Unternehmensgeschichte
Die folgenden Jahre zeigen die erstaunliche Erfolgsgeschichte einer deutschen Unternehmerfamilie und abertausender ihrer Mitarbeiter.
1876
Der 28-jährige Kaufmann Fritz Henkel gründet mit zwei Kompagnons am 26. September 1876 in Aachen die Firma Henkel & Cie. Als erstes Produkt stellt er ein Pulver-Waschmittel auf Basis von Wasserglas her. Es heißt Universalwaschmittel und wird erstmals - statt wie alle anderen Waschmittel damals lose - in handlichen Päckchen angeboten.
Auf Prince Edward Island in Kanada entdeckt William E. LePage die Herstellung von Klebstoff aus Fisch und gründet eine Firma. Schon bald werden Kanada, die USA und Europa beliefert. Mit der Übernahme von LePage 1995 wird Henkel in Kanada Marktführer bei Handwerker- und Do-it-Yourself-Klebstoffen.
1877
Ernst Sieglin (1848 - 1927) startet in Aachen die Produktion von Seifenpulver. Mit Dr. Richard Thompson in Bradford, England, gelingt es ihm, Seife zu pulverisieren. 1880 erhält Sieglin das alleinige Vertriebsrecht für Deutschland, die Niederlande und Belgien. Henkel beteiligt sich 1929 an der Düsseldorfer Firma Dr. Thompson's Seifenpulver GmbH und übernimmt 1933 alle Anteile.
1878
Erster deutscher Markenartikel bei Waschmitteln: Henkel's Bleichsoda, ein in festen Papierbeuteln abgepacktes, preiswertes Produkt aus Wasserglas und Soda - das Ergebnis eigener Versuche von Fritz Henkel. Die Soda bezieht er von Matthes & Weber in Duisburg. Henkel erwirbt diese Firma 1917 und verkauft sie 1994.
Wegen besserer Verkehrsanbindungen und höherer Absatzchancen verlegt Henkel seine Firma nach Düsseldorf am Rhein. Düsseldorf gilt als das Tor zum Ruhrgebiet, das sich seit dem 19. Jahrhundert zur bedeutendsten Industriezone des Deutschen Reichs entwickelt.
1879
Fritz Henkel wird als alleiniger Inhaber in das Handelsregister eingetragen. Der Absatz von Henkel's Bleichsoda wächst so stark, dass innerhalb eines Jahres die gemietete Fabrik an der Schützenstraße in Düsseldorf nicht mehr ausreicht. Fritz Henkel beschließt, eine eigene Fabrik mit Bahnanschluss zu bauen.
Ernst Sieglin vertreibt sein Waschmittel unter der Schutzmarke "Dr. Thompson's Seifen-Pulver - Marke Schwan" als abgepacktes Produkt mit gebundenem Preis - ebenfalls einer der ältesten deutschen Markenartikel.
1880
Henkel erwirbt an der Gerresheimer Straße in Düsseldorf-Oberbilk ein Grundstück. Im Oktober 1880 beginnen die Bauarbeiten für eine neue Fabrik.
1881
Ferdinand Sichel (1859 - 1930) erfindet in Hannover, Deutschland, den ersten gebrauchsfertigen Malerleim der Welt. Henkel erwirbt 1962 die Sichel Werke AG Hannover.
In Chemnitz gründet Theodor Böhme eine Drogen-, Farben- und technische Handlung. 1902 beginnt eine eigene Produktion von Bohnerwachs unter dem Markennamen Cirine, 1906 entsteht eine chemische Fabrik zur Herstellung von sulfonierten Ölen und Fetten. 1935 beteiligt sich Henkel an der Firma Böhme Fettchemie, Chemnitz, und übernimmt 1941 sämtliche Anteile.
1882
Ende Juni werden 19 gewerbliche Mitarbeiter von Henkel verpflichtet, in die "Allgemeine Fabrikarbeiter-Unterstützungskasse in Düsseldorf" einzutreten. 1883 wird in Deutschland die gesetzliche allgemeine Kranken-Versicherungspflicht eingeführt; 1884 die Gemeinsame Orts-Krankenkasse Düsseldorf gegründet, der alle gewerblichen Mitarbeiter beitreten.
1883
Zur Verbesserung der Liquidität wie auch der Auslastung der Reisenden beschließt Fritz Henkel, zusätzlich zu seinem Waschpulver Handelsgüter zu verkaufen. Der Vertrieb beginnt 1884. Die Palette umfasst den Farbstoff Ultramarin (Wäschebläue), Glanzstärke, ein flüssiges Putzmittel, Fleischextrakt, Putz- und Haarpomade.
1884
Im Bestreben, von Rohstofflieferanten möglichst unabhängig zu sein und eigenes, qualitativ hochwertiges Wasserglas herzustellen, kauft Fritz Henkel von seinen ehemaligen Kompagnons die Rheinische Wasserglasfabrik und verlegt den Betrieb mit sämtlichen Einrichtungen nach Düsseldorf.
In Berlin-Grünau wird die chemische Fabrik Landshoff & Meyer gegründet. Im Jahr 1986 beteiligt sich Henkel an der Chemischen Fabrik Grünau, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Illertissen in Bayern ansässig ist.
1885
Erstmals nimmt Henkel an einer Ausstellung im Ausland teil, der Internationalen Industrieausstellung in Antwerpen, und erhält 1886 ein Ehrendiplom.
Henkel tritt der im Deutschen Reich neu gegründeten Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie bei.
1886
In Österreich eröffnet Henkel das erste Verkaufsbüro im Ausland. Carl Pathe war im Jahr zuvor als Vertreter nach Wien gegangen.
Bei der Firma Emery in Cincinnati, Ohio/USA, beginnt der Chemiker Ernst Twitchell mit intensiver Forschung im Bereich der Fettchemie. 1900 entwickelt er den "Twitchell-Process". Henkel übernimmt dieses Verfahren 1909 in der ersten eigenen Fettspaltungsanlage. Die Nachfolgefirma Emery Industries Inc ist heute eine Tochtergesellschaft der Henkel of America Inc, USA.
1887
Beginn der Konfektionierung und des weltweiten Vertriebs (bis 1913) von Henkel's Thee. Henkel's Thee ist in Deutschland der erste Marken-Tee, abgepackt in dekorativen, aromaschützenden Dosen. Die bis dahin lose gelagerten und verkauften Tees verloren schnell ihr Aroma. Das Teegeschäft erreicht einen Anteil am Firmenumsatz von mehr als 10 Prozent.
1888
Ferdinand Sichel entwickelt den ersten gebrauchsfertigen Tapetenkleister. Der Malerleim von 1881 und Sichel-Tapetenkleister revolutionieren in kurzer Zeit jahrhundertealte Arbeitsmethoden und verbessern wesentlich die Arbeitsergebnisse.
Bei Henkel in Düsseldorf wird der Bau eines zweiten Wasserglasofens erforderlich. Ein Wasserglasofen verbraucht pro Woche 20 Tonnen Sand, 10 Tonnen Soda und 20 Tonnen Kohle. Die Materialien werden von Hand aufbereitet, eine mühselige und staubige Arbeit.
1889
Henkel nimmt erste Geschäftsbeziehungen mit den Niederlanden und der Schweiz auf.
In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts beginnt bei Henkel eine neue Epoche: die Entwicklung von Außendienst-Bezirken. Rund viermal im Jahr werden die Kunden besucht. Die Reisebezirke erfassen zunächst die deutsche Ostseeregion, danach Ost- und Mitteldeutschland. 1896 sind Henkel-Reisende flächendeckend in ganz Deutschland tätig.
1890
1891
Die Firma R. Thompson & Co wird umbenannt in Ernst Sieglin, Fabrik von Dr. Thompsons' Seifenpulver. 1896 errichtet Sieglin in Düsseldorf an der Erkrather Straße ein Werk. Dieser Standort beherbergt heute außer der Produktionsstätte Thompson-Siegel noch die Verwaltung der Henkel Bautechnik.
1892
Sichel erweitert das Fabrikations-Programm um Appreturen, chemisch-technische Produkte und Klebstoffe für verschiedene Handwerks- und Industriezweige. 1896 verlegt Ferdinand Sichel seine Firma nach Limmer bei Hannover. Heute hat dort die Pritt-Produktionsgesellschaft von Henkel ihren Sitz.
1893
Henkel nimmt zu England und Italien erste Geschäftsverbindungen auf.
Der 17-jährige Fritz Henkel jun. (1875 - 1930) tritt als Lehrling in die Firma ein. Zum Kaufmann ausgebildet, wird er später der engste kaufmännische Mitarbeiter seines Vaters. Er festigt das Markenartikelgeschäft des Unternehmens, entwickelt die erfolgreiche Werbung weiter und zeichnet verantwortlich für den Außendienst.
1894
Die Henkel-Fabrik an der Gerresheimer Straße wird an das neue Kanalisationsnetz der Stadt Düsseldorf angeschlossen. Der von Fritz Henkel erhoffte und dringend erforderliche Bahnanschluss kann jedoch aufgrund von Geländeproblemen nicht gelegt werden.
1895
Am 9. März 1895 wird das Bildzeichen Löwe in die Zeichenrolle eingetragen. Der Löwe bildet zusammen mit dem Markennamen Henkel's Bleichsoda seit 1878 eine Fabrikmarke, die zusammen mit der Beutelverpackung gesetzlich "deponiert" war.
Das Henkel-Werk nimmt einen neuen Schmelzofen mit Gasfeuerung in Betrieb. Infolge der Gasfeuerung kann der Ofen Tag und Nacht brennen. Statt des Abstichs von einzelnen Partien wird nun kontinuierlich flüssiges Wasserglas abgezogen.
1896
Eintragung der Marke Henkel's Bleichsoda in das Warenzeichenregister. Henkel-Produkte werden zu dieser Zeit bereits in 280 Orten des Deutschen Reichs abgesetzt.
1897
Sämtliche Rohstoffe und Fertigfabrikate von Henkel müssen mit Pferdefuhrwerken befördert werden. Diese Transportprobleme sowie Grundsätze der Unternehmenspolitik veranlassen Fritz Henkel, erneut einen Standortwechsel zu planen. Dieser soll weiteres Wachstum und endlich die erforderlichen Bahn- und Hafenanschlüsse ermöglichen.
Henkel entwickelt Martellin, ein Kali-Düngemittel, das als Nebenprodukt bei der Herstellung von Wasserglas anfällt. Martellin kommt 1898 in den Handel und wird vornehmlich beim Anbau von Tabak, Hopfen und Wein verwendet.
1898
Mit der Übernahme einer Drogen- und Parfümerie-Handlung begründet Hans Schwarzkopf (1874 - 1921) in Berlin-Charlottenburg die Firma Schwarzkopf, die zu einem der bedeutendsten Kosmetikunternehmen in Deutschland wird. Henkel erwirbt Schwarzkopf im Jahr 1995.
Der Kaufmann Theodor Ross (1868 - 1939) gründet in Mannheim eine Firma zur Herstellung chemisch-technischer Produkte, zunächst Putz- und Pflegemittel für Haushalt und Gewerbe. Das Nachfolge-Unternehmen Teroson wird 1991 von Henkel erworben.
In der Stadt Geestemünde bei Bremerhaven entsteht die Transiederei Pust & Neynaber. Als die Oscar Neynaber & Co AG, Loxstedt, sich 1968 Henkel anschließt, entwickelt sich für Henkel die Marktführerschaft in Gleitmitteln für die PVC-Verarbeitung.
1899
Fritz Henkel kauft ein Grundstück von 54.846 Quadratmetern im ländlichen Holthausen südlich von Düsseldorf.
Am 22. Juli werden hier die Grundsteine für eine Bleichsodafabrik, eine Wasserglasfabrik, ein Kesselhaus mit Werkstätten und ein Bürohaus gelegt.
Der Jahresumsatz mit Wasserglas, Henkel's Bleichsoda, Henkel's Thee und Martellin Düngemittel übersteigt erstmals eine Million Mark. Hauptabnehmer von Wasserglas ist die Firma Degussa.
1900
Im März beginnt die Produktion auf dem neuen Gelände in Holthausen. Sie erreicht noch in diesem Jahr 8.225 Tonnen, eine Steigerung von 66 Prozent im Vergleich zu 1899 am alten Standort.
Der Absatz von Henkel's Bleichsoda überschreitet 10 Millionen 500-Gramm-Pakete.
1901
Im benachbarten Reisholz am Rhein beginnt der Bau einer Hafenanlage. Diese "Rheinwerft" verzeichnet schon im ersten Geschäftsjahr eine Umschlagmenge von 180.000 Tonnen. Ab 1908 werden in diesem Hafen auch Rohstoffe und Henkel-Fertigprodukte umgeschlagen.
1902
Das Blumendüngemittel Floral wird in den Vertrieb aufgenommen (bis 1917). Sein Erfolg beruht auf dem reichen Gehalt an Stickstoff, Phosphorsäure und löslicher Kieselsäure.
Teile der unbebaute Flächen des Werksgeländes dienten ab 1900 als Versuchsgelände zur Erprobung der Kunstdünger.
1903
Schwarzkopf bringt das erste Haarwaschpulver in den deutschen Markt: Schampoon mit dem schwarzen Kopf. Üblich bis dahin war die Haarwäsche mit Kernseife oder teuren Ölen. Im Mai 1904 wird der schwarze Kopf als Warenzeichen beim Reichspatentamt eingetragen.
In Köln gründen die Kaufleute Eugen Wolff und Oskar Siegel die Chemische Fabrik Siegel & Co. Im Jahr 1966 vereinbart das später nach dem bekanntesten Produkt umbenannte Sidol-Werk Siegel & Co eine Zusammenarbeit mit den Thompson-Werken; 1969 fusionieren beide Unternehmen zur Thompson-Siegel GmbH.
1904
In Frankreich wird Diadermine entwickelt. Diadermine-Gesichtspflegeprodukte werden wegen ihrer hohen Wirksamkeit bis 1950 exklusiv in Apotheken verkauft. Die Marke Diadermine wird seit 1981 auch in anderen europäischen Ländern eingeführt. Seit 1980 gehört sie zu Henkel.
