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Mehr Logik in der Logistik

Ein modernes Distributionsnetzwerk muss mehreren Anforderungen genügen: Es muss unsere Produkte das ganze Jahr über unseren Kunden zur richtigen Zeit am richtigen Ort in ausreichender Menge zur Verfügung stellen. Gleichzeitig muss es die vom Handel geforderten kurzen Vorlaufzeiten bei gleichzeitig hohem Lieferservice sicherstellen. Im Rahmen des Projekts „Optimierung von Transport und Lagerhäusern“ arbeiten wir zusammen mit externen Transportunternehmen kontinuierlich an effizienten und umweltschonenden Logistikkonzepten. Dabei wollen wir die Komplexität beim Transport und bei der Lagerung von Henkel-Fertigwaren verringern. Ein zentral koordinierter Logistik-Einkauf sowie die weitgehende Zusammenlegung von Lagern sollen weitere Synergieeffekte erzielen. Bereits bei der Auswahl unserer Logistikpartner achten wir auf die Energieeffizienz ihrer Flotte.


Logistik als Teil des betrieblichen „Kohlendioxid-Fußabdrucks“

Kooperation bei Transporten

Um unseren betrieblichen „Kohlendioxid-Fußabdruck“ ganzheitlich zu optimieren, arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung und Vervollständigung der Datenbasis unserer Produktions- und Logistikemissionen. Für unsere Produktion haben wir seit langem umfassende Managementsysteme aufgebaut. Diese erfassen sowohl eigene Kohlendioxid-Emissionen als auch solche, die bei der Erzeugung von fremdbezogener Energie entstehen.

Die Erfassung der durch Logistik und Transport unserer Produkte oder durch Geschäftsreisen verursachten Kohlendioxid-Emissionen ist ungleich schwieriger, da die sogenannten Systemgrenzen, Datengrundlagen und methodischen Vorgehensweisen weit weniger eindeutig sind: Zum Beispiel für die Berechnung der Transport-Emissionen müssten der Verbrauch jedes Lkws, dessen Auslastung und jeder gefahrene Kilometer genau bekannt sein.

Eine Hochrechnung auf Basis von Durchschnittswerten, Emissionsfaktoren und Sekundärdaten aus bestehenden Datenbanken für Lebenszyklusanalysen ergab, dass weltweit durch den Transport unserer Produkte jährliche Kohlendioxid-Emissionen von schätzungsweise 500.000 Tonnen verursacht werden. Die Emissionen durch unsere Geschäftsreisen schätzen wir auf circa 150.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Um die Höhe der Logistik-Emissionen genauer zu erfassen und die Wirkung unserer Maßnahmen zu überprüfen, arbeiten wir intensiv an der  Weiterentwicklung unserer Datensysteme. Zur ganzheitlichen Verbesserung unseres betrieblichen „Kohlendioxid-Fußabdrucks“ suchen wir bei Entwicklung, Produktion, Transport und Lagerung unserer Produkte sowie bei Geschäftsreisen und Dienstwagen intensiv nach Verbesserungsmöglichkeiten.

Ansatzpunkte für eine ganzheitliche Optimierung

 Bereich  Maßnahme
Logistik- Strukturen
  • Intermodale Transporte: Seit 2008 arbeiten wir gemeinsam mit europäischen Logistikpartnern schrittweise am Ausbau unserer intermodalen Transportstrecken. So verlagerten wir beispielsweise 2009 rund 300.000 Transportkilometer für Waschmitteltransporte von unserem Produktionsstandort in Düsseldorf zu unseren Lägern in Lomazzo und Ferentino in Italien sowie Wien in Österreich von der Straße auf die Schiene. Dadurch reduzieren wir die jährlichen CO2-Emissionen um circa 55 Prozent. Für 2010 haben wir mit unseren Logistikpartnern bereits weitere europäische Strecken für die Umstellung auf Schienentransport identifiziert. Auch in den USA bauen wir den Anteil intermodaler Transportstrecken weiter aus.
  • Seit Anfang 2010 lässt Henkel seine  Kosmetikprodukte in Deutschland mit der Bahn transportieren. So gelangen alle Kosmetikprodukte per Bahn vom Produktionswerk in Wassertrüdingen, Bayern, zu unserem Kosmetik-Zentrallager nach Monheim bei Düsseldorf. Rund 86.000 Tonnen Kosmetikprodukte werden jährlich so transportiert und damit pro Jahr rund 7.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart.
  • In den USA vereinfachten wir 2009 im Rahmen des „Supply Chain Optimization Project“ besonders die Strukturen unserer Fertigwarenlager. Dadurch reduzierten wir die Transportkilometer zwischen den verschiedenen Zwischenlagern um 35 Prozent. Das entspricht einer Vermeidung von fast 2.000 Tonnen CO2.
Synergien / Kooperationen
  • Zentral koordinierter Logistik-Einkauf sowie wo möglich Bündelung der Transporte zwischen einzelnen Standorten. Beispiel USA und Europa: Erhöhung von Sendegewicht und somit Lkw-Auslastung durch Zusammenlegung der Transportmengen von nahe gelegenen Henkel-Standorten.
  • Um in der  Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern weitere Optimierungspotenziale aufzudecken, beteiligen wir uns unter anderem an der europaweiten Initiative „Efficient Consumer Response“.
  • Ausbau der Transport-Kooperationen mit anderen Unternehmen zur Vermeidung von Leertransporten.
Produkt- Optimierungen
  • Produktoptimierungen hinsichtlich Gewicht und Volumen, soweit ohne Einschränkung von Leistung und Stabilität der Verpackung möglich. Beispiel: Umstellung der US-Flüssigwaschmittelmarke Purex auf ein Konzentrat. Ergebnis: Vermeidung von rund 17.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen beim Transport pro Jahr durch reduziertes Produktvolumen.
  • Schrittweise Verlagerung der Produktion von Verpackungsmitteln direkt an den Standort, auch zur Vermeidung von Leertransporten.
Geschäftsreisen
  • Richtlinie zum Ersatz von Geschäfts- und Flugreisen durch Video- und Telefonkonferenzen.
  • Beispiel: Allein in den letzten drei Jahren verzehnfachte sich die Dauer unserer weltweiten Telefonkonferenzen, was mit einer erheblichen Einsparung von Kohlendioxid-Emissionen durch die Vermeidung von Geschäftsreisen einhergeht.
Firmenwagen
  • Europa: Festlegung von Referenzfahrzeugen und Kriterien für die Anschaffung von Neuwagen.
  • USA: Umstellung von 6 Zylinder auf 4 Zylinder Fahrzeuge.
    Türkei: Umstellung auf kraftstoffsparende Dieselfahrzeuge.
  • Test von alternativen Antriebskonzepten in verschiedenen Regionen, wie Bioethanol in Schweden oder Hybridmotoren in Japan. Beispiel Japan: Geschätzte Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen der Firmenwagenflotte um bis zu 550 Tonnen pro Jahr bei vollständiger Umstellung auf Hybridmodelle.


Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit

Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von Henkel, im Interview


Die fünf Fokusfelder