27.07.2010, Düsseldorf
Pilze, Hefen und Bakterien produzieren Wirkstoffe für Wasch- und Reinigungsmittel
Weiße Biotechnologie für Alltagsprodukte
In der Weißen Biotechnologie treffen Biologie und Technologie aufeinander. Anders als in einer chemischen Fabrik erledigen hier Mikroorganismen wie Pilze, Hefen oder Bakterien die Arbeit. Weil sie die gewünschten Substanzen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Melasse, Stärke oder pflanzlichen Ölen herstellen, ist diese Produktionsweise sehr umweltverträglich. Sie schont fossile Energieträger und letztlich das Klima, da auch der biologische Prozess sehr energieeffizient ist und bei niedrigen Temperaturen abläuft. Henkel nutzt die „Minifabriken“, um wichtige Inhaltstoffe für Wasch- und Reinigungsmittel herzustellen. Waschmittelenzyme und Zitronensäure sind dabei längst etabliert. Neu ist jetzt der Einsatz von Biotensiden.
Biotenside
Biotenside werden waschaktive Substanzen genannt, die einen biologischen Ursprung haben. Tenside setzen sich zwischen Wasser- und Fettmoleküle und bewirken so, dass sich zum Beispiel Schmutzteilchen besser aus der Wäsche oder von Oberflächen entfernen lassen. Biotenside werden mit Hefen oder Bakterien aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Sie sind nicht nur sehr umweltverträglich, sondern auch ideal für die Reinigung von Glas, wie die Henkel-Forscher herausgefunden haben: Das Rückstandsverhalten ist besser als bei herkömmlichen Tensiden. In Sidolin sorgen sie daher seit Anfang dieses Jahres für noch mehr streifenfreien Glanz.
Enzyme
Diese biologisch aktiven Stoffe übernehmen wichtige Aufgaben in Kleinstlebewesen und allen lebenden Zellen, indem sie chemische Reaktionen zwischen Molekülen erst möglich machen oder beschleunigen. Sie werden in der Weißen Biotechnologie schon seit den 1970er Jahren mit Hilfe von Bakterien hergestellt. In Waschmitteln werden Enzyme eingesetzt, um Schmutzflecken wie zum Beispiel Blut, Kakao oder Lippenstift zu entfernen. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass Waschmittel wie Persil heute auch bei niedrigen Waschtemperaturen und bei geringem Wasserverbrauch hervorragende Ergebnisse liefern.
Zitronensäure
Zitronensaft enthält fünf bis sieben Prozent dieser Säure. Und tatsächlich wurde die reine Zitronensäure früher mühsam aus Zitronensaft gewonnen. Heute erledigt ein spezieller Pilz in der industriellen Produktion die Arbeit. Durch ihre saure Wirkung hat Zitronensäure einen stark kalklösenden Effekt. Daher bietet sie sich hervorragend für den Einsatz in Reinigungsmitteln an – zum Beispiel in den Reinigern von Terra Activ.
Weitere Informationen über Weiße Biotechnologie bei Henkel und entsprechendes Fotomaterial finden Sie auch im Internet unter: www.henkel.de/innovation.
Henkel AG & Co. KGaA