Fritz Henkel jun. wird am 25. Juli Teilhaber der Firma Henkel, die in eine Offene Handelsgesellschaft umgewandelt wird. Im Werk Holthausen sind jetzt 110 Mitarbeiter beschäftigt.
1905
Am 25. April tritt Dr. Hugo Henkel (1881 - 1952), jüngster Sohn des Werksgründers, als Chemiker in die Firma ein. Er leitet Chemie und Technik, wird der Begründer einer systematischen Forschung und führt fortschrittliche Technologien sowie neue Rohstoffe ein. 1908 wird er persönlich haftender Gesellschafter der Firma.
Viele Mitarbeiter haben ihre Wohnungen in Düsseldorf aufgegeben und sind nach Holthausen gezogen. In den fünf Jahren seit Bestehen des Henkel-Werks hat sich in Holthausen die Zahl der Wohngebäude von 90 auf 177 nahezu verdoppelt und die Zahl der Einwohner von 600 auf 1.884 mehr als verdreifacht.
1906
Henkel beginnt mit der Forschung zur Chemie des Waschens, des Bleichens und der Peroxidchemie. Ein Studienkollege von Dr. Hugo Henkel, der Chemiker Dr. Hermann Weber, übernimmt die spezielle Aufgabe, die Verwendung sauerstoffhaltiger Salze als Bleichmittel in Waschpulvern zu erforschen.
In Minden an der Weser wird die Firma Cordes & Co GmbH gegründet. Sie entwickelt sich zu einem Spezialisten für Klebstoffe, später vor allem bei Kunstharzdispersionen für die Tapetenindustrie. Cordes kommt 1970 zu Henkel.
Nach sechs Jahren Produktion am neuen Standort Holthausen verdoppelten sich der Umsatz von Henkel auf über 2 Millionen Mark und die Zahl der Mitarbeiter auf 224.
1907
Der Juni ist der Geburtsmonat von Persil, dem ersten selbsttätigen Waschmittel der Welt. Persil löst eine friedliche Revolution in der Waschküche aus: Ohne Reiben und Bleichen erhält die Hausfrau nach einmaligem Kochen eine reine, blendend weiße Wäsche.
Im Herbst 1907 bringt auch Thompson ein Ozon-Seifenpulver unter dem Namen Ozonit heraus, später Ozonil genannt. Es kann den Siegeszug von Persil jedoch nicht bremsen.
In Newark, New Jersey/USA, wird die National Red Oil & Soap Company, später Nopco Chemicals, gegründet. Als erste Produkte bringt die Firma sulfonierte Pflanzenöle für die Textilfärbung auf den Markt. 1987 kauft Henkel Nopco.
1908
Der Erfolg von Persil übertrifft alle Erwartungen: Die Jahres-Produktion steigt auf 4.700 Tonnen. Eine neue Seifenfabrik wird im Juli in Betrieb genommen, eine erste Doppelpaket-Abfüllmaschine eingesetzt und aus den USA eine Kistennagelmaschine bezogen. Die Belegschaft steigt innerhalb eines Jahres um rund 50 Prozent auf 485 Mitarbeiter.
Zeitgleich beginnt der Export von Persil. Die Firma Albert Blum & Co erhält die Generalvertretung für Henkel-Produkte in der Schweiz.
Die Produktpalette der Firma Schwarzkopf umfasst unter anderem drei Sorten Schaumpon (Ei, Teer, Kamille) und Zahnpulver.
1909
Henkel errichtet eine Fettsäurefabrik, das spätere "Ölwerk". In der ersten eigenen Fettspaltungsanlage wird im Dezember die Arbeit nach dem Twitchell-Verfahren aufgenommen.
Zur Herstellung von Persil in Frankreich und England schließt Henkel Lizenzverträge ab: in Frankreich mit der Société d'Electro Chimie und in England mit der Seifenfabrik Joseph Crosfields & Sons Ltd. In England und Frankreich wurden die Firmen mit den Marken-Lizenzen für Persil später von Unilever übernommen.
1910
Mitte April wird die erste Werksbücherei bei Henkel mit 2.450 Bänden eingerichtet. Hier werden auch die Patentschriften gesammelt. Ferner wird mit einem Ausschnittsdienst (Presseschau) und dessen Archivierung begonnen. Hieraus entstehen später die Wirtschaftsdokumentation und das Unternehmensarchiv.
Henkel erkennt die Chance, aus dem vermeintlichen Abfallprodukt Glycerin einen eigenen gewinnträchtigen Unternehmenszweig zu entwickeln und errichtet eine Glycerinfabrik mit Eindampfungsanlage. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 ist Henkel der größte Glycerin-Produzent Europas.
1911
Am 15. April entsteht eine Betriebsfeuerwehr, zunächst mit 25 freiwilligen Feuerwehrleuten. 1913 wird der erste Berufsfeuerwehrmann eingestellt; 1914 folgen drei weitere hauptamtliche Feuerwehrleute.
Henkel nimmt die erste Ölextraktionsanlage in Betrieb. Nebenprodukte aus der Ölgewinnung vertreibt die Firma als Henkel's Palmkernschrot und Henkel's Sojaschrot zu Futterzwecken. Ferner errichtet Henkel eine neue Kartonagefabrik und eine Versuchswäscherei. Auf 2,5 Kilometer Gleislänge rollt die erste Lokomotive mit dem Namen Persil: Sie bewegt 13 Waggons und 8 Kesselwagen.
1912
Die Gesamtproduktion in Düsseldorf-Holthausen steigt auf 49.890 Tonnen. Davon erreicht Persil fünf Jahre nach Markteinführung mit 19.750 Tonnen bereits einen Produktionsanteil von 40 Prozent.
Die Zahl der Mitarbeiter ist seit dem Vorjahr noch einmal um 89 auf 1.024 gestiegen. Rund die Hälfte sind Arbeiterinnen.
Im Werk werden eine Erste-Hilfe-Station eingerichtet und eine hauptamtliche Krankenschwester eingestellt. Im Jahr zuvor legte Henkel Sport- und Spielplätze für Ausgleichssport in den Pausen an. Mitarbeiterinnen können während der Mittagspause eine werkseigene Haushaltsschule besuchen.
1913
Am 29. Januar gründet Henkel die erste Tochtergesellschaft: Henkel & Cie AG in Basel-Pratteln in der Schweiz. Sie bleibt bis 1923 die einzige Henkel-Tochter im Ausland mit eigener Produktion.
Der Chemiker Otto Kossack beginnt in Düsseldorf mit der Produktion von Klebstoffen und verschiedenen Pflegemitteln für den Haushalt. Die Kossack-Chemie übernimmt 1925 die Hooco-AG mit der in Deutschland bekannten Bohnerwachs-Marke Dompfaff. Kossack kommt 1967 zu Henkel.
The Clorox Company wird in Oakland, Kalifornien/USA, gegründet. Clorox zählt heute zu den bedeutenden Konsumgüterherstellern der USA. 1974 beteiligt sich Henkel an Clorox zwecks Produktion und Vertrieb bestimmter, von Henkel entwickelter Haushalts- und Großverbraucherprodukte in den USA, Kanada und Puerto Rico.
Der 26-jährige Deutsche Gerhard Collardin ruft in Barcelona, Spanien, die FAGESCO ins Leben (Fabricacion General Española de Colores, Gerardo Collardin SA). 1925 gründet er im hessischen Schönbach bei Herborn in Deutschland die Farbwerke Ardinit GmbH. 1956 übernimmt Henkel sämtliche Geschäftsanteile der Ardinit GmbH.
1914
James H. Gravell gründet in Philadelphia, USA, die American Chemical Paint Company. Das erste Produkt ist der Rosthemmer Deoxidine für die Automobilindustrie. Henkel erwirbt die spätere Amchem Products Inc in Ambler, Pennsylvania/USA, 1980 von Union Carbide.
Der Erfolg der Henkel-Produkte macht im Werk Holthausen den Neubau einer Bleichsodafabrik erforderlich. Ein neues Kesselhaus mit drei Dampfkesseln geht in Betrieb. Ebenso sprunghaft wie der Absatz der Produkte ist auch der Energiebedarf gestiegen.
Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 1. August werden die Rohstoffe knapp; unter anderem droht ein Leim-Engpass. Das Laboratorium nimmt erste Versuche mit Ersatzklebstoffen aus Wasserglas auf.
1915
Clark W. Parker gründet die Parker Rust-Proof Company in den USA. Er lizensiert einen Rostschutzprozess auf Phosphat-Basis. Mit Erwerb der Firmen Parker Chemicals (1987) und Amchem Products Inc (1980), zwei angesehenen Spezialisten in den Bereichen Oberflächenbehandlung und Klebstoffe, erweitert Henkel seine Marktposition in den USA.
Fritz Henkel sen. stiftet anlässlich seines 50-jährigen Kaufmannsjubiläums den "Unterstützungsfonds für Arbeiter und Angestellte"; 1918 zu seinem 70. Geburtstag folgt die "Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung der Angestellten" (Pensionskasse).
1916
Im Werk Holthausen errichtet Henkel eine neue Wasserglasfabrik, die noch heute an demselben Platz arbeitet. Wegen Rohstoffknappheit und staatlicher Beschränkung von Fetten wird ab dem 1. September nur noch ein Kriegs-Persil geliefert, ein sauerstoffhaltiges Waschmittel ohne Seifenzusatz.
In Rodleben bei Dessau wird das Syndikat Tetralin GmbH gegründet. Das Werk soll einen Treibstoff für Unterseeboote herstellen. Die spätere Deutsche Hydrierwerke AG (abgekürzt: DEHYDAG) geht 1934 vollständig in den Besitz von Henkel über.
1917
Sämtliche Aktien von Matthes & Weber gehen in den Besitz von Henkel über. Die Sodafabrik in Duisburg wird somit die erste Tochtergesellschaft von Henkel innerhalb Deutschlands.1994 verkauft Henkel das Unternehmen an D. George Harris & Associates, New York, USA.
1918
Henkel stellt die Produktion von Persil gänzlich ein und ersetzt Persil durch das Kriegs-Seifenpulver. Als Wäsche-Nachspülmittel kommt Sil in den Markt.
Erstmals wird Tetralinsulfonat, das erste synthetische Tensid, hergestellt.
1919
Die Inhaber der Henkel OHG - Firmengründer Fritz Henkel, seine beiden Söhne und seine Tochter - berufen zu ihrer Entlastung und zur Leitung der Firma ein achtköpfiges Direktorium. Es entsteht eine moderne Führungsstruktur mit abgegrenzten Verantwortungsbereichen.
Im Henkel-Werk Holthausen sind 2.138 Mitarbeiter beschäftigt. Während des Kriegs wurden 604 Mitarbeiter zum Militärdienst eingezogen; 71 sind gefallen.
1920
Persil kann nach Ende der Zwangswirtschaft für Fette wieder in Friedensqualität produziert werden. Auf der Packung erscheint zum ersten Mal der Unternehmens-Namenszug Henkel im roten Oval. In der Waschmittelherstellung wird eine moderne Zerstäubungstrocknung in Sprühtürmen in Betrieb genommen. Der erste Betriebsrat wird gewählt.
Am 1. Juni bringt Henkel Ata in den Markt. Mit Ata erschließt Henkel systematisch das Marktsegment der Putz- und Reinigungsmittel. Ab 1924 wird Ata in einer Pappgussflasche angeboten, die über Jahrzehnte zu einem außergewöhnlichen, typischen Produktmerkmal wird.
In Krefeld fusioniert die 1771 von Georg Wilhelm Melsbach gegründete Seifenfabrik mit 11 weiteren Firmen zu den Dreiring-Werken KG. 1924 beteiligt sich Henkel an diesem Unternehmen, 1953 werden alle Geschäftsanteile übernommen.
1921
Henkel's Bleichsoda erhält den Markennamen Henko. Mit den drei Waschmitteln erfüllt Henkel die Voraussetzungen für die klassische Waschmethode: Henko zum Einweichen, Persil für die Vollwäsche, Sil zum Nachspülen.
In Genthin, zwischen Magdeburg und Berlin gelegen, wird am 4. August der Grundstein für das Werk Henkel GmbH Genthin gelegt. Hier entsteht in den 20er Jahren die modernste Waschmittelproduktion in Deutschland. 1945 enteignet, wird das Werk 1949 zu einem Volkseigenen Betrieb (VEB) der DDR. 1990 kauft Henkel das Werk zurück.
William Pohl errichtet in Bonn die Kepec Chemische Fabrik GmbH. Sie stellt innovative Produkte vor allem zur Lederbearbeitung her. Nach der Übernahme, auch der Schwestergesellschaft in Wisconsin, USA, durch Henkel im Jahr 1973 profiliert sich Kepec in Siegburg zu einem Spezialisten von organischen Spezialchemikalien.
1922
Die Weiße Dame, die berühmteste Werbefigur für Persil, wird erschaffen. Sie wirbt von Plakaten, Emailleschildern, Hausgiebeln und Normaluhren bis in die 60er Jahre. In den vergangenen Jahren erlebt die Weiße Dame eine Renaissance.
Am Anfang des Jahres beginnt die Herstellung von Klebstoffen (Papier-, Karton- und Paketkleber) für den Eigenbedarf.
L. L. Grombach und Max Einstein gründen in Hoboken, New Jersey/USA, die Standard Chemical Products Inc. Die Fabrik produziert zunächst Chemikalien für die Textilindustrie. 1960 übernimmt Henkel das Unternehmen, das inzwischen auch Klebstoffe herstellt.
In Nürnberg, Deutschland, beteiligt sich Henkel an der Gründung der Holzwerke Zapfendorf AG, 1924 werden alle Geschäftsanteile übernommen. Diese Akquisition sowie die mehrerer Papierfabriken im Lauf der Jahre dienen dem Grundsatz des Unternehmens, von Zulieferern möglichst unabhängig zu sein.
1923
Am 26. Juni wird erstmals ein Leim an eine benachbarte Firma verkauft. Ehrgeizig beschließt Henkel, neben der Verpackungsindustrie auch den Markt für Maler und Tapezierer zu erobern, dessen Führer die Firma Sichel ist.
Als erste ausländische Neugründung nach dem Ersten Weltkrieg entsteht in Dänemark die Henkel & Co AS in Kopenhagen.
