum dauerhaft, allerdings besteht auch hier aufgrund des rezepturbedingten Bakterizidzusatzes eine erhöhte Gesundheitsgefährdung und ein gestiegenes Allergierisiko.
Henkels Entwicklung einer dritten Produktgruppe, die gänzlich ohne Bakterizide auskommt, löst diese Probleme. Der Einsatz der neuen Multan-Kühlschmierstoffe schließt eine gesundheitliche Belastung der Mitarbeiter sowohl durch Bakterien als auch durch Bakterizide aus. Und das bei gleichbleibender Qualität der Leistung. Bisher werden zwei Produkte mit der neuen Technologie von Henkel angeboten. Der Generalist Multan 71-2 ist multifunktional einsetzbar. Wegen seiner hohen Schmierleistungen eignet er sich für schwere Grobzerspanungen. Aufgrund seiner Feindispersität ist er jedoch auch zum Schleifen einsetzbar. Für extreme Schmierleistungen gibt es daneben den Spezialisten Multan 77-4 für besonders schwere Edelstahl und Aluminiumzerspanungen, selbst bei niedrigen Einsatzkonzentrationen.
Durch den Einsatz dieser Produkte kann bereits jetzt die EU-Biozid-Richtlinie umgesetzt werden, die ab dem Jahr 2014 in Kraft tritt und die Verwendung von Bakteriziden deutlich einschränkt.
Henkel AG & Co. KGaA
Leiter Unternehmenskommunikation:
Ernst Primosch, Corporate Vice President