M. J. Osborn errichtet in St. Paul, Minnesota/USA, die Firma Economics Laboratory (Ecolab). Henkel erwirbt 1989 zur Verstärkung des P3-Geschäfts in den USA eine Minderheitsbeteiligung an Ecolab Inc
Französisches Militär besetzt das Ruhrgebiet in Deutschland. Das führt zu Streiks, Produktivitätsverlusten und steigender Inflation.
1924
In Düsseldorf ruft Henkel die Abteilung GV (Großverbrauch) ins Leben. Sie vermarktet Wasch-, Reinigungs-, Spül- und Desinfektionsmittel bei institutionellen Großabnehmern wie Wäschereien, Gastronomie und Krankenhäusern.
Theodor Ross siedelt nach Heidelberg über. Hier beginnt die Entwicklung und Fertigung von Produkten für das Automobil. 1926 wird ein erstes Warenzeichen eingetragen: Teroson MK 26, als Bezeichnung für einen Motorgehäusekitt.
1925
In Düsseldorf-Holthausen beginnt das Unternehmen mit der technisch-handwerklichen Ausbildung von Lehrlingen, gezielt für den eigenen Bedarf.
Der ideale Ausgebildete von heute besitzt Fachwissen und Handlungskompetenz, ist teamfähig, flexibel und entwickelt eigene Problemlösungen.
In Stockholm, Schweden, entsteht die Henkel Kemiskt-Tekniskt Aktiebolag.
1926
Henkel beteiligt sich an der "Großen Ausstellung Düsseldorf 1926 für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen" (Gesolei). In rund fünf Monaten besuchen 7,5 Millionen Menschen die Ausstellung. Als einziges Industrieunternehmen der Ausstellung wird Henkel mit der "Großen Reichsmedaille" ausgezeichnet. Der Henkel-Pavillon wird 1927 als Gesolei-Gebäude in die Verwaltungsgebäude der Firma integriert.
1927
Zwischen 1927 und 1932 nutzt Henkel wieder einmal neue Werbemethoden: Tonfilme, Hörfunk, Himmelsschreiber, die erste Neonreklame und nächtliche Wolkenprojektionen.
Henkel und der Lever-Konzern teilen die Welt in Persil-Interessengebiete auf. Zu Lever gehören danach England und Frankreich mit deren Kolonien, zu Henkel der Rest der Welt.
1928
Henkel-Kleister-trocken kommt in den Markt, 1929 folgt der kaltwasserlösliche Malerleim Mala: zwei bedeutsame Produkte für die Wettbewerbsfähigkeit der Henkel-Klebstoffe. Der Export von Klebstoffen, vor allem in die europäischen Nachbarländer, beginnt - ab 1929 auch nach Australien und Südamerika.
Böhme erfindet grundsätzlich neue Ausgangsstoffe mit ausgesprochenem Waschmittelcharakter, nachdem es der Forschung gelingt, erstmalig Fettalkohole zu sulfonieren. Auch bei der DEHYDAG beginnen Fettalkohol-Synthesen nach dem Verfahren von Bouveault-Blanc und die Synthese von Fettalkohol-Sulfonaten. (Die Reduktion von Estern mit metallischem Natrium in Gegenwart eines Alkohols wurde 1903 von Bouveault und Blanc entdeckt.)
1929
Inspiriert durch eine USA-Reise von Dr. Hugo Henkel, beginnen 1928 Versuche mit Phosphaten zur Reinigung von Metalloberflächen. Bereits im Frühjahr 1929 beginnt die Produktion von Reinigungsmitteln für Industrie und Handwerk unter der Marke Pedrei (P3). Oberflächentechnik wird zu einem bedeutenden Geschäftsbereich bei Henkel.
Auf derselben chemischen Basis hergestellt, bringt Henkel den Haushaltsreiniger Imi in den Markt.
Kiesin (Kieselin, Kisolit) wird entwickelt. Die auf Kaliwasserglas-Basis aufgebauten, mineralischen Farbbinde- und Feuerschutzmittel ermöglichen feuerhemmende Imprägnierung von Holz und den dauerhaften Anstrich von Zementputz. Später von großer Bedeutung für Feuerschutz und Tarnfarben.
1930
Am 4. Januar stirbt der erst 55-jährige Dr. h.c. Fritz Henkel jun., am 1. März der Firmengründer, Kommerzienrat Fritz Henkel sen. im Alter von 81 Jahren. Dr. Hugo Henkel übernimmt die alleinige Firmenleitung.
In Skandinavien gründet Henkel die Henkel AS in Oslo und die OY Persil AB in Helsinki (ab 1962 Suomen Henkel). Die Firmen Gebrüder Vöhl, Düsseldorf, und Labor-fac GmbH, Köln, werden übernommen. Beide Firmen sind auf dem Gebiet der Fußboden- und Möbelpflege tätig.
1931
In Düsseldorf-Holthausen beginnt der Betrieb einer Ölfabrik mit Hochdruck-Hydrierung zu Kokosfettalkohol. Die Produktion an Fettalkoholen erreicht im ersten Produktionsjahr 600 Tonnen.
Die beginnende Devisenbewirtschaftung im Deutschen Reich veranlasst Henkel, in Chur, Schweiz, die UMA AG zu gründen, als Holding für die europäischen Auslandsbeteiligungen von Henkel.
1932
Bei Böhme in Chemnitz wird das erste vollsynthetische, seifenfreie Waschmittel der Welt entwickelt: Fewa. Dieses ph-neutrale, faserschonende Feinwaschmittel für Wolle und seifenempfindliche, feine Wäsche kommt 1933 in den Markt.
In Jutphaas bei Utrecht in den Niederlanden gründet Henkel die Nederlandsche Persil Mij NV. Hier beginnt am 24. Oktober die Produktion von Wasch- und Reinigungsmitteln, die bis dahin importiert wurden.
Neuheiten von Schwarzkopf kommen in den Markt: das erste Kur-Präparat für die Haarpflege beim Friseur; für Zuhause das Schaumpon extramild, das erste seifenfreie Shampoo; ferner Onalkali, das erste alkalifreie Haarwaschmittel der Welt. Grundlage ist der Extrakt Texapon der DEHYDAG.
1933
Dr. Jost Henkel (1909 - 1961), erster Sohn von Dr. Hugo Henkel, tritt in die Firma ein. Der Volkswirt führt die Firma ab 1942 durch den Zweiten Weltkrieg und legt die Grundlagen für das weitere Wachstum des Unternehmens von einer Waschmittelfirma zum Werk der Großchemie.
Der französische Industrielle M. Nomani gründet in Paris die Société d'Innovations Chimiques (Sinnova) und beginnt 1938 in Meaux mit der Produktion von Fettalkoholen. Die Sinnova kommt 1974 zu Henkel.
In Italien wird die Società Italiana Persil SpA in Lomazzo bei Como, gegründet, ab 1965 Henkel Italiana SpA, Mailand. 1985 akquiriert Henkel Italiana SpA in Italien die Società Europea Produzione Adhesivi SpA (SEPA).
1934
Im belgischen Herent wird ein neues Werk errichtet. Die ersten Produkte verlassen die Fabrik im März 1935.
Bei Henkel in Düsseldorf wird eine erste Fabrik für Dextrin, ein alternativer Rohstoff für Klebstoffe, in Betrieb genommen.
Schwarzkopf bringt mit Alkacid die erste Dauerwell-Kombination in den Markt, außerdem das Haarwasser Seborin, das sich zu einer bekannten Marke entwickelt.
Zwischen Henkel und der 1933 von Werner Lüps, Enkel des Firmengründers Fritz Henkel, gegründeten chemisch-pharmazeutischen Handelsgesellschaft mbH (Chemphar), Hamburg, tritt eine Vereinbarung in Kraft, nach der Chemphar den Vertrieb von Henkel-Artikeln außerhalb Europas übernimmt. Chemhpar geht 1939 in den Besitz von Henkel über.
1935
Zur Schließung der "Fettlücke", des Rohstoffmangels an Fetten und Ölen, gründet Henkel die "Erste Deutsche Walfang Gesellschaft mbH" in Wesermünde. Sie unternahm insgesamt nur drei Fangfahrten.
Als Rohstoff für die Herstellung von Klebstoffen wird Zellulose entwickelt. Der neue patentierte Grundstoff heißt Carboxymethylcellulose (kurz CMC).
1936
Henkel errichtet in Düsseldorf-Holthausen eine Anlage zur fraktionierten Fettsäure-Destillation sowie das erste Mikrobiologische Laboratorium. Die Öfen der Wasserglasfabrik werden ab jetzt aus automatisch dosierenden Gemischbunkern beschickt.
Die erste eigene Quartären Ammonium-Verbindung (QAV) als biozider Wirkstoff - das Ergebnis einer fünfjährigen Forschung - wird zum Patent angemeldet. 1939 folgt eine Patentanmeldung des ersten eigenen Phenolderivats, ebenfalls als biozider Wirkstoff.
1937 besitzt Henkel Produktionsfirmen in zwölf europäischen Ländern: Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden alle Firmen beschlagnahmt oder unter öffentliche Verwaltung gestellt. Die Anteile von Persil Italiana werden an die belgische Solvay verkauft.
1937
Henkel errichtet in Düsseldorf-Holthausen eine Anlage zur fraktionierten Fettsäure-Destillation sowie das erste Mikrobiologische Laboratorium. Die Öfen der Wasserglasfabrik werden ab jetzt aus automatisch dosierenden Gemischbunkern beschickt.
Die erste eigene Quartären Ammonium-Verbindung (QAV) als biozider Wirkstoff - das Ergebnis einer fünfjährigen Forschung - wird zum Patent angemeldet. 1939 folgt eine Patentanmeldung des ersten eigenen Phenolderivats, ebenfalls als biozider Wirkstoff.
1937 besitzt Henkel Produktionsfirmen in zwölf europäischen Ländern: Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden alle Firmen beschlagnahmt oder unter öffentliche Verwaltung gestellt. Die Anteile von Persil Italiana werden an die belgische Solvay verkauft.
1938
Dr. Hugo Henkel wechselt auf Druck der Nationalsozialisten in den neu eingesetzten Beirat und Aufsichtsrat. Die dritte Generation der Familie Henkel übernimmt die Firmenleitung: Werner Lüps als „Betriebsführer“, Dr. Jost Henkel und Carl August Bagel werden Geschäftsführer. 1939 übernimmt Dr. Willy Manchot als Nachfolger des erkrankten Bagel dessen Aufgaben als Geschäftsführer der Henkel & Cie GmbH und im Vorstand der Henkel & Cie AG.
Erste Kunstharzleime werden in der Buchbindung eingesetzt. Schon 1935 erhielt Henkel ein Pionier-Patent für ein "Verfahren zur Herstellung von harzartigen Kondensationsprodukten“.
1939
Unmittelbar nach Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September verordnet das Deutsche Reich die Produktion von Einheitswaschpulvern. Persil und Fewa werden vom Markt genommen. Die inzwischen auf etwa 200 Fabrikate angewachsene Henkel-Produktpalette muss drastisch verkleinert und umstrukturiert werden. Zwei Zellulose-Derivate, als Füll- und Emulgiermittel für die kosmetische und pharmazeutische Industrie, werden neu eingeführt.
Mit Pressal gelingt Henkel der erfolgreiche Einstieg in den Markt der Holzverarbeitung, vor allem bei der Möbelindustrie. Pressal ist ein völlig neuartiger Holzklebstoff auf der patentierten Melamin-Basis, der sich insbesondere zur Verleimung von Sperrholz eignet.
1940
In Berlin gründet Henkel die Papier & Pappe AG. In ihr werden mehrere deutsche Henkel-Papierfabriken zusammengefasst: Inden bei Jülich, Westerhüsen bei Magdeburg (beide 1922 erworben), Monheim (1925 gegründet), Süchteln/Viersen im Rheinland, Tarnowker Mühle bei Schneidemühl und Oberau in Bayern.
Relatin-Flocken für die Waschmittelproduktion ergänzen den Zellulosemarkt. Aus Zellulose produziert Henkel 1942 das breiartige Rinosil.
1941
Bei der DEHYDAG in Rodleben wird Caprolactam aus Hexalin produziert. Es dient später zur Herstellung des Polyamidfaserstoffs Perlon® (eine Marke des Warenzeichenverbands).
Emmy Lüps, 1884 als jüngstes Kind und einzige Tochter des Firmengründers Fritz Henkel geboren, Mutter von Werner Lüps und Schwiegermutter von Reinhold Woeste, stirbt am 19. September.
Als Ersatz für zahlreiche zur Wehrmacht eingezogene Mitarbeiter werden am Ende des Jahres in Düsseldorf-Holthausen 343 ausländische Zivilarbeiter und 194 Kriegsgefangene beschäftigt.
1942
Am Jahresende werden in Düsseldorf-Holthausen 435 ausländische Zivilarbeiter und 127 Kriegsgefangene beschäftigt.
Werner Lüps kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Als Nachfolger wird Dr. Jost Henkel vom Vorstand zum „Betriebsführer“ gewählt.
Die Henkel-Forschung beginnt mit der systematischen Untersuchung zur Hautverträglichkeit von Produkten. Für den Großverbrauch kommt Dixit als erstes synthetisches Waschmittel für Fein- und Buntwäsche von Henkel in den Markt.
Der langjährige Handelspartner in den Niederlanden, die Firma E. Ostermann & Co's Handel Mij NV, wird in die Nederlandsche Persil Mij NV in Jutphaas eingegliedert.
1943
Bombenangriffe auf Düsseldorf treffen auch die Henkel-Werke. In Düsseldorf-Holthausen brennt im Juni unter anderem die Relatin-Anlage. Am 3. November gehen alle Abteilungen der Thompson-Werke in Flammen auf. Nach dem zehnten Angriff 1944 ist Thompson in Düsseldorf zu 80 Prozent zerstört.
Henkel führt ein bereits 1938 patentiertes Verfahren zur biotechnologischen Gewinnung von Fett aus Fusarien-Stämmen (Pilz) ein. Ferner nimmt die Firma eine Schwefelsäurefabrik zur Ausnutzung der Abgase aus der Wasserglasproduktion in Düsseldorf in Betrieb.
Am Jahresende werden in Düsseldorf-Holthausen 574 ausländische Zivilarbeiter und 108 Kriegsgefangene beschäftigt.
1944
In Berlin treffen Bomben die Verwaltung und Fabriken von Schwarzkopf sowie die Chemischen Werke Grünau (zu 60 Prozent zerstört), in Duisburg die von Matthes & Weber. Nach drei Angriffen im Oktober muss hier die Produktion eingestellt werden. Verhältnismäßig geringe Schäden verzeichnet Henkel in Düsseldorf-Holthausen.
Die Produktion des Düsseldorfer Klebstoffwerks wird in Lohnarbeit nach Glogau in Schlesien und zur Firma Riva SA in Mulhouse im Elsass ausgelagert. Riva stellt nach dem Zweiten Weltkrieg mit Henkel-Know-how weiterhin Klebstoffe und Tapetenkleister her und trägt somit zum Erhalt der Klebstoff-Marken in Frankreich bei. Henkel erwirbt die Firma Riva 1953.
Ende dieses Jahres arbeiten in Düsseldorf-Holthausen 353 ausländische Zivilarbeiter und 113 Kriegsgefangene.
1945
Am 16. April besetzen US-amerikanische Truppen das Düsseldorfer Henkel-Werk und beschlagnahmen ein Drittel des Werks. Am 5. Juni nimmt eine britische Militärkommandantur in Düsseldorf ihre Arbeit auf. Ab dem 20. Juli erteilt die britische Militärregierung nach und nach die Produktionserlaubnis für Klebstoffe, Waschmittel, P3 und Wasserglas von Henkel, für Seifen- und Waschmittel sowie Schuhpflegemittel von Thompson. Im Februar 1946 erhält Matthes & Weber in Duisburg die Erlaubnis, vorhandene Rohstoffe zu Soda zu verarbeiten.
Am 20. September 1945 werden fünf Mitglieder der Familie Henkel sowie weitere sieben Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats interniert.
In Hamburg (britische Besatzungszone) beginnt Schwarzkopf mit einer notdürftigen Produktion, 1946 mit dem Wiederaufbau der Produktion im bayerischen Wassertrüdingen (amerikanische Zone). Dort wird 1953 der Grundstein für ein neues Werk gelegt, das 1955 die Produktion aufnimmt.
1946
Henkel stellt seinen so genannten Gesolei-Saal in Düsseldorf-Holthausen den Städtischen Bühnen Düsseldorf zur Verfügung (bis 1948); ebenso tagsüber bis zum Februar 1949 dem neu gewählten Landtag von Nordrhein-Westfalen.
Im Juli wird in Düsseldorf die Polycolor chemisch-pharmazeutische Gesellschaft mbH gegründet (ab 1948 TheraChemie, Ohligs) und bringt 1948 die flüssige Haarfarbe Polycolor in den Markt. Die TheraChemie wird 1950 von Henkel erworben.
Gründung der Société des Produits Chimiques du Sidobre SA in Boussens, Frankreich. 1972 fusionieren die Société d‘Innovations Chimiques und die Sidobre zur Produits Chimiques du Sidobre-Sinnova SA (Sid-Sin).
In England wird die Firma Copydex gegründet, die zunächst Latex-Klebstoffe herstellt, später bauchemische Produkte. Copydex wird 1986 Teil von Henkel.
1947
Am 21. November kehren die rehabilitierten Mitglieder der Familie Henkel in die Firma zurück und werden wieder in ihre früheren Rechte eingesetzt. Am 10. Dezember setzt Henkel eine Neuordnung der Geschäftsführung und des Beirats in Kraft.
Für Westdeutschland erscheint eine Demontageliste mit 918 Werken, zu denen auch Henkel gehört. Teile der Düsseldorfer Öl-, Glycerin- und Waschmittelfabrik werden unverzüglich demontiert. Mit einer groß angelegten PR-Kampagne, die bis in die USA wirkt, kann die geplante Demontage von 70 Prozent der Henkel-Kapazität verhindert werden.
Schwarzkopf bringt mit Onaltherma die erste westdeutsche Kaltwelle in den Markt.
Darold Thiem eröffnet einen Betrieb in USA, der in den frühen 1960er Jahren den Bereich Dichtstoffe für die Automobilindustrie ausweitet. 1996 akquiriert Henkel die Thiem Automotive Division in Oak Creek bei Milwaukee, Wisconsin/USA.
1948
Der Chemiker Dr. Konrad Henkel (1915 - 1999), zweiter Sohn von Dr. Hugo Henkel, tritt in die Firma ein. Er entwickelt ab den 1960er Jahren das bisher vornehmlich auf dem deutschen Markt tätige Familienunternehmen zu einer Firmengruppe von internationalem Rang.
Bei Henkel in Düsseldorf-Holthausen wird das "Ölviertel" um einen Neubau für die Böhme-Fettchemie und Deutsche Hydrierwerke (DEHYDAG) erweitert. Beide Firmen waren 1945 durch die Sowjetische Militärbehörde enteignet, danach in Volkseigene Betriebe eingegliedert worden und hatten ihre Firmensitze 1945 (Böhme) und 1948 (DEHYDAG) nach Düsseldorf verlegt.
1949
Mit der Einführung von Schauma Shampoo durch die Firma Schwarzkopf beginnt die Geschichte des erfolgreichsten deutschen Shampoos.
Die Grünau-Chemiker entwickeln Lamepon A, ein qualitativ hochwertiges industrielles Wasch- und Dispergiermittel, das biologisch abbaubar ist.
Das Feinwaschmittel Perwoll und das Waschmittel Lasil kommen in den Markt, die ersten allein auf Synthesegrundlage aufgebauten Waschmittel von Henkel; von der TheraChemie flüssige Blondierungen und Tönungen.
1950
Persil ist wieder da, in bewährter Qualität, angereichert mit optischen Aufhellern.
Adhesin von Henkel stellt eine neue Generation von Klebstoffen dar: Polyvinylacetat-Kunstharzdispersionen. Erstmals werden auch Schmelzklebstoffe auf Kunstharzbasis vorgestellt, ferner Oleton, ein neuartiger ölfreier Binder. Böhme führt das Insektizid Paral ein.
In Spanien beteiligt sich Henkel an der Productos Gota de Ambar SA, Barcelona. Hier entsteht 1963 die Henkel Ibérica SA. 1964 geht in Montornés des Vallés bei Barcelona eine bedeutende Produktionsstätte in Betrieb. Im Februar 2000 wird die Hispano Quimica, ein Unternehmen für Spezialchemie, von Cognis übernommen.
1951
Pril Pulver, Geschirrspülmittel für den Haushalt, wird von Böhme eingeführt.
Die TheraChemie bringt erstmals Haarfarben und Blondierungen in Cremeform auf den Markt.
Henkel gründet die erste Tochtergesellschaft in Übersee: Southern Chemical Manufacturers in Durban, Südafrika, seit 1964 umbenannt in Henkel South Africa (Pty) Ltd, heute mit Sitz in Johannesburg. Heute ist Henkel in Südafrika mit sechs Firmen vertreten, ferner in Zentralafrika mit Henkel Kenya in Nairobi und Henkel Chemicals East Afrika in Dar-es-Salam, Tansania, sowie in Ägypten, Marokko, Tunesien und Algerien.
1952
Am 18. Dezember stirbt unerwartet der Seniorchef Dr. Hugo Henkel. Er war 47 Jahre lang in der Firma tätig. Als sein Nachfolger übernimmt Reinhold Woeste am 1. Januar 1953 den Vorsitz im Beirat.
Durch einen Lizenzvertrag über die Nutzung des Noredux-Verfahrens mit der Firma Blattmann, Schweiz, kann Henkel nun veredelte lösliche Stärken und Dextrine selbst herstellen. In Düsseldorf geht ferner eine Methylcellulose-Anlage in Betrieb. Henkel kauft seine Schweizer Tochterfirmen zurück.
Henkel führt Saptenol, den ersten Fettlöser in Pastenform, für den Großverbrauch ein.
1953
Im Februar beginnt die Produktion in der Metylan-Fabrik. In Deutschland wird Metylan zu der bekanntesten Dachmarke unter den Tapezier-Klebstoffen. Im Ausland vertreibt Henkel das Produkt auch unter den dort jeweils bekannten Markennamen.
Vernon K. Krieble, deutschstämmiger Chemieprofessor am Trinity College Hartford, Connecticut/USA, erfindet einen revolutionierenden, anaeroben Klebstoff. Er gründet 1956 eine Firma, aus der die Loctite Corporation hervorgeht.
In den deutschen und österreichischen Fabriken löst die Waschmittel-Zerstäubungstrocknung nach dem Welter-Verfahren das bisherige Krause-Verfahren ab.
Im Klebstoffwerk in Düsseldorf wird eine Anlage zur Herstellung von Melaminharzfilmen errichtet und die Produktion von Kautschukklebern und von Alginaten aufgenommen.
Beginn der ökologischen Forschung bei Henkel.
1954
Die Tochter Dreiring in Krefeld führt die Seife Fa ein, eine Feinseife neuen Stils aus hochwertigen pflanzlichen Ölen und tierischen Fetten. Ab 1970 um eine Serie von Deodorants, Dusch- und Schaumbädern erweitert, wird Fa zu einer der bekanntesten Körperpflege-Dachmarken.
Ein neuartiger Kautschuk-basierter Unterbodenschutz macht die Marke Teroson bei den deutschen Autofahrern populär.
Böhme Fettchemie überträgt der West European Trading Company in Kobe, Japan, das Alleinverkaufsrecht für ihre Produkte in Japan. 1957 wird die West European Trading Company in Nippon Henkel Chemical umbenannt. 1969 beginnt zur Vermarktung des Pritt-Klebestifts eine Kooperation mit Kokuyo Co Ltd, Osaka, die 1998 zum Joint Venture Kokuyo Henkel Co Ltd führt. 1974 wird die Henkel Hakusui Corporation in Osaka gegründet. 1999 geht Henkel in Tokio das Joint Venture Cemedine Henkel Co Ltd ein. Damit beginnt eine Kooperation in Kleb- und Dichtstoffen für die japanische Automobilindustrie. Ebenfalls im Jahr 1999 entsteht eine Kooperation mit Lion Corporation in den Bereichen Waschmittel, Haushaltsreiniger und Kosmetik/Körperpflege.
1955
Innovationen im Klebstoffmarkt: Pattex-Kontaktkleber ermöglichen breite Anwendungen in Handwerk und Haushalt. Pattex wird zum Gattungsbegriff und Markendach für kraftvolle Klebstoffe. Ferner führt Henkel als erster Klebstoff-Hersteller Schmelzklebstoffe auf Basis von Naturharzen ein.
Henkel-Klebstoffe auf Epoxidharzbasis, Metallon und Stabilit lassen hochfeste Verbindungen von harten Oberflächen wie Metall und Glas zu.
Henkel-Firmen im Saarland vereinigen sich zur Produktionsfirma Unichima SA in Chalon sur Marne mit der Firmenzentrale in Paris.
Das erste Marken-Haarspray von Schwarzkopf, Taft, "das flüssige Haarnetz", ermöglicht modische hochtoupierte Frisuren.
In São Paulo wird Henkel do Brasil SA gegründet und mit der DEHYDAG-Produktion begonnen. 1966 geht dort ein Klebstoffwerk in Betrieb. 1995 erwirbt Henkel die unter der Marke Tenaz geführte Klebstoff-Palette, marktführend im Bereich Papier-Büro-Schreibwaren.
1956
Das Deutsche Fernsehen strahlt erstmals Werbung aus. Der erste TV-Spot wirbt für Persil.
Henkel übernimmt die gesamten Geschäftsanteile der Gerhard Collardin GmbH im hessischen Schönbach. Die Fabrik beginnt mit der Fertigung von P3-Produkten. 1998 geht das Unternehmen in der Henkel Oberflächentechnik auf, heute Henkel Surface Technologies.
Im Henkel-Werk in Düsseldorf beginnt der Neubau einer Fettsäurefraktionierung und einer Umnetzanlage.
1957
Henkel bietet mit Dixan ein erstes Spezialwaschmittel "mit gebremstem Schaum" für die Trommelwaschmaschine an.
Von der TheraChemie erscheint die Poly-Haarpflege-Serie.
Grünau gelingt mit der Entwicklung des Druckverdickungsmittels Lameprint der Einstieg in die Kohlenhydrat-Chemie. Im Vorjahr wurde das erste ABC-Löschpulver mit dem Namen Metasal eingeführt.
Bei Henkel in Düsseldorf-Holthausen geht zur Reinigung der Abwässer die erste zentrale Wasserreinigungs-Anlage in Betrieb.
1958
Die Henkel-Forschung widmet sich der systematischen Untersuchung der Gewässer auf waschaktive Substanzen. 1959 beginnt die Entwicklung schaumarmer Tenside. Somit ist Henkel vorbereitet auf ein Detergentiengesetz, das 1961 in Deutschland wegen der Schaumberge auf Flüssen und Seen erlassen wird und ab 1964 nur noch leichter abbaubare Waschsubstanzen erlaubt.
Teroson führt Silikon-Dichtstoffe ein. Teroson entwickelt sich im Lauf der Jahre zu einem Experten in Kleb- und Dichtstoffen für Fahrzeug-, Haus- und Fensterbau.
1959
Am 2. Januar kommt Persil 59 in die Geschäfte, das erste synthetische Vollwaschmittel von Henkel, weitgehend unempfindlich gegen Wasserhärten und für alle damals gängigen Waschverfahren geeignet.
Böhme führt das Geschirrspülmittel Pril flüssig ein.
Ponal, der weiße Holzleim, beginnt seinen Siegeszug. Die Marke Ponal begründet ein maßgeschneidertes Produktangebot für Möbelindustrie und Schreinerhandwerk. Daneben bringt Henkel Ovalit in den Markt, einen Klebstoff für schwere Wandbeläge; und die Dreiring Werke die Seife Ladon sowie die Feinappretur Perla. Die Produkte Fa, Ladon und Perla werden ab 1961 von Henkel vertrieben.
Die Gründung der Henkel Mexicana SA, Naucalpan de Juárez, Mexiko, erweitert das Geschäft in Südamerika. Henkel beteiligt sich 1964 an einem Joint Venture in Tlalnepantla, Mexiko, das ab jetzt als Henkel Onyxmex SA firmiert. 1965 übernimmt Henkel das Joint Venture komplett, ab 1971 firmiert es als Henkel Mexicana SA.
1960
Mit dem Erwerb der Standard Chemical Products Inc (ab 1971 Henkel Inc) betritt Henkel den Markt für Chemieprodukte in den USA.
In Lizenz der Lord Corporation, USA, beginnt Henkel das Geschäft mit Gummi-Metall-Bindemitteln (Marke: Chemosil), vor allem zur Fertigung schwingungsdämpfender Elemente im Fahrzeug- und Brückenbau. Heute eines der Spezialgebiete von Henkel.
Bei gewerblichen Wäschereien führt Henkel das Duplexverfahren Silex-Ozonex ein, Schwarzkopf bei Friseuren die Haarfarbe Igora Royal. Sichel entwickelt Reaktionsklebstoffe auf Cyanacrylat-Basis für die industrielle Fertigung. Bei Verbrauchern werden sie später als Pattex-Sekundenkleber bekannt.
In Düsseldorf-Holthausen nimmt das erste Henkel-Technikum seine Arbeit auf. Dort werden Produktionsprozesse, maßstabsgerecht verkleinert, getestet und weiterentwickelt.
1961
Am 7. Juli stirbt unerwartet der Firmenchef Dr. Jost Henkel im Alter von knapp 52 Jahren. Am 31. des Monats übernimmt sein jüngerer Bruder Dr. Konrad Henkel den Vorsitz der Geschäftsführung.
Neue Produkte, unter anderem der Mehrzweckreiniger Dor sowie Dermasil-Waschmittel für die thermische Wäschedesinfektion im Krankenhaus, erweitern das Geschäft.
Als Gründung der Firma Schwarzkopf entsteht die Golf Kosmetik. Von Poly erscheint die erste Schaumdauerwelle für den Heimgebrauch. Thompson erweitert das Angebot um Reinigungsprodukte für Fenster und WC.
1962
Henkel führt neben anderen Produkten Somat für Geschirrspülmaschinen und die Miropan-Latex-Fassadenfarbe ein.
Die Sichel-Werke AG in Hannover, schärfster deutscher Klebstoff-Konkurrent, gehen in den Besitz von Henkel über.
Bauabteilung (1914 eingerichtet), Architekturbüro (von 1906) und Konstruktionsbüro (von 1911) werden zum Bereich Henkel Bauwesen vereinigt.
1963
In Düsseldorf werden die Fettchemischen Betriebe zur größten Fettalkoholfabrik Europas erweitert. Bei der Glycerinherstellung vollzieht sich ein technischer Umbruch: Die Raffination erfolgt nun weitgehend durch Ionentauscher auf Kunstharzbasis.
Innovationen auch bei Produkten: Saptil von Henkel, ein Waschaktivum aus der Tube zur Vorbehandlung hartnäckiger Verschmutzungen, sowie Polyurethan-Dichtstoffe von Teroson.
Henkel lässt sich als Türk Henkel Sanayi ve Ticaret Ltd in Istanbul, Türkei, nieder und beteiligt sich 1965 an der Turyag AS in Izmir, Türkei. 1970 wird Iran Henkel AG in Teheran gegründet. Ende 1996 ist Henkel durch Joint Ventures in Israel und im Libanon vertreten.
1964
In Anbetracht der thematischen Bedeutung richtet Henkel in Düsseldorf eine eigenständige Fachabteilung Ökologie ein. Insbesondere Arbeiten über Amphotenside und biologisch völlig abbaubare Tenside sind vorrangig. 1966 startet das Forschungsprojekt "Phosphatersatz in Waschmitteln".
Henkel gelingt der kommerzielle Durchbruch auf dem Gebiet der Metallklebstoffe für Autokarosserien. Saxit Fliesenkleber und Tangit, ein Klebesystem für PVC-Druckrohre, werden eingeführt. Die spätere Erweiterung zu einer Palette von Spezialprodukten macht Tangit zum weltweiten Marktführer bei der Verklebung von Kunststoff-Druckleitungssystemen.
1965
Das neue Persil 65 kommt in den Markt. Es enthält Mittel zur temperaturabhängigen Schaumsteuerung. Somit ist es auch für die Trommelwaschmaschine geeignet, die inzwischen zu marktbeherrschender Bedeutung heranwächst.
Henkel bindet die Sidol-Werke Siegel & Co. in den Konzern ein. Ab 1966 kooperieren Thompson und Siegel, 1969 fusionieren diese Firmen zur Thompson-Siegel GmbH.
Der Chemiker Dr. Jürgen Manchot, geboren 1936, Ur-Enkel des Firmengründers und Enkel von Dr. Fritz Henkel jun., tritt in die Firma Henkel ein.
Weiterentwicklungen bei Hotmelts führen zu EVA-Schmelzklebstoffen für Verpackung, Etikettierung und Buchbinderei unter der Marke Technomelt. Gebrauchsfertige Spachtelmassen der Marke Dufix ergänzen das Tapezier-Sortiment in Do-it-Yourself-Märkten.
1966
Henkel erweitert das Waschmittel-Angebot: Dato, Spezialist für alle modernen weißen Gewebe; Weißer Riese, Zweitmarken-Vollwaschmittel mit starken Weißmachern sowie Rivonit für Großspülmaschinen.
Henkel erschließt ein neues Marktsegment: Unter der Marke Liofol werden Polyurethan-Klebstoffe zur Folienkaschierung, vornehmlich für flexible Verpackungen von Lebensmitteln, eingeführt. Wachsendes Umweltbewusstsein und strenge Lebensmittelgesetze bestimmen die weitere Entwicklung neuer Liofol-Produkte, die sich zu einem bedeutsamen multinationalen Geschäft entwickeln.
1967
Die Kossack-Chemie GmbH mit der bekannten Marke Dompfaff wird in Henkel integriert.
Die beiden französischen Firmen Unichima und Riva schließen sich zur Société Anonyme Henkel France in Paris zusammen. Hieraus entwickelt sich die größte Auslandstochter von Henkel in Europa.
Henkel führt das Feinwaschmittel Fewamat für die Waschmaschine ein sowie Henk-o-mat, Vorwaschmittel für die Waschmaschine.
In Düsseldorf-Holthausen wird das "Jost-Henkel-Ausbildungszentrum" mit Lehr-Laboratorium und -Technikum seiner Bestimmung übergeben. 1968 folgt das "Fritz-Henkel-Haus für Vertriebsberatung", das auch als Tagungs- und Konferenzzentrum genutzt wird.
1968
Der VEB Waschmittelwerk Genthin (1990 zurückgekauft) entwickelt das Waschmittel Spee.
Im Sinne von Zweitmarkenstrategien vermarktet Henkel neben Weißer Riese nun auch noch das Vollwaschmittel Fakt mit Enzymen.
Macroplast, ein lösemittelfreier Montageklebstoff und Stabilit-express, ein schnellhärtender, hochfester Kleber für den Haushalt, ergänzen die Klebstoff-Palette. Mit dem Flüssigdünger Flora steigt Thompson in den Heim-Pflanzen-Markt ein.
1969
Pritt, der erste Klebestift der Welt, feiert Premiere. Unter dieser Marke werden im Laufe der Zeit weitere Produkte eingeführt, die die Bedeutung von Henkel im Markt für Papier-, Büro- und Schreibwaren erweitern. Noch in demselben Jahr beginnt der Export, durch den sich Pritt zur meistverbreiteten Weltmarke von Henkel entwickelt.
Der Weichspüler Vernell und das enzymhaltige, "biologisch aktive" Persil 70 erscheinen im Markt.
Henkel gründet die Henkel Khasana GmbH als Vertriebsgesellschaft für Kosmetik-Produkte und die Thomsit Vertriebsgesellschaft mbH für Verlegewerkstoffe.
Mit der Akquisition der Firma Franchini Quimica SA in Buenos Aires ist Henkel nun auch in Argentinien mit einer eigenen Gesellschaft vertreten. Sie wird in Henkel Argentina SA umbenannt.
1970
Im April finden die ersten "Düsseldorfer Hygienetage" statt, ein internationaler wissenschaftlicher Kongress von Hygiene-Experten. Die Veranstaltung wird bis 1996 im Abstand von zwei Jahren durchgeführt.
Mit Creme 21 steigt Henkel in den Markt der Handpflege ein; mit Dixi erscheint ein weiteres Geschirrspülmittel und mit X-tra ein biologisch aktives Schwerpulver zum Vorwaschen.
Cordes & Co GmbH, Minden, kommt zu Henkel. Die Aktivitäten von Cordes und Sichel auf dem Gebiet der elastischen Fugendichtung werden 1971 unter der Marke Sista zusammengefasst. Auch auf diesem Gebiet wird Henkel zu einem internationalen Spezialisten.
1971
Henkel vereint die im Bereich Kosmetik und Körperpflege tätigen Henkel-Unternehmen in der Therachemie GmbH Düsseldorf, ab 1974 Thera GmbH kosmetische und therapeutische Erzeugnisse, 1989 umfirmiert in Thera Cosmetic GmbH. Die ehemaligen Dreiring-Werke in Krefeld werden zum 1. Januar 1997 an die Dalli-Werke Mäurer+Wirtz verkauft.
Weitere Auslandstöchter entstehen: Henkel Industries Ltd in London; Henkel Hellas SA in Athen; Henkel Chemicals (Canada) Ltd in Montreal; Henkel Chemicals (H.K.) Ltd (Vertriebsgesellschaft) in Hongkong. Im Jahr darauf folgen in Lagos, Nigeria, die Henkel Chemicals (Nigeria) Ltd. und in Bangkok, Thailand, Henkel Thai Ltd.
1972
In England erwirbt Henkel die Firma Gordon Slater Ltd, die in Henkel Chemicals Ltd umbenannt wird. Deren bekannteste Tapetenkleister-Marke Solvite wird zum Markführer in Großbritannien ausgebaut.
Die Verlegewerkstoff-Geschäfte der Firmen Kossack, Sichel und Thompson-Siegel werden in der Henkel Bautechnik unter der Marke Thomsit zusammengeführt. Produkte für den Anstrichsektor der Firmen Henkel, Sichel und Cordes werden im "Verkauf Sichel" zusammengefasst.
Das Produkt Der General erweitert das Sortiment der Reinigungsmittel.
1973
Die Forschung meldet einen Phosphatersatzstoff für Waschmittel (Sasil) zum Patent an. Teroson richtet ein eigenes R&D-Labor ein (Research & Development: Forschung & Entwicklung).
Wiederum ändert sich die Rezeptur von Persil. Erstmals seit 1959 verzichtet Henkel auf die Koppelung von Persil mit einer Jahreszahl, wodurch der Markenname plakativer gestaltet werden kann.
Aufblähbare Dichtmassen und Bänder auf Kautschukbasis (Marke Macroplast) erweitern die Palette der Kleb- und Dichtstoffe für die Automobilindustrie.
1974
In Düsseldorf-Holthausen wird gebaut: Biologische Institute ebenso wie Technika, Labor- und Büroräume für die Verfahrenstechnik und die chemische Verfahrensentwicklung.
Henkel beteiligt sich an The Clorox Company, USA, zwecks Produktion und Vertrieb bestimmter, von Henkel entwickelter Haushalts- und Großverbraucherprodukte. Mit dem Kauf der Firma Produits Chimiques du Sidobre-Sinnova SA in Boussens, Frankreich, wird ein zweiter Standort in Europa für Fettalkohole eröffnet.
1975
Die Henkel GmbH wird in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt und zur Dachgesellschaft von Henkel. Diese umfasst zu dieser Zeit rund 70 Töchter und angeschlossene Unternehmen. Die Rechtsform KGaA ermöglicht 1985 den Gang an die Börse.
Schwarzkopf übernimmt die Olivin GmbH mit der Deodorant-Marke Bac und der Herrenserie Hâttric.
Henkel weitet sich in Übersee aus: Der neuen Henkel Australia Pty Limited in Sydney wird die dortige Vermarktung der Henkel-Produkte übertragen. In Guatemala entsteht 1974 die Quimica Henkel Centroamericana SA, die den zentralamerikanischen Markt versorgt. Aus der Inversiones Androca SA in Caracas, Venezuela, geht 1976 die Henkel Venezolana hervor. Ebenfalls 1976 beginnt Henkel das Joint Venture PT Henkel Indonesia und gründet in Manila auf den Philippinen eine Gesellschaft. Bereits 1970 war Henkel Chemicals (Carribean) Ltd in Kingston, Jamaika, gegründet worden.
1976
100-jähriges Firmenjubiläum. Henkel stiftet den Sportpark Niederheid und das Kunst-Restaurierungszentrum (eröffnet 1978) in Düsseldorf. Dr. Konrad Henkel wird - wie 1928 sein Großvater Fritz Henkel und 1951 sein Vater Dr. Hugo Henkel - Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf.
Mustang, das erste 60-Grad-Waschmittel, kommt in den Markt, ferner unter der Marke Assil einer der ersten Polyurethan-Montageschäume.
Henkel-Forscher entdecken, dass der Wirkstoff HEDP (1-Hydroxy-ethyliden-1,1-biphosphonsäure) die Bildung von Zahnstein durch Komplexierung von Kalzium verhindern kann.
1977
In den USA erwirbt Henkel General Mills Chemicals Inc einschließlich der internationalen Tochtergesellschaften in Japan, Brasilien und Irland. General Mills Chemicals ist Weltmarktführer in natürlichem Vitamin E sowie der führende Hersteller von Kupferextraktionsmitteln, Polyamiden und Epoxi-Härtern in den USA.
Als erstes phosphatarmes Waschmittel mit Sasil besteht Prodixan die Bewährungsprobe. Auch Montage-Schmelzklebstoffe für die Kabel-, Kabelgarnituren- und Elektro-Industrie (Marke Macromelt) werden zu einem bedeutenden Geschäft.
1978
Mit dem Düsseldorfer Hygienepreis werden erstmals herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Hygiene ausgezeichnet. Der Preis wurde anlässlich des Firmenjubiläums 1976 von Henkel gestiftet. Bis 1996 wird er auf den Düsseldorfer Hygienetagen verliehen.
Mit der Akquisition der Firma Omnitechnic GmbH Chemische Verbindungstechnik, München, nimmt Henkel anaerob härtende Klebstoffe in das Henkel-Sortiment auf. Sie wurden 1953 von Vernon Krieble entdeckt, dem Gründer von Loctite.
In Mexiko City wird die Grupo Quimico Mexicano gegründet.
1979
Die Zahncreme Thera-med im Spender eröffnet den Zahnpflegemarkt für Henkel.
Nach dem Erfolg mit dem phosphatarmen Waschmittel Prodixan wird nun auch Weißer Riese mit Sasil eingeführt.
In Düsseldorf-Holthausen beginnt der Betrieb eines neuen Biotechnikums und eines Ledertechnikums.
Die Chemische Fabrik Grünau beginnt mit der Entwicklung spezieller Produkte für den Umweltschutz, die umweltschädliche Chemikalien und Öle binden. Das Ölbindemittel Neocosal gilt als das erste ausgewiesene Umweltschutzprodukt, da es zum Beispiel imstande ist, Wasser von ausgelaufenem Öl zu befreien.
1980
In den USA gelingt Henkel mit dem Erwerb der Firmen Amchem Products Inc und Parker Chemicals (1987), zweier angesehener Spezialisten mit Klebstoffen und Spezialprodukten für die chemische Oberflächenbehandlung von Metallen, der Einstieg in die Automobilindustrie. Ferner erwirbt Henkel Ross Chemical Co in Detroit, Michigan/USA, mit Klebstoffen für Do-it-Yourself, Haushalt und Schule sowie in England mit Gloy eine traditionsreiche Klebstoffmarke.
Dr. Konrad Henkel übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat und im Gesellschafterausschuss. Konrad Henkel war das letzte Mitglied der Familie Henkel als Vorsitzender der Zentralen Geschäftsführung. Diese Aufgabe geht auf Dr. Dr. Helmut Sihler über.
Richtungsweisend für das Recycling: Neue wasserlösliche Schmelzklebstoffe von Henkel.
1981
Das 1980 neu in Port Kelang, Malaysia, gegründete Gemeinschaftsunternehmen Henkel Oleochemicals Malaysia (HOM) produziert vornehmlich oleochemische Grundstoffe. In Malaysia ist Henkel Ende 1998 mit sieben Unternehmen vertreten. 1982 ruft Henkel die Henkel South East Asia Pte Ltd in Singapur ins Leben.
Nach der Akzeptanz der phosphatarmen Waschmittel Prodixan und Weißer Riese wird nun auch das Flaggschiff Persil auf Sasil umgestellt. Gleichzeitig kommt das erste flüssige Vollwaschmittel unter der Marke Liz in den Markt, von der Haarkosmetik-Marke Poly die erste Schaumtönung.
1982
Erstmals verleiht das Unternehmen den Fritz-Henkel-Preis für Innovation. Mit ihm werden herausragende und am Markt erfolgreiche Ideen von Mitarbeitern geehrt.
Der Verband der Chemischen Industrie ruft ein Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) ins Leben, an das auch die Henkel-Werkfeuerwehr angeschlossen ist. Bei Bedarf berät und unterstützt die Werkfeuerwehr die öffentlichen Einsatzkräfte nach Transport-Unfällen mit Chemikalien.
1983
Henkel übernimmt von der Firma von Heyden GmbH die Gesichtspflegeserie Aok und verstärkt dadurch die Position im Kosmetik-Fachhandel.
Das erste völlig phosphatfreie Universalwaschmittel in Deutschland kommt unter der Marke Dixan auf den Markt.
Stickoxide gelten als hauptverantwortlich für das grassierende Waldsterben. Zur Reinerhaltung der Luft entwickeln die Forscher im Henkel-eigenen Kraftwerk in Düsseldorf ein großtechnisches Verfahren, durch das bereits die Entstehung von Stickoxiden um 75 Prozent reduziert wird (Herenox-Verfahren).
Die Henkel-Forschung entwickelt einen Metabolitentest zum Nachweis der biologischen Abbaubarkeit von Tensiden. Bereits 1980 wurde der erste in-vitro-Test als Ersatz für Tierversuche eingeführt.
1984
Großumbau und Modernisierung der Glycerin-Fabrik in Düsseldorf-Holthausen. Unter anderem geht eine Triacetin-Anlage zur Veredlung von Glycerin in Betrieb.
Mit der Übernahme der Klebstoffgeschäfte von Monarch/Adams Adhesives Ltd wird Henkel Marktführer in England. Alle Klebstoffaktivitäten von Henkel in England werden 1988 unter Henkel Industrial Adhesives neu organisiert.
Zusätzlich übernimmt Henkel die Brichem-Gruppe in Slough, England, die Reinigungsmittel herstellt.
1985
Mit Henkel-Vorzugsaktien geht das Unternehmen an die Börse. In diesem Zusammenhang wird erstmalig eine Weltbilanz veröffentlicht. Im Juni 1986 findet die erste öffentliche Hauptversammlung statt.
In Chile beteiligt sich Henkel mit 28 Prozent an Quimica Härting SA (ab 1993 Henkel Chile SA) und in den USA mit 25 Prozent an der Loctite Corporation.
Als erstes westliches Unternehmen hält Schwarzkopf eine Mehrheitsbeteiligung an einem Unternehmen in Osteuropa (Schwarzkopf Kozmetikai Kft in Budapest, Ungarn).
An der Universität Düsseldorf wird die Konrad-Henkel-Stiftung zur Förderung der Wirtschaftswissenschaften eingerichtet.
1986
Zum 1. Januar übernimmt Henkel die Chemische Fabrik Grünau und stärkt damit unter anderem das Geschäft mit Nahrungsmitteladditiven. In Österreich gehen die Klebstoff-Aktivitäten der Chemie Linz AG unter der Marke Leifa auf die Henkel Austria Ges.m.b.H. über. Weiterhin übernimmt Henkel das Samson-Klebstoffgeschäft der Firma Samuel Jones & Co Ltd in England.
Im Januar kommt Persil phosphatfrei in Deutschland, den Niederlanden und in der Schweiz auf den Markt (beide Ende 1985). In Österreich liegt der Marktanteil des phosphatfreien Grünen Persil (Oktober 1985 eingeführt) bereits bei 11,4 Prozent.
Um die Position im Baubereich zu stärken, erwirbt Henkel das Bauchemie-Geschäft von der Beecham Group London mit jeweils national bedeutsamen Unternehmen und Marken: In Frankreich Rubson, in Großbritannien Unibond-Copydex Ltd sowie in Deutschland Ceresit GmbH, seit 1905 bewährter Partner am Bau. Ceresit wird 1990 in die Henkel Bautechnik integriert.
In Santa Rosa, Kalifornien/USA, wird die Henkel Research Corporation eingeweiht. Sie geht 1991 in Cognis auf.
1987
Der Kauf von Oxy Process Chemicals Inc, USA, auch bekannt unter dem Namen Nopco, verstärkt insbesondere das Geschäft mit Coatings & Inks sowie die Textilindustrie-Aktivitäten in Nordamerika und Asien. In Cali, Kolumbien, entsteht die Henkel Colombiana SA.
Die gesamte Produktion der Firma Schwarzkopf wird auf FCKW-freie Aerosole umgestellt und damit zum Vorreiter in Deutschland.
Henkel veröffentlicht Unternehmensleitlinien. In ihnen erhält der Umweltschutz als Unternehmenszweck einen gleichrangigen Stellenwert wie das Erzielen von Gewinnen. 1989 folgt eine entsprechende interne Betriebsvereinbarung.
1988
Nach einer ersten politischen Öffnung der Volksrepublik China zum Westen eröffnet Henkel ein Repräsentationsbüro in Peking und unterstützt die Restaurierung eines Teilstücks der Chinesischen Mauer. Heute hat Henkel mehr als 15 Firmen und Kooperationen in China.
Der Umsatz von Henkel überschreitet erstmalig zehn Milliarden DM.
Nach eigenen Forschungsarbeiten seit 1984 erwirbt Henkel in den USA zusätzlich das Know-how über Alkylpolyglycoside der Horizon Chemical Division von Staley Continental Inc. Alkylpolyglycoside werden seit 1990 als besonders milde waschaktive Rohstoffe in Reinigungsmitteln und in Körperpflegeprodukten eingesetzt.
1989
Alle Pritt-Produkte weltweit enthalten keine Lösemittel. Alle Henkel-Waschmittel in Deutschland sind jetzt phosphatfrei.
Mit Polyurethan-Klebstoffen und klebenden Epoxy-Glasfaser-Verbundwerkstoffen erweitert Henkel die Position in der Automobilindustrie. Für den Non-Woven-Markt werden verpackungsfreie Haftschmelzklebstoffe eingeführt.
In den USA erwirbt Henkel die Emery-Division in Cincinnati, Ohio, von der Quantum Chemical Corporation, wodurch die Weltmarktführerschaft in oleochemischen Grundstoffen sowie die Technologieführung in Ozonolyse gefestigt wird. Ferner beteiligt sich Henkel mit 12 Prozent an Ecolab Inc, einem der weltweit größten Anbieter von Produkten für institutionelle und industrielle Reinigung.
1990
Dr. Konrad Henkel übergibt den Vorsitz in Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss an Dipl.-Ing. Albrecht Woeste, Urenkel des Firmengründers. Konrad Henkel wird Ehrenvorsitzender von Henkel.
Persil supra als Kompaktwaschmittel wird eingeführt.
Henkel kauft das ostdeutsche Werk Genthin zurück. Das dort produzierte Waschmittel Spee wird überarbeitet und als preiswertes Vollwaschmittel für den gesamtdeutschen Markt positioniert.
Um auch Hersteller von weltweit vertriebenen Erfrischungsgetränken in Mehrweg-Kunststoff-Flaschen (PET) beliefern zu können, führt Henkel erfolgreich Spezialklebstoffe für die Etikettierung von PET-Flaschen ein.
Das Ende der kommunistischen Ära in Mittel- und Osteuropa eröffnet für Henkel neue strategische Optionen. Die Expansion in Russland beginnt mit einer Beteiligung an dem Waschmittelwerk Chimvolokno. In Staporków, Polen, folgt die Gründung der Henkel Bautechnik Polska Sp zoo. Der Aufbau in Mittel- und Osteuropa wird federführend der Henkel Austria, mit Sitz in Wien, Österreich, übertragen.
1991
Teroson in Heidelberg (seit 1898) wird gekauft und in die Henkel Geschäftsbereiche Klebstoffe und Oberflächentechnik integriert.
Persil Color kommt als erstes Color-Waschmittel in den Markt.
Henkel gründet eine Tochter für Bio- und Umwelttechnologien unter dem Namen Cognis. In München-Garching entsteht das Loctite-Engineering Center für Europa.
Henkel Asia Pacific in Hongkong übernimmt als Holding das Management für die Region Asien-Pazifik.
Als eines der ersten Industrieunternehmen Deutschlands bekennt sich Henkel zur "Business Charter for Sustainable Development" der Internationalen Handelskammer, das heißt zu einer langfristig tragfähigen, nachhaltigen Entwicklung.
1992
Prof. Dr. Dr. Helmut Sihler wechselt in den Gesellschafterausschuss und übergibt den Geschäftsführungsvorsitz an Dr. Hans-Dietrich Winkhaus.
Bei der Emery Group in Cincinnati, Ohio/USA, beginnt die erste großtechnische Produktion von Alkylpolyglycosiden (APG), auf natürlichen Rohstoffen basierende biologisch vollständig abbaubare Tenside. 1995 entsteht bei Henkel in Düsseldorf-Holthausen eine zweite Poduktionsanlage für APG.
Die Henkel-Forschung entwickelt Biocrack für die Sanierung mineralölverunreinigter Böden.
Henkel veröffentlicht ihren ersten Umweltbericht, der seitdem jährlich erscheint.
1993
Henkel beteiligt sich an der ERA AG in Tosno bei St. Petersburg und beginnt, das Geschäft in Russland und den GUS-Staaten einschließlich des Baltikums aufzubauen. ERA stellt Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kosmetika her, seit 1999 auch Klebstoffe. Auch der Aufbau von Geschäften in weiteren osteuropäischen Ländern geht zügig voran. 1995 wird die Henkel Austria Gruppe als Dachorganisation für die inzwischen 17 Henkel-Firmen in Mittel- und Osteuropa gegründet.
Die Chemietochter Pulcra in Barcelona, Spanien, produziert umweltverträgliche Esterquats als Zusätze für Waschmittel und Kosmetika. Die Türk Henkel erhält vom Verband türkischer Unternehmen für Umwelttechnologie den Preis als umweltfreundlichstes Unternehmen. Zur Abfallverringerung ermuntert Henkel die Verbraucher, bei Waschmitteln und einigen Klebstoffen zu Nachfüllpacks zu greifen.
1994
In Düsseldorf-Holthausen beginnt die Fabrikation der Megaperls, ein patentiertes, hoch konzentriertes Waschmittel. Persil Megaperls kommen in den Markt. Diese Produktform verbreitet sich schnell auch bei Henkel-Produkten in den Nachbarländern. 1996 kommen Weißer Riese Megaperls und Spee Megaperls in den deutschen Markt.
Henkel erklärt neben der technologischen auch die ökologische Führerschaft zu den Maximen der Unternehmensphilosophie.
Der Ferntransport von Wasch- und Reinigungsmitteln wird in Deutschland ab 1994 überwiegend auf die Schiene verlagert (Öko-Logistik).Als Folge des Beitritts zur Umwelt-Charter for Sustainable Development veröffentlicht Henkel sein weltweites Konzept "Responsible Care" ("Verantwortliches Handeln"). Leitbild, Grundsätze und Strategien des Unternehmens werden - weltweit gültig - in einer Broschüre formuliert.
1995
Henkel erwirbt die Kosmetikfirma Hans Schwarzkopf GmbH. Nach der Integration werden 1997 die Geschäftsfelder Markenartikel in Schwarzkopf & Henkel Cosmetics GmbH, Düsseldorf, und Friseur in Hans Schwarzkopf GmbH & Co KG (Schwarzkopf Professional), Hamburg, gebündelt.
Mit der Übernahme von LePage's Ltd, dem führenden Anbieter von Handwerker- und Do-it-Yourself-Klebstoffen, erreicht Henkel in Kanada die Marktführerschaft bei diesen Produktgruppen. 1996 folgt Canadian Adhesives Ltd mit Fugendichtungsmassen und Montageklebern und wird mit LePage zusammengelegt.
Akquisition von Dr. Rudolf Schieber Chemische Fabrik GmbH + Co KG in Bopfingen, Deutschalnd, (gegründet 1893). Sie wird 1998 zusammengeführt mit der von Henkel 1991 gegründeten Citax Klebetechnik GmbH mit Sitz in Heidenau bei Dresden und umfirmiert als Dorus Klebetechnik GmbH & Co KG. So entsteht ein Spezialist mit einem kompletten Programm für die holzverarbeitende Industrie. Im Jahr 2000 geht dort die modernste Produktionsstätte der Welt für Schmelzklebstoffe in Betrieb.
Von der Pelikan Holding AG übernimmt Henkel die Produktion und Weiterentwicklung sowie die Vermarktungsrechte für Länder außerhalb des deutschsprachigen Raums der Rollertechnik zum Korrigieren, Kleben und ab dem Jahr 2000 auch zum Markieren. Seit 1989 gibt es den Pritt-Kleberoller in mehreren Ländern Europas.
Mit dem Erwerb von Laesser entsteht in Zürich, Schweiz, ein Competence Center für Zigarettenklebstoffe weltweit.
1996
Produktionsbeginn einer neuen Generation von Thomsit-Fußbodenklebstoffen, die frei von Lösemitteln sind und besonderen Anforderungen an Raumluft-Hygiene gerecht werden.
Die Akquisition von United Resins Products verstärkt die Position bei Heißschmelzklebern und ermöglicht mit den hinzugekommenen Produktionsstandorten eine bessere Marktabdeckung in den USA. Gleiches gilt für die Übernahme von Thiem Automotive Division für Kleb- und Dichtstoffe für die Automobilindustrie. Auch die Novamax Technologies Corporation in Atlanta, Georgia/USA, Spezialist für die Behandlung von Metalloberflächen, kommt zu Henkel.
Akquisition von N.B. Love Adhesives, Melbourne, in Australien und Neuseeland Marktführer bei Verpackungsklebstoffen und ein führender Anbieter von Industrieklebstoffen.
1997
Mit verschiedenen Joint Ventures, Gründungen und Akquisitionen erweitert Henkel die Geschäfte vor allem in der Region Asien-Pazifik. Als Gemeinschaftsprojekt mit der Shanghai Jiao Tong Universität ruft die Henkel (China) Investment Co Ltd das Jiao Tong Management Training Center in Shanghai ins Leben.
Henkel übernimmt sämtliche Anteile der Loctite Corporation. Loctite ist neben Klebstoffen für Heimwerk und Haushalt der weltweit führende Spezialist für Konstruktionsklebstoffe, vor allem bei Miniaturisierung wie Chipbonding und Mikroelektronik. Mit der Integration von Loctite erreicht Henkel mit großem Abstand die Weltmarkt-Führung bei Klebstoffen sowie eine Verbesserung der Absatz-Struktur in den USA und weltweit.
Der Firmenumsatz übersteigt 20 Milliarden DM.
1998
Wiederum als Weltneuheit werden Persil Tabs eingeführt. Die neue Technologie wird auf Henkel-Waschmittel und andere Produktgattungen übertragen. Ebenfalls eine Weltneuheit: Poly Re-Nature Creme gibt ergrautem Haar die ursprüngliche Farbe zurück.
In den USA wird die Mehrheit an Manco Inc, Avon, Ohio, erworben. Die Position bei Markenklebstoffen in Nordamerika wird dadurch erheblich gestärkt. Henkel wird im gesamten nordamerikanischen Raum zu einem führenden Anbieter von Konsumentenklebstoffen. Manco übernimmt den Vertrieb der LePage-Produkte in den USA.
Mit dem Erwerb der DEP Corporation Los Angeles, Kalifornien/USA, steigt Henkel in den US-amerikanischen Kosmetikmarkt ein. Im Joint Venture BioHenk AS in Tromsø, Norwegen, werden Krabbenschalen zu einem neuen Rohstoff für die Kosmetikindustrie verarbeitet (Marke Chitosan).
1999
Am 1. August wird der Unternehmensbereich Chemieprodukte von Henkel ausgegliedert und rechtlich verselbständigt unter dem Firmennamen Cognis. Alle Chemie-Tochterfirmen von Henkel werden in die Holding Cognis BV mit Sitz in Roermond, Niederlande, eingebracht. Hier entsteht auch die neue Unternehmenszentrale. Die ehemalige Cognis Biotechnologie war bereits in die Zentrale Forschung von Henkel integriert worden.
Dr. Konrad Henkel, Ehrenvorsitzender von Henkel, stirbt am 24. April im Alter von 83 Jahren. Mehr als 6.000 Mitarbeiter und Pensionäre nehmen in der Empfangshalle der Düsseldorfer Konzernzentrale Abschied.
Henkel übernimmt die französische Firmengruppe Laboratoires Sérobiologiques, ein bedeutender Hersteller von nachwachsenden Rohstoffen für die Kosmetik. Das Unternehmen wird in Cognis integriert.
In einer Analyse des Hamburger Umweltinstituts von 50 führenden Chemieunternehmen weltweit wird Henkel mit weitem Vorsprung Sieger im Ökologie-Ranking.
2000
Dr. Ulrich Lehner übernimmt von Dr. Hans-Dietrich Winkhaus den Vorsitz der Geschäftsführung der Henkel KGaA. Winkhaus wird Nachfolger von Prof. Dr. Dr. Helmut Sihler im Gesellschafterausschuss.
Diadermine, eine europäische Gesichtspflege-Marke, ist nun auch in Deutschland verfügbar.
Als einziger von 50 Bewerbern wird Henkel als Klebstoff-Lieferant für den Space Shuttle zugelassen.
Neu für Henkel: elektronische Marktplätze im Internet. Henkel gründet mit den Markenartikel-Unternehmen SAP Nestlé und Danone einen virtuellen Marktplatz für die Einkaufsabwicklung - und beteiligt sich mit BASF, Degussa-Hüls und der Metallgesellschaft an einem Internet-Markt für chemische und pharmazeutische Produkte.
Henkel festigt seine Position durch weitere Joint Ventures, Gründungen und Akquisitionen in Japan, China und USA.
2001
Im 125. Jahr des Bestehens lautete das Jubiläumsmotto: "125 years.focus:future". Henkel stellte seine globalen Geschäfte auf zwei Säulen: Marken und Technologien (Brands and Technologies). Diese strategische Wahl war die Grundlage für eine Reihe wichtiger Entscheidungen.
Cognis, der ehemalige Unternehmensbereich Chemieprodukte, wurde an eine Gruppe von Finanzinvestoren verkauft. Das europäische Joint-Venture Henkel-Ecolab wurde aufgelöst; die strategische Beteiligung an Ecolab Inc blieb bestehen.
Die neue Ausrichtung des Unternehmens drückte sich auch aus in einem neuen Claim (A Brand like a Friend), einer neuen Vision und zehn neuen Values. Auf dieser Grundlage wurde das Corporate Design von Henkel überarbeitet.
Das 125-jährige Jubiläum feierte Henkel weltweit vor allem mit einer Aktion: Rund um den Globus wurden 125 Kinderprojekte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit jeweils bis zu 12.500 Euro unterstützt. Am Sitz der Unternehmenszentrale, in Düsseldorf, spendete Henkel acht Millionen Euro zur Erhaltung des Schlosses Benrath.
2002
Henkel verwirklicht unter dem Slogan „Henkel – A Brand like a Friend“ und mit neuem Corporate Design erstmals einen weltweit einheitlichen Auftritt des Konzerns. Unterstützt wurde die neue Identität mit dem neuen Henkel-Corporate-Song „We together“, durch den das Unternehmen ebenfalls erstmals einen eigens für Henkel komponierten Firmen-Song hat.
Im Jahr 2002 übernahm Henkel
im Rahmen des Joint Ventures Henkel ENAD Algeria (HEA) die Waschmittelproduktion von Chelgoum Laid in Algerien,
den spanischen Hersteller von Kleb- und Dichtstoffen Solyplast S.A., Barcelona,
die Cemedine U.S.A., Inc., eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Cemedine Co., Ltd., Tokio, Japan sowie
das Sellotape-Geschäft der Verdoso Holdings Ltd., Dunstable, Bedfordshire, Großbritannien.
Im August gab die Gesundheitsbehörde der USA den Wundklebstoff Indermil von Henkel Loctite für den amerikanischen Markt frei. Der Wundkleber ist damit weltweit zugelassen.
Ende September 2002 eröffnet Henkel das für 23 Millionen Euro errichtete "Henkel Loctite Technology Center Asia Pacific" in Yokohama, Japan. Über 130 Mitarbeiter sorgen in Zukunft dafür, dass industrielle Kunden von Henkel Technologies im asiatischen Raum individuell angepasste Produkt- und Systemlösungen erhalten.
Bei der Flutkatastrophe in Deutschland mussten über 80.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. In einer außerordentlichen Sammelaktion spendeten Henkel-Mitarbeiter und Pensionäre fast 274.000 Euro zugunsten der Flutopfer. Henkel gab 300.000 Euro dazu.
Auch in Tschechien und Österreich hat sich Henkel engagiert. Die Henkel-Standorte in Ungarn, der Slowakei, Polen und Rumänien unterstützten die Katastrophengebiete in Tschechien mit gezielten Hilfslieferungen.
2003
Zum 1. Juli organisierte sich Henkel Technologies, der Marktführer bei Industrieklebstoffen, Dichtstoffen und in der Oberflächentechnik, neu. Im September erwarb Henkel eine Mehrheitsbeteiligung am Waschmittelherstellers La Luz in Guatemala. Mit diesem Joint Venture konnte Henkel sein Geschäft in Lateinamerika ausbauen.
Im Dezember gab Henkel bekannt, die Dial Corporation, Scottsdale, Arizona übernehmen zu wollen. Der etablierte und renommierte Waschmittel- und Kosmetikhersteller ermöglicht den Ausbau des Markenartikelgeschäfts in den USA. Der Abschluss des Geschäfts ist für April 2004 geplant. Den Haarkosmetik-Bereich stärkte Henkel durch die geplante Übernahme des kalifornischen Unternehmens Advanced Research Laboratories (ARL). Auch diesem Vorhaben müssen die Kartellbehörden noch zustimmen.
Im sozialen Bereich fiel die Bilanz der MIT-Initiative (MIT = Miteinander im Team) nach fünf Jahren Bestehen im März rundum positiv aus: Henkel förderte 1.067 Projekte, an denen Henkel-Mitarbeiter ehrenamtlich beteiligt sind, mit 2.500.000 Euro. Im November trat Henkel dem Global Compact der Vereinten Nationen bei, das zur Wahrung der Menschenrechte verpflichtet. Werte, wie grundsätzliche Arbeitsrichtlinien einzuhalten und die Umwelt zu schützen, sind jedoch schon lange Alltag im Konzern.
Markenjubiläen waren 2003 das 50-jährige Bestehen der Marke Loctite, zu dem auch Vize-Formel 1-Weltmeister Kimi Räikkönen gratulierte. Schon seit neun Jahren fährt Henkel Technologies mit Loctite in der Formel 1 ganz vorne mit. Ebenfalls 50 Jahre gibt es den Tapetenkleister Metylan, der heute in Deutschland Marktführer ist und mit dem Handwerker in 30 Ländern arbeiten. Die Marke Schauma feierte mit Verona Feldbusch das 100-jährige Jubiläum mit einer großen Charity-Aktion zugunsten eines SOS-Kinderdorfs in Bolivien. Mit dieser Innovation des ersten Pulvershampoos eroberte Hans Schwarzkopf 1903 schnell die Herzen und vor allem die Köpfe der Deutschen.
2004
Der Erwerb der Dial Corporation, Scottsdale/Arizona, ist die bislang größte Akquisition in der Firmengeschichte. Mit diesem renommierten US-Waschmittel- und Kosmetikhersteller macht Henkel einen großen Schritt im nordamerikanischen Markt. Zusätzlich erwirbt Henkel das amerikanische Kosmetik-Unternehmen Advanced Research Laboratories (ARL), das seit mehr als 20 Jahren innovative und hochwertige Haarkosmetik entwickelt und vertreibt.
Weitere wichtige Akquisitionen sind der US-Hersteller für Schalldämmung und Karosseriedichtung Orbseal LLC sowie das US-Klebstoffunternehmen Sovereign Specialty Chemicals. Zu den Meilensteinen in der Unternehmensgeschichte zählt, dass Henkel seine gesamte Beteiligung an Clorox in Höhe von 28,8 Prozent (rund 61,4 Millionen Aktien) gegen ein neu gegründetes Tochterunternehmen von Clorox eintauscht, das ein Portfolio an operativen Geschäften, einschließlich Soft Scrub® und der Insektizid-Geschäfte Combat®, Home Mat® und Home Keeper® plus die 20-prozentige Beteiligung von Clorox an der Henkel Ibérica und rund 2,1 Milliarden US-Dollar in bar halten wird.
Mit dem Abschluss aller Akquisitionen des Jahres 2004 wird Henkel etwa 25 Prozent seines Umsatzes künftig in den USA erzielen.
Die Feinseife Fa, die 1954 erstmals Reinigung und Pflege mit exotischen Düften kombinierte, hatte 2004 ihr goldenes Markenjubiläum. Auch heute erfrischt Fa in 146 Ländern und ist damit die internationalste Kosmetikmarke von Henkel. Außerdem feierte die älteste Industriemarke von Henkel, P3, ihr 75-jähriges Bestehen. Das technische Reinigungsmittel für Metalloberflächen ist eines der traditionellen Geschäfte des Unternehmensbereichs Henkel Technologies.
Wie die „Qualität von Henkel“ eingelöst wird, verrät die Internetseite www.qualitaet-von-henkel.de mit Informationen und Hintergrundgeschichten zu Henkel-Produkten. Dort sind auch erstmals alle Online-Ratgeber auf einen Klick erreichbar.
2005
Mit Knut Weinke, Dr. Klaus Morwind und Prof. Dr. Uwe Specht scheiden drei Henkel Top-Manager nach Erreichen der Altersgrenze aus der Geschäftsführung aus. Kasper Rorsted, zuletzt bei Hewlett Packard verantwortlich für die Geschäfte in Europa, Naher Osten und Afrika, übernimmt zum 1. April von Knut Weinke die Verantwortung für den Unternehmensbereich Human Resources, Logistik, Informationstechnologien und Infrastrukturservices. Die Nachfolge von Dr. Klaus Morwind für den Unternehmensbereich Wasch-/ Reinigungsmittel tritt Dr. Friedrich Stara an. Stara ist seit 1976 für Henkel tätig und war zuletzt als Präsident der Henkel Central Eastern Europe für das Geschäft in Mittel- und Osteuropa verantwortlich. Die Leitung des Unternehmensbereichs Kosmetik/Körperpflege übergibt Prof. Dr. Uwe Specht an Hans Van Bylen. Dieser arbeitet seit 1984 für Henkel und steuerte zuletzt den Bereich Haarpflege weltweit und das Kosmetik-Geschäft in Übersee.
Henkel stärkt sein Elektronik-Geschäft in Asien durch ein neues Joint Venture in China: Henkel übernimmt im November die Mehrheit an der Huawei Electronics Co. Ltd., Lianyungang, in der chinesischen Provinz Jiangsu. Huawei Electronics ist ein führender Hersteller von Expoxid-Gießharzen für Halbleiter in China.
Das Haarspray Taft feiert sein 50-jähriges Markenjubiläum. 1955 begleitete Schwarzkopf die Geburtsstunde des ersten Haarsprays mit dem Slogan "Viel länger frisch frisiert". Heute ist Taft mit acht Produktlinien und 63 verschiedenen Produkten weltweit in 32 Ländern vertreten.
Bei dem Unternehmenswettbewerb "Erfolgsfaktor Familie 2005" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird Henkel als familienfreundlichstes Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet. Bundeskanzler Gerhard Schröder überreicht den Preis an den Henkel-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Lehner für vorbildliches, unternehmerisches Engagement bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Mit dem erstmaligen Sponsoring der Rennserie NASCAR weitet Henkel seine Präsenz im Nordamerikanischen Top-Rennsport aus: Mit diesem Engagement soll die Wahrnehmung von Henkel in Nordamerika erhöht werden – die Dachmarke hinter vielen bekannten Markenprodukten für Verbraucher und Industrie erhöht werden.
2006
Henkel ruft in seinem 130. Geschäftsjahr das „Jahr der Innovationen" aus. Im Lauf des Jahres kommen mehr als 80.000 Ideen von Mitarbeitern aus der ganzen Welt für neue Markenprodukte oder die Verbesserung von Rezepturen, Verpackungen, Entwicklungs- und Produktionsprozessen zusammen. Diese Innovationsoffensive läuft auch 2007 uns 2008 weiter.
Henkel stellt die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft. Der Gesellschafterausschuss hat mit Wirkung zum 1. Januar 2007 Kasper Rorsted (44), der seit April 2005 Mitglied der Geschäftsführung und für den Unternehmensbereich Personal/Einkauf/Informationstechnologien/Infrastruktur Services verantwortlich ist, zum Stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt. Mit Ablauf der Hauptversammlung 2008 wird Rorsted zum Vorsitzenden der Geschäftsführung bestellt werden. Prof. Dr. Ulrich Lehner (60), der mit einer kurzen Unterbrechung seit 1981 bei Henkel ist und im Mai 2000 zum Vorsitzenden der Geschäftsführung bestellt wurde, wird damit seine Tätigkeit in der Geschäftsführung planmäßig beenden.
In den USA erwirbt Henkel führende Deo-Marken wie Right Guard, Soft Dri und Dry Idea. Damit baut Henkel sein Körperpflege-Sortiment auf dem US-Markt aus und gehört dort nun zu den wichtigsten Kosmetik-Anbietern. Mitte Dezember beginnen die Bauarbeiten für den Neubau der Firmenzentrale der Henkel Corporation in Scottsdale, Arizona. Hier arbeiten ab Mitte 2008 rund 800 Mitarbeiter. Ihnen stehen 21.000 Quadratmeter Büroflächen und rund 12.000 Quadratmeter Flächen für Labore und Technikumsräume zur Verfügung.
Auch in China arbeitet Henkel intensiv am Ausbau seiner Geschäfte. Im Juli beginnen in Shanghai die Bauarbeiten für die neue Zentrale der Henkel Asia-Pacific. Bald werden dort alle Unternehmensbereiche unter einem Dach arbeiten.
Das Unternehmen selbst feiert ebenfalls Geburtstag: Am 26. September wird Henkel 130 Jahre alt. Wie bereits in den Vorjahren wird der Unternehmensgeburtstag weltweit an vielen Standorten als "Friendship Day" begangen – mit freundlichen Überraschungen für die Mitarbeiter.
2007
Persil feiert den 100. Geburtstag. Unter dem Motto „Rein in die Zukunft“ startet die Traditionsmarke mit Design-Boxen und Persil Gel in innovativen Flaschen in ihr Jubiläumsjahr. Bis Ende Juli legt das Persil-Schiffs in 18 deutschen Städten an und begeisterte die Besucher mit einer Erlebniswelt rund um Persil. Mit insgesamt einer Million Euro unterstützt Persil die Initiative „Projekt Futurino“. Mehr als 40 000 Kinder freuen sich über die Förderung durch Persil.
Nach über drei Jahrzehnten erfolgreicher Tätigkeit für Henkel verabschiedet das Unternehmen den scheidenden Geschäftsführer, Dr. Jochen Krautter. Während seiner Karriere durchlief der gebürtige Stuttgarter elf unterschiedliche Stationen. Krautter begann 1973 seine Karriere bei Henkel als Assistent der Geschäftsführung. Im Jahr 2000 wurde Krautter die Leitung als Finanzvorstand übertragen, im Juli 2003 übernahm er dann die Verantwortung für den Bereich Henkel Technologies, bevor er schließlich gemeinsam mit Alois Linder die Leitung des neuen Unternehmensbereichs Adhesives Technologies übernahm.
Anfang April schlossen sich die beiden Unternehmensbereiche Klebstoffe für Konsumenten und Handwerker sowie Henkel Technologies zum neuen Unternehmensbereich Adhesives Technologies (Klebstoff Technologien) zusammen. Dieser steht nach dem Ausscheiden Krautters unter der alleinigen Führung von Alois Linder stehen.
Mit einem traditionellen Drachentanz bezieht Henkel die neue Zentrale der Henkel Asia-Pacific & China in Shanghai.
Mit dem Online-Gang des neuen internationalen Unternehmensauftritts www.henkel.com startet Henkel den Relaunch aller Henkel-Webseiten im Internet. In 2007 gehen die neuen Internetauftritte für Nordamerika, Deutschland, UK & Irland, Central Eastern Europe, Mexico, die Anden-Region, Schweden, Finnland, Norwegen und Dänemark online.
2008
Nach Ablauf der Henkel-Hauptversammlung am 14. April trat die Henkel Management AG als alleinige persönlich haftende Gesellschafterin der Henkel KGaA bei. Damit änderte sich auch die Firmierung in Henkel AG & Co. KGaA.
Im Jahr 2008 gab es bei Henkel gleich eine doppelte „Staffelübergabe“: Mit Erreichen der internen Altersgrenze hat Prof. Dr. Ulrich Lehner seine Tätigkeit als Vorsitzender der Geschäftsführung der Henkel KGaA am Tag der Hauptversammlung planmäßig beendet. Seine Nachfolge trat Kasper Rorsted an. Der 1962 geborene Däne steht seitdem der Henkel Management AG als Vorstandsvorsitzender vor.
Alois Linder, zuständig für den Unternehmensbereich Adhesive Technologies, schied Mitte Juni 2008 aus dem Vorstand aus. Sein Nachfolger ist Thomas Geitner (Jahrgang 1955).
Henkel hat zum 3. April 2008 die National Starch-Geschäftsbereiche Adhesives (Klebstoffe) und Electronic Materials von Akzo Nobel übernommen. Damit stärkt Henkel seine führende Position im weltweiten Klebstoffmarkt, insbesondere im Industriegeschäft, deutlich. Die Geschäfte von National Starch und das bestehende Henkel-Portfolio von Adhesive Technologies ergänzen sich hervorragend. Zur Finanzierung hat Henkel im November seine Beteiligung an der Ecolab Inc. verkauft.
Auch 2008 hat Henkel wieder zahlreiche Innovationen auf den Markt gebracht. Eine kleine Auswahl:
Mit der neuen Marke Terra Activ erweiterte Henkel im Herbst 2008 sein Reinigungsmittelsortiment. Terra Activ sorgt für strahlende Sauberkeit im Haushalt. Durch Inhaltsstoffe, die überwiegend auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, und die exklusive Nutzung von Palmkernölzertifikaten fördert Terra Activ den Schutz des Regenwaldes. Das Sortiment von Terra Activ besteht aus den fünf Produkten Spülmittel, Allzweckreiniger, WC-Reiniger, Bad- und Glasreiniger.
Coloriste ist Schwarzkopfs erste 10-Minuten-Coloration für langanhaltende, intensive und strahlende Farben in nur 10 Minuten. Die zum Patent angemeldete 10-Minuten-Arginin-Formel verbessert die Wirkweise der Farbpigmente und minimiert dadurch Haarschädigungen während des Colorierens.
Loctite Flex Gel Sekundenkleber ermöglicht superstarkes, schnelles Kleben im Innen- und Außenbereich von Holz, Metall, Kunststoffen, Gummi und Leder. Die Flexibilität erlaubt Korrekturen und basiert auf Mikro-Gummipartikeln. Die schnelle und zuverlässige Reparatur von Gebrauchsgütern steigert deren Lebensdauer und schont Ressourcen.
Im November präsentierte Kasper Rorsted, Vorsitzender des Vorstands von Henkel, die drei neuen strategischen Prioritäten sowie die Finanzziele für das Jahr 2012:
Die drei strategischen Prioritäten sind:
- Ausschöpfen des vollen Geschäftspotenzials
- Stärkere Konzentration auf unsere Kunden
- Stärkung unseres globalen Teams
Und dies sind die Finanzziele von Henkel für 2012:
- Ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent (durchschnittlich)
- Eine bereinigte Umsatzrendite (EBIT) von 14 Prozent
- Ein Wachstum beim bereinigten Ergebnis je Vorzugsaktie größer als 10 Prozent (durchschnittlich)
Henkel hat außerdem 2008 konzernweite Umweltziele für 2012 definiert:
- Senkung des Energieverbrauchs um weitere 15 Prozent pro Tonne Produktionsmenge – sowie der damit verbundenen Kohlendioxid-Emissionen
- Senkung des Wasserverbrauchs um weitere 10 Prozent pro Tonne Produktionsmenge
- Senkung des Abfallaufkommens um weitere 10 Prozent pro Tonne Produktionsmenge
- Langfristiges Ziel: Null Arbeitsunfälle Das Zwischenziel für 2012 lautet: weitere Senkung um 20 Prozent
Im Rahmen des ersten deutschen Nachhaltigkeitstags ist Henkel im Dezember 2008 als nachhaltigste Marke ausgezeichnet worden. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis prämierte Unternehmen, die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden und nachhaltiges Handeln zu weiterem Wachstum nutzen.
2009
2009 ist es 111 Jahre her, dass der Chemiker Hans Schwarzkopf in Berlin eine kleine Drogerie betrieb. Heute umfasst Schwarzkopf – eine der stärksten Dachmarken des Unternehmens Henkel – sämtliche Produkte aus den Bereichen Coloration, Haarpflege und Styling und gehört dank seines überdurchschnittlichen Wachstums zu den führenden Marktteilnehmern. Neben den im Einzelhandel vertriebenen Marken (Schwarzkopf Retail) gehören auch Marken für das professionelle Friseurgeschäft (Schwarzkopf Professional) in das Portfolio. Das Unternehmen legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung innovativer Produkttechnologien und bis heute wurden bereits über 7600 Patente angemeldet. Immer am Puls der Zeit, hat Schwarzkopf von Anfang an den Markt durch Innovationen und technische Durchbrüche revolutioniert.
Auch 2009 hat Henkel wieder zahlreiche Innovationen auf den Markt gebracht. Eine kleine Auswahl:
Mit Persil ActicPower erweiterte Henkel sein Waschmittelsortiment. Persil ActicPower ist besonders ergiebig, wirkt kraftvoll ab 15 Grad Celsius und ist in einer kleinen, handlichen Flasche erhältlich.
SYOSS, die professionelle Haarpflegeserie für zuhause, bietet beides: perfekte Haarpflege wie salongepflegt zu einem unglaublichen Preis. Mit seinen vier Produktlinien deckt SYOSS die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Haartypen ab. Die Systempflege umfasst Shampoo, Spülung und Kur und ist seit März 2009 im Handel erhältlich.
Mit Technomelt Supra Cool 130 ist es Henkel erstmalig gelungen, die Verarbeitungstemperaturen bei einem Supra-Hotmelt um durchschnittlich 40°C auf 130°C zu senken. So lassen sich nicht nur bis zu 30 Prozent der Energiekosten einsparen, sondern im Vergleich zu EVA-basierten Schmelzklebstoffen auch die Verbrauchswerte um 20 bis 35 Prozent reduzieren.
Im September 2009 fand der planmäßige Wechsel an der Spitze der Henkel-Gremien statt. Mit der Übergabe seiner Ämter als Vorsitzender des Henkel-Gesellschafterausschusses und -Aufsichtsrats an seine Nachfolgerin Dr. Simone Bagel-Trah vollzieht Dipl.-Ing. Albrecht Woeste den Übergang von der vierten auf die fünfte Generation der Henkel-Familie. Der Gesellschafterausschuss der Henkel AG & Co. KGaA wählte Dr. Simone Bagel-Trah am 18. September zur neuen Vorsitzenden. Am 22. September wurde Dr. Simone Bagel-Trah auch zur Vorsitzenden des Henkel-Aufsichtsrats gewählt. Der Wechsel an der Spitze beider Aufsichtsgremien war bereits auf der Henkel-Hauptversammlung im Frühjahr 2008 angekündigt worden.